Füssen

Wenn Kotbeutel aufs Rathausdach fliegen

Kotbeutel

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Bild: Heinz Sturm

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Bild: Heinz Sturm

Mang-Vorplatz Wegen verstopften Kessels fließt viel Wasser in den Lichtgraben
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Von hs
07.11.2019 | Stand: 16:41 Uhr

Manchmal kann man nur noch den Kopf schütteln, wenn man hört, was manche Mitmenschen so treiben: Offenbar war es unter Hundehaltern nicht unüblich, die schwarzen Beutel mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf das Dach des Rathauses zu werfen. Das verstopfte einen Überlaufkessel bei den Regenrinnen am Mang-Vorplatz, so dass Wasser überlief.

Die Geschichte kam nun heraus, als sich Magnus Peresson (UBL) wegen des überlaufenden Wassers im Bauausschuss zu Wort meldete. Darauf hatte ihn Gerlinde Wollnitza (FWF) aufmerksam gemacht. Für Peresson nichts Neues: Schon vor Jahrzehnten habe der Stadtchronist Rudibert Ettelt den damaligen Rathauschef Dr. Ernst Enzinger auf die mangelhafte Entwässerung der riesigen Dachflächen des ehemaligen Klosters St. Mang aufmerksam gemacht. Jetzt sei wieder massiv Wasser in den Lichtgraben am Mang-Vorplatz gelaufen – dadurch sickere das feuchte Nass in die St. Anna-Kapelle und in die Klostermauern. Peresson schlug einen größeren Überlaufkessel vor, der wegen der zunehmenden Zahl an Schlagregen-Ereignissen auch mit einem über den Lichtgraben hinausragenden Wasserspeier versehen werden sollte. Das könne man prüfen, doch müsse eine solche Maßnahme mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Was beide noch nicht wussten: In diesem Fall war das Bauamt bereits tätig geworden, bestätigte Axel Wittwerunserer Zeitung. Der Hausmeister habe den Kessel wieder frei gemacht – und dabei Übles entdeckt. Denn der Kessel war mit etlichen Hundekotbeuteln verstopft. Offenbar hatten Hundehalter nach einem Spaziergang im Baumgarten die Beutel durch Werfen aufs Dach „entsorgt“. Vom Dach rutschten diese dann in den Kessel. Seit der Reinigung des Kessels habe es keine Beschwerden mehr wegen überlaufenden Wassers gegeben, sagt Wittwer. Allerdings würde die Entwässerung der riesigen Dachflächen bei Schlagwetter immer ein Problem sein. Ob ein größerer Kessel samt Wasserspeier hier abhelfen könne, müsse man prüfen.