Füssen

Zu viel Pappe drin: Müllfahrer leeren blaue Tonne nicht

In Kempten gibt es jetzt blaue Tonnen für Altpapier - ZAK - Wertsoffe - Papier - Tonne - blau

In Füssen sind zwei blaue Tonnen nicht geleert worden. Grund war, dass der Pappeanteil darin zu hoch war.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

In Füssen sind zwei blaue Tonnen nicht geleert worden. Grund war, dass der Pappeanteil darin zu hoch war.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Nur 20 Prozent Kartonagen sind darin erlaubt. Wer diesen Wert zu oft überschreitet, muss mit Konsequenzen rechnen.

28.06.2020 | Stand: 14:22 Uhr

Zwei blaue Tonnen sind einem AZ-Leser in der Floßer- und in der Hutergasse in Füssen aufgefallen. Die gut gefüllten Behälter für Altpapier waren nämlich nicht geleert worden.

Den Grund dafür nannte ein Zettel, den der Mülltransporterfahrer an den Tonnen hinterlassen hatte. Darauf stand zu lesen, dass der Anteil an Pappkarton darin zu hoch sei. In den blauen Tonnen der Firma Hubert Schmid Recycling und Umweltschutz GmbH dürfen sich nämlich nur 20 Prozent zerkleinerte Pappe befinden. Die restlichen 80 Prozent müssen Altpapier sein – sprich zum Beispiel Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Werbedrucksachen, Schulhefte und Ähnliches.

Pappe ist weniger wert als Papier

Diese Aufteilung schreibt auch der Nutzungsvertrag für die blaue Tonne vor. Vorgenommen hat sie die Firma Hubert Schmid mit der Einführung des Papierrecycling-Systems im Jahr 2006 aus zwei Gründen: „Pappe ist in der Vermarktung weniger wert als Papier und sie ist deutlich leichter. Da ist die Tonne schnell voll, aber es ist viel Luft drin. Und das erhöht unsere Sammelkosten“, erklärt Reinhard Mayer, Geschäftsführer der Firma Hubert Schmid.

80 Prozent Papier, 20 Prozent Pappe – das habe früher in etwa der Zusammensetzung in einem Haushalt entsprochen, wo jemand Zeitungen und Illustrierte gelesen hat. Mittlerweile allerdings sieht man bei dem Marktoberdorfer Recycling-Unternehmen den Trend, dass sich die Anteile verschieben. Das liegt laut Mayer zum einen daran, dass junge Leute weniger Printmedien lesen und sich Informationen stattdessen am Bildschirm holen. Zum anderen boome der Online-Handel und mit den vielen Bestellungen steigt auch die Menge an Verpackungen aus Pappe.

Wer sich nicht an die Aufteilung hält, muss zum Wertstoffhof

„Wir sind nicht päpstlicher als der Papst und wenn mal nur 70 oder 75 Prozent Papier drin sind, ist das schon in Ordnung“, sagt Mayer. Wenn sich aber jemand gar nicht an die vorgegebene Aufteilung hält, müsse man ihm auch klar sagen, dass er seine Kartonagen selber zum Wertstoffhof bringen muss.

Die blaue Tonne ist ein freiwilliges und für die Nutzer kostenloses System zur Entsorgung des Papierabfalls. Laut Internetseite der Firma Hubert Schmid wurden bislang über 15 000 blaue Tonnen an Haushalte und kleine Gewerbebetriebe im Ostallgäu verteilt.