Füssen

Warten auf das Wissentransferzentrum

Tourismus Projekt in Füssen noch nicht verwirklicht. Jetzt schaltet sich der Ostallgäuer Wirtschaftsbeirat ein
07.10.2019 | Stand: 14:40 Uhr

Die Begeisterung im Stadtrat war groß im April vergangenen Jahres: Ein Wissenstransferzentrum für innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung, gefördert vom Freistaat Bayern und betrieben von der Hochschule Kempten, sollte in Füssen entstehen. Doch das Projekt ist noch immer nicht realisiert, es hakt an der Finanzierung. Nun hat sich der Ostallgäuer Wirtschaftsbeirat eingeschaltet: „Das Wissenstransferzentrum Tourismus gehört nach Füssen“, heißt es in einem offenen Brief an Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

Großartig, eine riesige Chance für Füssen – so lauteten die Kommentare der Kommunalpolitiker im vergangenen Jahr, als ihnen Professor Alfred Bauer, Dekan der Tourismus-Fakultät der Hochschule, die Pläne für das Wissentransferzentrum vorstellte. Dort sollten touristische Zukunftstrends für das Allgäu in den Fokus rücken, die künftige Rolle von Elektromobilität und Digitalisierung untersucht werden, aber auch das Problem mit dem „Overtourism“ beleuchtet werden. Mit der Forschung und den Projekten soll der Qualitätstourismus in Bayern gefördert werden.

Um eine solche Einrichtung nach Füssen zu holen, war der Stadtrat auch bereit, unentgeltlich Räume dafür zur Verfügung zu stellen. Vor über einem Jahr hatte Bürgermeister Paul Iacob bereits erklärt, entsprechende Räumlichkeiten gefunden zu haben: Die Stadt hat im Ärztehaus eine Fläche von 100 Quadratmetern für das Zentrum reserviert, Professor Bauer hat diese bereits besichtigt und als geeignet eingestuft.

Doch das Wissentransferzentrum (WTZ) lässt auf sich warten, da der Landtag noch nicht das millionenschwere Budget bewilligt hat. Das hat nun den Wirtschaftsbeirat Ostallgäu auf den Plan gerufen: Mit dem offenen Brief an Wissenschaftsminister Sibler ruft das Gremium alle Entscheidungsträger sowie die Bürger dazu auf, „sich für die Ansiedlung anwendungsorientierter Forschung zum Thema Tourismus im südlichen Ostallgäu stark zu machen“. Ulrike Propach, Sprecherin des Wirtschaftsbeirates, sagt: „Letzten Endes ist es immer hilfreich, wenn sich Bürger an ihre Abgeordneten oder das Ministerium wenden, um sich für staatliche Einrichtungen vor Ort einzusetzen“ – das würden viele Erfahrungen zeigen. Und dass das WTZ in Füssen am richtigen Ort ist, steht für Propach und den Wirtschaftsbeirat außer Zweifel.

Denn Tourismusforschung solle direkt dort betrieben werden, wo sie relevant ist: „Denn das Ostallgäu ist als tourismusintensive Region und als Heimat der beliebten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau wie geschaffen, um Anwendungsbeispiele zu finden und zu erforschen.“ Die Erkenntnisse, die aus dem hiesigen Tourismus gewonnen werden können, seien von überregionaler Bedeutung. Im südlichen Landkreis, rund um Füssen und die Königsschlösser, könnten problemorientierte Lösungsvorschläge erarbeitet, erforscht und umgesetzt werden, die dann als Best-Practice-Beispiele andernorts ebenfalls Anwendung finden können.(pm/hs) »Allgäu Rundschau

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