Yoga-Happening im Festspielhaus

Wenn der Grundton zum "Om" wird: So war die "Yoga Sinfonie Nr.1" von LaBrassBanda

Yoga und Blasmusik passen zusammen: LaBrassBanda um Stefan Dettl haben das im Füssener Festspielhaus gezeigt.

Yoga und Blasmusik passen zusammen: LaBrassBanda um Stefan Dettl haben das im Füssener Festspielhaus gezeigt.

Bild: Matthias Becker

Yoga und Blasmusik passen zusammen: LaBrassBanda um Stefan Dettl haben das im Füssener Festspielhaus gezeigt.

Bild: Matthias Becker

Es war ein LaBrassBanda-Auftritt der etwas anderen Art: 150 Yogis haben am Samstag die Uraufführung der "Yoga Sinfonie Nr.1" erlebt.
11.10.2020 | Stand: 16:47 Uhr

Eine Welt-Uraufführung der ganz anderen Art war das am Wochenende im Festspielhaus: Mit seinen Musikern von LaBassBanda führte Frontmann Stefan Dettl dort seine „Yoga Sinfonie Nr. 1“ auf. Es war ein gewagtes Experiment: Auf der einen Seite erklangen bayerische Blechinstrumente wie Trompete, Posaune und Tuba. Auf der anderen Seite vollführte ein Publikum bestehend aus 150 Yogis seine Entspannungsübungen.

Die 90 Minuten dauernde Sinfonie überraschte immer wieder, dabei änderten sich die musikalischen Themen aber nicht allzu stark. Ohne Interruption, ja fast sanft wechselten die Themen, begleitet durch den unaufdringlichen, aber tragenden Takt der Percussion-Instrumente. Irgendwie harmonisch und trotzdem alles andere als langweilig oder gar einschläfernd. Der über 1000 Plätze fassende Zuschauerraum war derweil leer: Denn die Zuhörer waren auf der Bühne und ja gleichzeitig Teilnehmer der Aufführung: 150 Yogisten demonstrierten dort ihre Übungen auf Yoga-Matten, die extra zur Uraufführung mit dem Aufdruck der Band in Corona-sicheren Abständen auf der tief geöffneten Bühne verteilt worden waren.

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Fotos von der "Yoga Sinfonie Nr.1" mit LaBrassBanda

Dettl hatte sich für seine Weltpremiere namhafte Verstärkung geholt: Neben zwei weiteren Bassisten waren Peter Dreßl (NDR-Rundfunkorchester) und Christian Werk (Sinfonieorchester Salzburg) mit von der Partie. An einem der Schlagzeuge saß Prof. Stepan Maas von der Anton Brucker Privatuniversistät in Linz und den Moog-Synthesizer beherrschte das ehemalige BrassBanda Mitglied Mario Schönhofer.

Um die Yogis kümmerte sich dagegen eigens der Münchner Jivamukti-Lehrer Petros Haffenrichter. Während dieser seine Anweisungen gab, schlich sich ganz leise der Grundton der Sinfonie vom Synthesizer in den Raum, der nach einiger Zeit zu einem lauten „Omm...“ wurde. Erst dann setzten anderen Instrumente ein, einzeln und unaufdringlich, bis die Bläser gemeinsam anschwollen. Mit sphärischer Musik aus Asien hatte das nichts zu tun, auch nicht mit den üblichen Entspannungsmusiken zum Meditieren. Etwas völlig neues, eine Welturaufführung eben.

LaBrassBanda beim Yoga-Happening: Mit Blasmusik hat das nichts zu tun

Bei geschlossenen Augen zogen einem als Teilnehmer Bilder, ja fast ein ganzer Film vorbei. Zum Beispiel über die Alpenländer und deren Alltag im und am Berg. Auch die Rinder auf den Alpwiesen scheinen in dieser Fantasie nicht zu fehlen. Möglicherweise wurden solche Bilder auch von den schneebedeckten Gipfeln hervorgerufen, die das Bühnenbild zeigt, das aus dem Ludwig-Musical stammt.

Gänsehaut verschaffte die Sinfonie an verschiedenen Stellen allemal, wahrscheinlich bei jedem Zuhörer an anderer Stelle. Plötzlich und unerwartet schien sich ein Lächeln breit zu machen. Dann wieder weitete sich der Brustkorb mit der Musik zum vollen, tiefen Einatmen, zum Gerademachen.

Es bleibt festzuhalten: Mit Blasmusik hat das nichts zu tun. Es ist einfach eine wunderbare Sinfonie, auch ohne Yoga. Im nächsten Jahr soll sie auf CD gepresst werden. Stefan Dettl und LaBrassBanda sind mit der Uraufführung ihrer „Yoga Sinfonie Nr. 1“ jedenfalls mehr als zufrieden gewesen.

LaBrassBanda kann auch anders: So feierte die Band letztes Jahr im Parktheater.