Breitensport

Vorerst kein öffentlicher Lauf im Füssener Eisstadion - Stadt erklärt Gründe

Für viele Eissport-Enthusiasten gehört die Füssener Arena zu den schönsten Stadien in ganz Deutschland: Vorerst bleibt der Öffentlichkeit das Eislaufen dort aber verwehrt. Bis mindestens Jahresende findet kein Publikumslauf mehr statt.

Für viele Eissport-Enthusiasten gehört die Füssener Arena zu den schönsten Stadien in ganz Deutschland: Vorerst bleibt der Öffentlichkeit das Eislaufen dort aber verwehrt. Bis mindestens Jahresende findet kein Publikumslauf mehr statt.

Bild: Benedikt Siegert

Für viele Eissport-Enthusiasten gehört die Füssener Arena zu den schönsten Stadien in ganz Deutschland: Vorerst bleibt der Öffentlichkeit das Eislaufen dort aber verwehrt. Bis mindestens Jahresende findet kein Publikumslauf mehr statt.

Bild: Benedikt Siegert

Bis mindestens Jahresende müssen Bürger auf den Publikumslauf in den Füssener Eisstadien verzichten. Es gibt nicht nur einen Grund dafür, so die Stadt.
04.10.2020 | Stand: 19:17 Uhr

Da fehlt doch was! Beim Blick auf den Belegungsplan der Füssener Eisstadien sind einige Bürger zuletzt arg ins Stutzen geraten. Seit Saisonbeginn gibt es nämlich keine Möglichkeit mehr zum öffentlichen Schlittschuhlauf. Eine Tatsache, die einen 81-jährigen Leser unserer Zeitung ziemlich ärgert. Der Pensionär zählt zum Kreis der sogenannten Altinternationalen, also einer Gruppe ehemals sehr erfolgreicher Eishockeyspieler. Mehrfach war er als Spieler und Trainer deutscher Meister und hält sich bis ins hohe Alter beim Publikumslauf fit. Bis heuer. „Denn ich muss jetzt 24 Kilometer nach Pfronten fahren, um dort im Allgemeinen Lauf trainieren zu können“, beklagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Im Füssener Nachbarort sei fast täglich eine Eiszeit für die Öffentlichkeit reserviert. Den Leser bringt das vor allem als Steuerzahler auf, da für den Eishockey-Bundesstützpunkt (BSP) in Füssen schließlich viele öffentliche Mittel aufgewendet werden: „Daher hat der Bürger doch auch Anspruch auf die Einrichtung“, meint er.

Stadt Füssen führt Haftungs- und Risikogründe an

Wie aber begründen die Verantwortlichen die Streichung der einzigen öffentlichen Eislaufmöglichkeit der Stadt? „Das hat in erster Linie Haftungs- und Risikogründe“, sagt Björn Schultheiss, seit wenigen Monaten neuer Verwalter des Bundesstützpunkts. Er verweist dabei auf die laufenden Sanierungsarbeiten am Dach der Hallen. Das wird bekanntlich für rund 850.000 Euro abgedichtet, nachdem immer wieder Regen und Feuchtigkeit nach innen drang.

Immer wieder müssten die Stadien jetzt deshalb gesperrt werden. „Dabei ergeben sich auch immer wieder kurzfristige Änderungen am Eisplan, allein schon deshalb können wir keine regelmäßigen Zeiten anbieten“, sagt Schultheiss. Publikumsverkehr in den Stadien sei auch deshalb nicht möglich, weil man die Bürger keiner Gefahr beim Betreten der Baustellen aussetzen möchte. Stichwort Haftung.

Kein öffentlicher Lauf im Eissstadion - auch wegen Corona

Und dann spielt natürlich auch noch das grassierende Corona-Virus eine große Rolle: „Wir stehen den vielen Leistungssportlern gegenüber einfach in der Verpflichtung, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten“, sagt der BSP-Verwalter. In den Stadien gehen etliche Eishockey- oder Curling Nationalspieler ein und aus. „Die sind ansonsten wegen Corona wie einer Blase abgeschottet, da wäre das Risiko mit Publikumsverkehr schlicht zu groß.“

Als Stützpunkt für die Leistungssportler verschiedener Sparten erhalte Füssen schließlich Gelder von Bund und Land. „Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn sich jemand hier mit Corona infizieren würde, da wäre sofort alles zu“, warnt Schultheiss. Dieses Szenario will er sich gar nicht näher ausmalen. Deswegen werde es auch keinen allgemeinen Lauf geben, bis sich an der allgemeinen Corona-Lage etwas ändert.

Den Ärger von eifrigen Besuchern wie dem 81-jährigen Füssener, der jetzt nach Pfronten ausweichen muss, könne er jedoch „absolut nachvollziehen“. Dort sei die Lage aus Sicht von Schultheiss jedoch eine andere. Dort gebe es nämlich „nur ein normales Eishockey-Team“ und auch insgesamt viel geringere Belegungszahlen.

Eine gute Nachricht hat der BSP-Chef aber immerhin für alle Eishockey-Hobbyteams. „Derzeit stimmen wir uns am Freitag immer sehr kurzfristig ab, welche Eiszeiten möglich sind“, sagt Schultheiss. So bleibt der Füssener Bundesstützpunkt immerhin noch einer - wenn auch kleinen Zahl - an Breitensportlern zugänglich.

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