Mainz

Hack will wieder in die Startelf

Fußball Der Verteidiger aus Babenhausen war bei Mainz 05 zuletzt nur zweite Wahl. Heute hofft er auf einen Einsatz gegen Frankfurt

Von Benjamin Marth
08.06.2020 | Stand: 14:32 Uhr

Eines wurde deutlich: Das Feuer in dieser Mannschaft, in den vergangenen Wochen in der Fußball-Bundesliga arg gebeutelt, brennt noch. Als Pierre Kunde in der 93. Minute den Treffer zum 5:1-Endstand gegen die TSG Hoffenheim erzielte, kannte die Freude beim FSV Mainz 05 keine Grenzen mehr. Alle Spieler auf dem Platz, die auf der Ersatzbank und auch Neu-Trainer Achim Baierlorzer fanden sich in der Jubeltraube wieder. Mittendrin war auch der Babenhausener Alexander Hack (26).

„Der Sieg hat sehr gutgetan. Wir haben im Vorfeld sehr viel Druck verspürt“, sagt er. Die Rheinhessen kamen in der laufenden Spielzeit noch nicht wirklich in Fahrt und befinden sich im Abstiegskampf. Vor der Länderspielpause gab es in Leipzig eine heftige 0:8-Klatsche und auch zuhause bekleckerte man sich bei der 2:3-Niederlage gegen Union Berlin nicht gerade mit Ruhm. Die Konsequenz aus den Pleiten: Trainer Sandro Schwarz musste gehen. Eine Entlassung, die auch Hack betroffen machte. Schließlich trainierte er schon eineinhalb Jahre unter der Regie von Schwarz in der zweiten Mannschaft der Mainzer, ehe 2017 die Zusammenarbeit in der Bundesliga weiterging. „Entlassungen sind nie eine schöne Sache. Es war noch einmal ein sehr emotionaler Moment, als Sandro sich vor die Mannschaft gestellt und verabschiedet hat“, erzählt Hack. Ihm sei aber auch die „Gesetzmäßigkeit des Sports“ bewusst, meint er weiter. Hack: „Letztlich war es die Konsequenz unserer schlechten Spiele.“ Von der Verpflichtung von Achim Baierlorzer als Trainer-Nachfolger hat die Mannschaft relativ spät erfahren. Laut Hack erst „kurz vor der Pressemitteilung“. Der Trainerwechseleffekt zeigte direkt im ersten Spiel Wirkung – mit dem klaren Sieg bei der TSG Hoffenheim. „Wir hatten das ganze Spiel über Zug drin und immer das Momentum auf unserer Seite. Unser Umschaltspiel hat endlich geklappt“, freut er sich.

So soll es heute Abend weitergehen, wenn Eintracht Frankfurt zu Gast ist. „Wir werden alles daransetzen, weiter erfolgreich zu sein. So ein Derby kommt uns ganz gelegen. Wir werden alles reinhauen, schließlich wollen wir aus dem Keller raus. Zumal ich selbst sehr gute Erinnerungen an die Spiele gegen Frankfurt habe“, gibt sich Hack optimistisch. Ob er wieder von Anfang an spielt, ist noch offen. Zuletzt war der Babenhausener nicht erste Wahl. „Als Fußballer will man immer spielen. Klar, dass ich nicht zu 100 Prozent zufrieden bin“, gibt er sich selbstkritisch. Unter Baierlorzer, der zuvor den 1. FC Köln trainierte, kann und will er sich neu beweisen.

In Mainz selbst ist Hack mittlerweile angekommen. In seiner sechsten Saison trägt er das rot-weiße Trikot und seit Kurzem führt eine Mainzer Gaststätte, die Gerichte nach verdienten Spieler benennt, auch eine „Pizza Hack“ auf der Speisekarte – garniert mit Bolognese-Sauce, Salami und Peperoni. Selbst probieren wird er sie nicht, ernährt er sich doch seit einiger Zeit vegetarisch. Auch auf die Ernährung führt der Innenverteidiger seine Fitness zurück. Anders als in den Vorjahren ist er frei von Verletzungssorgen. „Ich war seit einem Jahr nicht mehr verletzt. Das dürfte Rekord sein“, meint er lachend.