Roßhaupten

Wasser, Feuer, Ton und Wachs

Ausstellung

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Bild: Gudrun Altmannshofer

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Bild: Gudrun Altmannshofer

Ausstellung Malerin Heidi Riefler und Bildhauer Walter Felser im Pfannerhaus
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Von az
11.09.2019 | Stand: 13:53 Uhr

Was verbindet die Malerin Heidi Riefler und den Bildhauer Walter Felser aus Oy-Mittelberg? Wohl am meisten der künstlerische Schaffensprozess. Für beide ist künstlerische Betätigung eine Notwendigkeit, ohne die das Leben nicht lebenswert ist. Werke drängen aus dem Unterbewussten an die Oberfläche, verpflichten die Künstler, sichtbar in die Welt zu setzen, was Worte nicht ausdrücken können. Eine Ausstellung mit ihren Werken wird am Freitag, 13. September, im Pfannerhaus Roßhaupten eröffnet.

Heidi Riefler benötigt die Arbeit, „um wieder in Balance zu kommen“. Wenn sie lange nichts gemacht hat, geht es ihr gar nicht gut. Ihre Welt sind die Farben, je kräftiger und leuchtender, desto besser. Bei voller Konzentration beginnen die Farben „mit ihr zu sprechen“, beginnen dann „untereinander einen Dialog“, den sie steuern und begleiten kann. Sie schafft Farbexplosionen voller Lebensfreude und mit ihnen Unikate, die sich in genau der gleichen Form nicht replizieren lassen. Ist sie mit dem Resultat zufrieden, kommen die Ruhe, die Klarheit und die Kraft. „Natürlich kann ich auch Äpfel malen, die aussehen, als ob man in sie reinbeißen kann“, sagt Riefler. „Aber wozu? Das ist nicht, was ich will.“

Für Walter Felser ist der Bezug zur real existierenden Welt für sein Schaffen unabdingbar. „Es beginnt nachts mit einer winzig-kleinen Idee. Beim nächsten Aufwachen ist sie schon größer und am nächsten oder übernächsten Tag ist die Skulptur im Kopf fertig – dann muss ich sie nur noch machen.“ Einzelne Worte oder Themen aus dem Alltag beginnen so ihr Eigenleben. Wahlen inspirierten Walter Felser zu verschiedenen Werken, Zuwanderung ist ein Dauerthema. Seine Skulpturen sind für ihn sein Weg, um seine Gedanken festzuhalten. „Vielleicht muss ich diese Skulpturen machen, weil ich nicht so gut reden kann“, meint er. „Ich brauche ein anderes Medium, um zu sagen, was ich meine.“

Bei der Ausstellung begegnet der Besucher einer Vielzahl von Techniken und Materialien. Wasser, Feuer, Ton und Wachs finden Verwendung, Acryl- und Tonfarben, Lack und Lasur. Heidi Riefler hat für zwei Techniken eine besondere Vorliebe: „Wassergeometrie“, bei der mit Binder vermischte Acrylpigmente auf Leinwand geschüttet und mit Wasser verteilt werden und „Encaustik“, eine uralte Technik zur Verarbeitung von farbigem Wachs. Letztere können Besucher der Ausstellung live erleben. Jeweils am Sonntag um 15.30 Uhr zeigt die Künstlerin die Arbeit mit Wachs und Papier. Vielleicht entdeckt der eine oder andere Besucher hier ein neues Hobby. Denn, wie Riefler versichert: „Encaustik kann jeder.“