Seeg

Vollendet ist das große Werk

Kirche

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Bild: Bettina Sontheim

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Bild: Bettina Sontheim

Kleine Wies Worte aus Haydns Schöpfung stehen am Anfang eines Pontifikalgottesdienstes mit Weihbischof Losinger zum Abschluss der Sanierung der Seeger Pfarrkirche St. Ulrich. Große und illustre Gästeschar findet sich zu Feier ein
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Von eb
14.10.2019 | Stand: 14:09 Uhr

„Vollendet ist das große Werk – der Schöpfer sieht’s und freuet sich“ mit den Worten aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn begrüßte Pfarrer Wolfgang Schnabel die Besucher des festlichen Pontifikalamtes in der voll besetzten und festlich geschmückten Seeger Pfarrkirche St. Ulrich. Vorangegangen war der Kirchenzug, angeführt von der Harmoniemusik Seeg und den Fahnenabordnungen der weltlichen und kirchlichen Vereine und Verbände. Nach der langen Zeit der Renovierung von dreieinhalb Jahren konnte nun die Sanierung und Sicherung der Langhausdecke mit dem bedeutenden Fresko von Johann Baptist Enderle vollendet werden. Aus Augsburg kam Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger nach Seeg. In Konzelebration feierte neben Pfarrer Wolfgang Schnabel auch der frühere Seeger Pfarrer Monsignore Alois Linder den Dankgottesdienst mit. Die aufwendige und kostenintensive Sanierung wäre ohne die große Unterstützung der Diözese Augsburg nicht möglich gewesen. Der neue Finanzdirektor und Leiter der Bischöflichen Finanzkammer, Jérôme Oliver Quella, kam deshalb ebenso nach Seeg. Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, darunter der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel mit seiner Frau Dr. Irene Epple-Waigel, der die vielen Kontakte zu Stiftungen und Zuschussgebern hergestellt hatte, war ebenso von der gelungenen Sanierung begeistert, wie Josef Miller von der Bayerischen Landesstiftung, Bezirkstagspräsident Martin Sailer aus Augsburg, Landrätin Maria Rita Zinnecker und der Seeger Bürgermeister Markus Berktold.

Weihbischof Losinger zitierte in seiner Predigt den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, der anlässlich einer Festveranstaltung in Frankfurt im Juni 1998 herausstellte: „Ich weiß, dass es für die Kirche zur Zeit nicht einfach ist, ihren Ort in unserer sich ständig veränderten Gesellschaft zu bestimmen. Was ich vom kirchlichen Engagement erwarte – und zwar nicht nur als Person, sondern dezidiert von meinem Amt her – ist, um es vorsichtig zu sagen, die Konfrontation der Menschen mit einer Vertikalen, mit der ,ganz anderen’ Perspektive.“ Auf diese Aufgabe der Kirche, den Menschen Orientierung, Halt und Perspektive zu geben, wies der Weihbischof besonders hin.

Nach dem Pontifikalamt, das Kirchenchor und Orchester mit der Nikolaimesse in G-Dur von Joseph Haydn festlich gestalteten, formierte sich der Festzug zum Seeger Gemeindezentrum. Dort begrüßte Pfarrer Schnabel nochmals alle Fest- und Ehrengäste. Den Reigen der Grußworte eröffnete Finanzdirektor Quella, der besonders die nachhaltige Investition der Sanierungsmaßnahme herausstellte: „Das kunsthistorische Gebäude ist das eine – es mit Leben zu erfüllen das andere. Wie ich sehe, wird aber genau das in Seeg gelebt. Deshalb ist unser großer Zuschuss auch sehr gut angelegt!“ Neben dem ehemaligen Bundesfinanzminister Waigel stellten auch Landrätin Zinnecker und Bürgermeister Berktold die Bedeutung der Seeger Pfarrkirche als „Kleine Wies“ heraus. Waigel bezeichnete es in der heutigen Zeit durchaus als Wunder, dass der geplante Kostenrahmen nicht überschritten wurde. Architektin Dorothea Babel-Rampp gab einen kurzen Einblick in die einzelnen Baumaßnahmen von der Planung bis zur Durchführung und dankte vor allem den beteiligten und ausführenden Handwerkern und Restauratoren, die in Seeg Großes geleistet haben. Während der musikalischen Umrahmung des Festaktes durch die Harmoniemusik Seeg konnten sich die Besucher an Stellwänden über den Verlauf und über Pressestimmen zur Sanierung und den Finanzierungsplan informieren.