Junge Naturforscher

Wenn der Breitenberg zum Klassenzimmer wird

Alpenzimmer

Was kreucht und blüht denn da? Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts Klassenzimmer Alpen des Landesbunds für Vogelschutz untersuchen Schüler der 2b der Grundschule Pfronten Pflanzen und Tiere auf dem Breitenberg.

Bild: Schirutschke, LBV

Was kreucht und blüht denn da? Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts Klassenzimmer Alpen des Landesbunds für Vogelschutz untersuchen Schüler der 2b der Grundschule Pfronten Pflanzen und Tiere auf dem Breitenberg.

Bild: Schirutschke, LBV

Pfrontener Zweitklässler untersuchen Alpenpflanzen und -tiere. Zum Schluss hatten sie noch eine Frage an Ausflügler auf dem Berg.
03.07.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Naturforschung stand bei der Klasse 2b der Grundschule Pfronten auf dem Lehrplan. Am Breitenberg untersuchten die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin Inge Berwig die dortige Vielfalt an Alpenpflanzen und -tieren. Unterstützt wurden sie von Monika Schirutschke und Levin Wirthensohn vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), die sie im Rahmen des Biodiversitätsprojektes „Klassenzimmer Alpen“ begleiteten.

Besondere Lebensbedingungen

Die quirligen Zweitklässler hatten sich mit dem LBV zuvor schon im Berger Moos getroffen. In diesem Moorgebiet lernten sie Trollblumen, Sonnentau und Scheckenfalter kennen. Dass jede Pflanze und auch alle Tiere ihre besonderen Lebensbedingungen brauchen, haben die Sieben- bis Achtjährigen nun im Vergleich dazu am Breitenberg untersucht und erfahren. Auf 1600 Metern Höhe nahmen die Kinder in Kleingruppen die alpinen Flächen unter die Lupe. Dabei steckten sie zunächst wie echte Forscher Untersuchungsquadrate mit Hilfe von Metallheringen, Schnüren und Meterstäben ab. Hier wurde dann die Anzahl an blühenden Blumen erfasst und die einzelnen Arten unterschieden. Schnell kamen sie zu dem Ergebnis, dass Alpenpflanzen wie die Teufelskralle oder das Sonnenröschen auf felsigem Untergrund wachsen. Haben die Kinder doch selbst die Bodentiefe gemessen, die in ihrem Untersuchungsgebiet lediglich bei sieben Zentimetern lag.

Natur in der Becherlupe

Auf den blühenden Bergwiesen wimmelte es an diesem Tag nur so von Insekten und Spinnen. Behutsam fingen die Kinder Kleinschmetterlinge, Waffenfliegen oder Rüsselkäfer in ihren Becherlupen ein. Mit Hilfe kindgerechter Bestimmungskarten, die für das Projekt Klassenzimmer Alpen erstellt wurden, ordneten die Kinder ihre Tiere den verschiedenen Insektengruppen zu, bevor sie sie wieder frei ließen. Akustisch begleitet wurde die junge Forschergruppe den ganzen Vormittag über vom Gesang des Bergpiepers. Einer für die alpinen Matten typischen Vogelart, die ihr Nest direkt auf der Wiese anlegt. Die Buben und Mädchen waren sich alle einig: „Wir müssen auf dem Weg bleiben, damit wir die Nester nicht zamdappen.“ Dem LBV, der für seine Bildungsarbeit mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern des Bayerischen Umweltministeriums ausgezeichnet wurde, liegt neben der Naturerkundung auch die Vermittlung von Werten und Kompetenzen wie Achtsamkeit, Teamfähigkeit und auch Mut am Herzen. „Wir arbeiten im Team und versuchen nicht sofort zu streiten“, erklärte eines der Mädchen augenzwinkernd. Zum Abschluss des Projekttages hatten die Kinder dann noch die Aufgabe, die Ausflugsgäste am Breitenberg zu befragen, wieso sie gerne in die Berge kommen. Es kostete den einen oder die andere schon etwas Überwindung, die erwachsenen Wanderer anzusprechen. Am Ende waren aber alle stolz, dass sie sich getraut haben zu fragen. Die Liebe zur Natur und den Bergen verbindet eben auch Jung und Alt.