Glasscheibe ausreichend?

Handwerkerverband fordert Ende der Maskenpflicht für Kassiererinnen

Corona Coronavirus Virus Coronakrise Covid-19 - Verkauf in der Bäckerei Wipper in Kempten-Salzstraße - Scheibe und Mund-Nasen-Schutz im Verkauf - hier mit Melanie Kolb (von rechts) und Sema Cakir sowie Regina Frischmuth im Hintergrund

Masken trotz einer Abtrennung durch eine Plexiglasscheibe: Der Verband der Handwerker möchte dies ändern.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Masken trotz einer Abtrennung durch eine Plexiglasscheibe: Der Verband der Handwerker möchte dies ändern.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Kassiererinnen und Verkäufer müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen - auch wenn sie durch eine Glasscheibe von Kunden getrennt sind. Ein Verband will das ändern.

23.05.2020 | Stand: 10:23 Uhr

Verbandsvertreter der Handwerker in Bayern kämpfen gegen die Maskenpflicht für Verkäuferinnen und Kassiererinnen – sofern diese hinter einer Plexiglasscheibe arbeiten und dadurch geschützt vor einer Infektion mit Corona-Viren sind. Ein entsprechendes Schreiben hat der Bayerische Handwerkertag – das ist die Vereinigung der regionalen Handwerkskammern – an die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml gerichtet. Von dort gibt es aber noch keine Antwort.

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Atemnot, Kopfschmerzen, trockene Schleimhäute, Hautrötungen und -ausschläge bis hin zu Ekzemen: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Verkaufstheken zum Beispiel in Metzgereien oder Bäckereien klagen inzwischen über gesundheitliche Probleme. Seit dem 27. April müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Und das, obwohl sie durch Plexiglasscheiben von den Kunden getrennt sind.

Manche Verkäufer hätten durch die Masken mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Manche Verkäufer hätten durch die Masken mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Doppelte Schutzmaßnahme

„Den Sinn dieser doppelten Schutzmaßnahmen verstehe ich eh nicht“, sagt Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer Schwaben und Chef einer Metzgerei in Waltenhofen-Hegge (Oberallgäu). Schon mehrere Wochen vor dem generellen Maskengebot hatten er und seine Berufskollegen sowie Bäcker und Supermarktbetreiber zum Schutz des Verkaufspersonals Plexiglasscheiben an den Theken und Kassen montieren lassen. „Das hat doch gut ausgereicht“, sagt Rauch. Dagegen könne das acht Stunden lange Tragen von Masken für Menschen, die ständig in Bewegung sind oder beim Verkauf auch Stresssituationen erleben, zu gesundheitlichen Problemen führen. Es gebe in Bayern schon erste Fälle, wonach Verkäuferinnen in Lebensmittelgeschäften deshalb krankgeschrieben worden seien.

Ein notwendiges Übel

Solche Meldungen sind bei der Industrie- und Handelskammer Schwaben noch nicht eingetroffen, sagt Stefan Sprinkart vom Allgäuer Regionalbüro der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben in Kempten. Aber auch er meint: „Masken sind sicher nicht ideal.“ Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei jedoch ein notwendiges Übel, um überhaupt die Läden nach wochenlanger Pause wieder öffnen zu können.