Alpspitzbahn

Wird Natur von Coaster-Plänen in Nesselwang beeinträchtigt?

Die neue Rodelbahn soll auf einem Schienensystem laufen und dann auch ganzjährig geöffnet sein. Im Gemeinderat berichtete jetzt ein Landschaftsarchitekt über die Auswirkungen. Unser Bild zeigt noch die bisherige Bahn.

Die neue Rodelbahn soll auf einem Schienensystem laufen und dann auch ganzjährig geöffnet sein. Im Gemeinderat berichtete jetzt ein Landschaftsarchitekt über die Auswirkungen. Unser Bild zeigt noch die bisherige Bahn.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Die neue Rodelbahn soll auf einem Schienensystem laufen und dann auch ganzjährig geöffnet sein. Im Gemeinderat berichtete jetzt ein Landschaftsarchitekt über die Auswirkungen. Unser Bild zeigt noch die bisherige Bahn.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

An der Alpspitzbahn soll die alte Rodelbahn durch eine neue ersetzt werden. Jetzt hat ein Landschaftsarchitekt über Folgen des Neubaus gesprochen. Was er sagt.
Die neue Rodelbahn soll auf einem Schienensystem laufen und dann auch ganzjährig geöffnet sein. Im Gemeinderat berichtete jetzt ein Landschaftsarchitekt über die Auswirkungen. Unser Bild zeigt noch die bisherige Bahn.
Von Andreas Schubert
14.12.2020 | Stand: 13:54 Uhr

Transparenz für die Bürger schaffen. Das war ein Ziel der Marktgemeinde Nesselwang, als es während der Gemeinderatssitzung früher als eigentlich notwendig um den Neubau des Alpine Coasters ging. Vorgestellt wurden dabei Ergebnisse über die Auswirkungen auf Natur und Umwelt sowie die Verkehrsbelastung im Ort.

„Die Rodelbahnen sind die Motoren der Tourismusdestinationen. Diese neue Bahn verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Urlaubsorten“, meinte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) zu Beginn der Diskussion über den Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zum Neubau des Alpine Coasters. Dieser ist als Ersatzbau für die Sommerrodelbahn geplant. Der Abstimmung über den Bebauungsplan vorausgegangen waren sowohl eine ausführliche nichtöffentliche als auch eine öffentliche Diskussion im Rat über die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung.

Neuer Coaster an der Alpspitzbahn: Es bleibt bei Planung vom Sommer

Eigentlich sei eine öffentliche Behandlung der frühzeitigen Stellungnahmen gesetzlich nicht vorgeschrieben, hieß es während der Sitzung. Dennoch wolle die Gemeinde damit loslegen, um Anregungen in den Entwurf einzuarbeiten, erläuterte Bürgermeister Joas. Christopher Berberich vom Lindauer Planungsbüro Sieber stellte den Bebauungsplanentwurf zum Neubau des Alpine Coasters vor. Dieser Entwurf entspricht im Wesentlichen der Planung, die in der Marktgemeinderatssitzung im Sommer vorgestellt worden war. Im Unterschied zur alten Bahn kann die neue ganzjährig betrieben werden, da sie nicht aus im Boden versenkten Aluminiumwannen besteht, sondern einem Schienensystem, dass etwa 50 Zentimeter über dem Boden geführt wird.

Landschaftsarchitekt Matthias Kiechle informierte den Rat über den landschaftspflegerischen Begleitplan. Darin werden die Eingriffe in die Natur und Umwelt behandelt. Bei seinen Untersuchungen sei er zu dem Ergebnis gekommen, dass die Eingriffe in die Umwelt und Landschaft gering seien. Im Gegenteil, durch den Abbau der alten Bahn und der Wiederbegrünung dieser Flächen werden geringfügig mehr ökologische Ausgleichsflächen als gesetzlich vorgeschrieben geschaffen.

Da die neue Bahn im Unterschied zur alten nicht aus im Boden versenkten Aluminiumwannen besteht, sondern einem Schienensystem, dass etwa 50 Zentimeter über dem Boden geführt wird, könnten dann auch Tiere die Trasse problemlos queren. An den Stellen, wo die Bahn höher geführt wird, sollen längere Hecken gepflanzt werden, sodass sie weitgehend unsichtbar ist.

Eine Brücke sorgt im Nesselwanger Marktgemeinderat für Diskussionen

Lediglich die im südlichen Teil der Strecke geplante, etwa 4,50 Meter hohe und 30 Meter lange Brücke über einen dort verlaufenden Wanderweg, „ist optisch nicht ganz weg“, meinte Kiechle. Das ist im Übrigen einer der Punkte, an dem Kritik und Bedenken der Öffentlichkeit und mehrerer Gemeinderäte ansetzen. „Ich habe Sorge um das Landschaftsbild. Die alte Bahn fügt sich gut ein und diese Stelle ist praktisch der Postkartenblick auf Nesselwang. Die Brücke ist ein immenses Bauwerk und stört mich einfach. Ich verstehe, dass ein Neubau notwendig ist, aber hier muss man nach einer anderen Lösung suchen“, mahnte Martin Erd (Mitanand für Nesselwang).

Eine weitere Frage, die aufgeworfen wurde: Warum ein neues Betriebsgebäude für die Bahn errichtet werden soll? Ein Neubau ist laut Alpsptizbahn unvermeidlich, da der Umbau des alten Gebäudes zum Einbau der neuen Technik unmöglich ist. In der anschließenden Abstimmung sprach sich der Marktgemeinderat mit 16:1 Stimme für die Billigung und Auslegung des Bebauungsplanentwurfs aus. Ein Antrag von Martin Erd auf Errichtung eines Phantomgerüstes an der Stelle, wo die umstrittene Brücke gebaut werden soll, um deren wahre Ausmaße zu ver-anschaulichen, fand hingegen mit 3:14 Stimmen keine Mehrheit.

Bürgermeister Joas forderte die Bürger dazu auf, an dem Thema weiter dranzubleiben.