Stadtentwicklung

Warum Füssen sich so schwer tut, einen City-Manager zu finden

Eigentlich ein Schmuckstück: Die Füssener Altstadt. Doch bei der Suche nach einem City-Manager tut die Stadt sich schwer.

Eigentlich ein Schmuckstück: Die Füssener Altstadt. Doch bei der Suche nach einem City-Manager tut die Stadt sich schwer.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Eigentlich ein Schmuckstück: Die Füssener Altstadt. Doch bei der Suche nach einem City-Manager tut die Stadt sich schwer.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Erneut beschäftigt sich der Stadtrat mit der Stelle eines Stadtentwicklers. Das Anforderungsprofil ist aber noch ziemlich unklar. Was soll er können?
29.03.2021 | Stand: 11:58 Uhr

„Ja, was wollen wir eigentlich?“: Diese Frage stand jetzt im Raum, als es im Füssener Stadtrat erneut um den Posten eines City-Managers ging. Denn unter diesem abstrakten Begriff stellen sich einige Stadträte, Füssener Unternehmer und die Verwaltung offenbar ziemlich verschiedene Dinge vor. Man müsse sich daher zuerst darauf einigen, welche Ziele und Aufgaben die neu zu schaffende Stelle verwirklichen soll, forderte Hauptamtsleiter Peter Hartl. Dabei gelte es auch, gewisse Prioritäten festzulegen. „Wollen wir einen Stadtentwickler, einen Wirtschaftsförderer oder einen Eventmanager?“, warf er in die Runde.

Der Klimaschutz soll bei der Ausschreibung eines City-Managers nicht vergessen werden

Einen ganz anderen Aspekt hatte nämlich zuvor Grünen-Stadtrat Wolfgang Bader in die Debatte eingebracht. Denn seine Fraktion beantragte die Bestellung eines Klimaschutz-Managers. „Trotz der Corona-Pandemie dürfen wir die anderen Herausforderungen unserer Zeit nicht vergessen“, schreibt Bader. Nur mit einem starken und beständigen Engagement vor Ort werde es möglich sein, Bayern bis spätestens zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen.

Insbesondere weil eine solche Stelle bis zu hundert Prozent gefördert werden könnte, zeigte sich auch die Verwaltung und Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) angetan von Baders Vorschlag. Allerdings käme man um eine Grundsatzdebatte in Sachen Stadtentwicklung einfach nicht herum. Denn auch bei einem Klimaschutzmanager stelle sich die Frage, welche Aufgaben er konkret übernehmen soll und ob sich nicht gegebenenfalls Überschneidungen ergeben zu einem wie auch immer gearteten Citymanager.

„Wir schlagen daher vor, einen Handlungsleitfaden zur Stadtentwicklung zu erstellen, bei dem auch das Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt“, sagte Bürgermeister Eichstetter. Am Ende des Prozesses sollen dann konkrete Ziele und Aufgaben festgezurrt sein, mit der sich die Verwaltung an die Stellenbesetzung machen kann. Diesem Vorschlag folgte der Stadtrat letztlich mehrheitlich.

Bisherige Kandiatensuche in Füssen war erfolglos

Dr. Anni Derday (Freie Wähler) hatte sich zuvor nur gewundert, dass man jetzt wieder von Neuem beginne, nachdem doch bereits recht konkrete Fortschritte beim Thema City-Manager gemacht wurden. So habe die Werbegemeinschaft vor zwei Jahren eine Finanzierungszusage in Höhe von 50 000 Euro für eine solche neue Stelle bei der Stadt gemacht. Hauptamtsleiter Hartl erinnerte jedoch daran, dass eine entsprechende Bewerbersuche unter Beteiligung der Werbegemeinschaft erfolglos verlief. Es wurde schlicht kein geeigneter Kandidat gefunden. Ins Spiel kam dann die externe Beraterfirma CIMA. Doch auch hier war das Problem: „Was will die Stadt?“ Das Unternehmen empfahl daher, erst einmal die Aufgaben für eine weitere Stadtentwicklung festzulegen. Gelingen soll das jetzt mit einem neuen Leitfaden, den Vertreter aller Fraktionen gemeinsam mit Privatwirtschaft, Füssen Tourismus und Marketing (FTM) sowie der Verwaltung in Workshops ausarbeiten wollen.

Deckwerth für zwei Stellen, eine für Klimaschutz, eine für Stadtentwicklung

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Ilona Deckwerth (SPD) hatte aber schon vorab klar gestellt, dass sie zwei Stellen für notwendig hält: eine für einen Stadtentwickler und eine zweite für einen Klimaschutzmanager. „Das kann nicht in eine Stelle integriert werden“, sagte sie. Den Antrag der Grünen befürwortete die Genossin so zwar, hielt ihn aber für „zu indifferent“ formuliert.

Einen Strich unter die Debatte setzte Peter Hartung (CSU), der Deckwerths Ausführungen zum jetzigen Zeitpunkt für nicht relevant hielt. Man solle sich jetzt an die Ausarbeitung des Leitfadens machen.