Kempten/Oberallgäu

Große Erwartungen an den Neuen

Die Beförderung von Klaus Holetschek hat gestern kaum einen Politiker im Allgäu überrascht – weder bei der CSU noch in anderen Parteien. Von uns befragte Mandatsträger erwarten vom künftigen Staatssekretär großen Einsatz für die Region. „Es gibt viele, viele Themen, um die er sich künftig intensiv kümmern muss“, sagt etwa Landtags-Vizepräsident Alexander Hold (Freie Wähler).

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Von raf
16.01.2020 | Stand: 18:20 Uhr

Holds Amtskollege Thomas Gehring (Grüne) hatte eigentlich damit gerechnet, dass Holetschek Bau- und Verkehrsminister wird. „Ich hätte ihm das zugetraut, auch wenn sein fachliches Profil im Gesundheitsbereich liegt“, sagt Gehring. Die aktuelle Kabinettsumbildung zeige, dass es Söder vor allem um Regionalproporz gegangen sei.

Gehring fürchtet, dass die Verlagerung von Teilen des Ministeriums nach Augsburg viel Energie fresse, die für die Lösung dringender Aufgaben fehle – angefangen vom sozialen Wohnungsbau über Klimaschutz bis zur „Riesen-Baustelle Bahn-Elektrifizierung“, für die es eine Strategie brauche. Hier könne der Freistaat etwas bewegen.

Die Stärkung der Bahn ist auch eine zentrale Forderung von Hold. „Ich habe große Erwartungen an Herrn Holetschek, das Allgäu darf nicht abgehängt werden“, sagt Hold – hier gehe es auch um das Ostallgäu und das südliche Oberallgäu sowie die Barrierefreiheit von Bahnhöfen. „Als Staatssekretär hat er da durchaus Einfluss“, ist Hold überzeugt.

Davon geht auch Anton Klotz (CSU), Oberallgäuer Landrat und Präsident der Allgäu GmbH, aus: „Ich habe gehofft, dass er solch ein exponiertes Amt bekommt.“ Holetschek kenne die Region und die Probleme von Landkreisen mit großem Außenbereich. Klotz hofft, dass der neue Staatssekretär etwa Schwachstellen im Baurecht aufgreift. „Auch bei der Mobilität sollte er massiv dranbleiben.“ Hier hofft Klotz auf Rückenwind für den ÖPNV und den Einsatz von Wasserstoff-Zügen.