"Goldener Windbeutel"

Deshalb bekommt dieser Allgäuer Käsehersteller den Negativpreis "Goldener Windbeutel"

Ein Foodwatch-Mitarbeiter vor dem Firmensitz von Hochland im Landkreis Lindau: Das Unternehmen verweigerte die Annahme des Negativpreises.

Ein Foodwatch-Mitarbeiter vor dem Firmensitz von Hochland im Landkreis Lindau: Das Unternehmen verweigerte die Annahme des Negativpreises.

Bild: foodwatch/Andi Weiland/dpa

Ein Foodwatch-Mitarbeiter vor dem Firmensitz von Hochland im Landkreis Lindau: Das Unternehmen verweigerte die Annahme des Negativpreises.

Bild: foodwatch/Andi Weiland/dpa

Die Organisation Foodwatch vergibt den "Goldenen Windbeutel" an Hochland. Dabei geht es vor allem um die Frage: Dürfen Freilaufkühe im Stall leben?
09.09.2020 | Stand: 10:20 Uhr

Foodwatch hat dem Westallgäuer Käsehersteller Hochland den „Goldenen Windbeutel“ verliehen. Die Verbraucherorganisation hält dem Unternehmen eine „Werbelüge“ vor. Hochland hat die Annahme des Preises verweigert und will seine Werbung nicht ändern. Im Kern geht es um die Frage, was Freilaufkühe sind.

"Windbeutel" für Hochland: "Freilaufkühe" leben im Stall

Unter der Marke Grünländer vermarktet Hochland Schnittkäse, der gentechnikfrei hergestellt ist. Auf der Vorderseite der Verpackungen findet sich der Satz „Milch von Freilaufkühen“. Damit gaukele der Käsehersteller eine Weideidylle vor, sagt Foodwatch. Tatsächlich stünden die Freilaufkühe aber im Stall. Das bestreitet Hochland nicht. Das Unternehmen erklärt den Satz mit der Haltung der Tiere. „Für unsere Marke verwenden wir ausschließlich Milch von Kühen, die sich jederzeit frei im Stall bewegen können und nicht angebunden sind“. Darauf weist der Käsehersteller auch auf der Rückseite der Verpackungen, im Internet und in seinen Fernseh-Spots hin.

Goldener Windbeutel
Der Goldene Windbeutel: Foodwatch verleiht ihn seit zehn Jahren.
Bild: Peter Mittermeier

Foodwatch hatte fünf Unternehmen für den Goldenen Windbeutel nominiert und zu einer Abstimmung im Internet aufgerufen. Daran haben sich laut Foodwatch 65.000 Menschen beteiligt. 43,5 Prozent stimmten für den Grünländer-Käse.

Foodwatch hat mittlerweile auch die Behörden aufgefordert, gegen die Werbung vorzugehen. Falls sie das nicht tun, will die Organisation klagen.

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