Roßhaupten

Vom Käsekeller zum Kunstdomizil

Pfannerhaus 1903

Pfannerhaus 1903

Bild: Museumsarchiv Roßhaupten

Pfannerhaus 1903

Bild: Museumsarchiv Roßhaupten

Pfannerhaus Standort des Dorfmuseums Roßhaupten feiert seinen 20. Geburtstag am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür mit Filmen und Aktionen. Wie die Namensgeber einst in die Gemeinde gekommen sind
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Von eb
17.09.2019 | Stand: 14:46 Uhr

Am 10. Oktober 1999, also vor 20 Jahren, ist das renovierte und teilweise neu erbaute Pfannerhaus in Roßhaupten feierlich eingeweiht worden. Das darin untergebrachte Dorfmuseum veranstaltet aus diesem Anlass am Sonntag, 22. September, von 10 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. So haben alle Gelegenheit zu sehen, welche beachtliche Dauerausstellung in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut wurde. Im Kellergewölbe laufen im Wechsel zwei Filme von Rainer Schmidt: Einer über das Fest „125 Jahre Feuerwehr 1997“, in dem unter anderem Georg Kaufmann die Chronik der Feuerwehr Roßhaupten bis dahin erzählt, und einer von der „Einweihungsfeier des Pfannerhauses 1999“. In den Galerieräumen können Kunstinteressierte die Ausstellung „Wasser, Feuer, Ton und Wachs“ von Heidi Riefler und Walter Felser bewundern(siehe unten)– mit einer Encaustik-Vorführung um 15.30 Uhr.

Das Haus trägt den Namen der Familie Pfanner, die seit etwa 1860 in Roßhaupten ansässig ist. Georg Pfanner aus Sulzberg kam als Käsereigehilfe zu Alois Haggenmiller, der eine der ersten Käsereien im Ort betrieb. Schon bald wurde Pfanner Milchkäufer im Ort und baute mehrere eigene Käsereien auf. 1884 kaufte er das Anwesen Nr. 58, das heutige Pfannerhaus, und baute 1895 einen Käsekeller an.

Nach dem Tod des letzten Besitzers aus der Familie, Xaver Pfanner, erwarb die Gemeinde im Jahr 1998 das Haus. Es wurde damals dringend Platz für ein neues Feuerwehrhaus gebraucht. Das alte in der Seeger Straße war inzwischen viel zu klein. Auch die Musikkapelle sollte Übungsräume erhalten und für die evangelische Gemeinde wollte man einen Raum für ihre Gottesdienste schaffen.

Pankraz Walk überzeugte den damaligen Bürgermeister Rudolf Zündt und die Gemeinderäte, dass im Pfannerhaus auch ein Museum für eine heimatgeschichtliche Sammlung sowie für wechselnde Ausstellungen entstehen sollte. Man beschloss, dass der erhaltenswerte Wohnteil des alten Bauernhauses renoviert und Teil des Museums werden sollte. Der hintere Wirtschaftsteil sollte abgerissen und entsprechend dem Nutzungszweck neu aufgebaut werden. Im Erdgeschoss des renovierten Altbaus fand auch wieder ein Friseurgeschäft Platz. Schon früher hatte es hier den Friseur „Warsitzka“ gegeben.