„Haus der Schützenkultur“

Statt im Juli 2016: Dieser Pannen-Bau soll jetzt 2023 eröffnet werden

Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren

Das „Haus der Schützenkultur“ in Illerbeuren: Lange hat sich die Eröffnung verzögert. Jetzt ist sie für das Jahr 2023 geplant.

Bild: Ralf Lienert

Das „Haus der Schützenkultur“ in Illerbeuren: Lange hat sich die Eröffnung verzögert. Jetzt ist sie für das Jahr 2023 geplant.

Bild: Ralf Lienert

2016 sollte das „Haus der Schützenkultur“ eigentlich die ersten Besucher empfangen, doch der Bau verzögerte sich immer wieder. Jetzt steht ein neuer Termin.
03.10.2021 | Stand: 16:43 Uhr

Eigentlich sollte das „Haus zur Schützenkultur“ auf dem Gelände des Schwäbischen Bauernhofmuseums in Illerbeuren (Kreis Unterallgäu) bereits im Juli 2016 eröffnet werden. Ein plötzlicher, großflächiger Wasserschaden vereitelte den feierlichen Festakt und die bereits bestückten Vitrinen mussten wieder leer geräumt werden. Nun soll der Gebäudekomplex 2023 eröffnet werden, wie der Bezirk Schwaben jüngst bekannt gab.

"Haus der Schützenkultur" - Klage gegen Architekturbüro eingereicht

Bezirkstagspräsident Martin Sailer gibt sich optimistisch, dass das „Haus zur Schützenkultur“ in der ersten Jahreshälfte 2023 eröffnet werden kann. So sei es nach intensiver Prüfung durch Bausachverständige gelungen, einen Zeitplan festzulegen. Ziel sei, „das im Mittelpunkt des Bauernhofmuseums liegende Areal endlich für Museumsgäste zugänglich zu machen“, sagt Sailer. Der Museumszweckverband, dem der Bezirk Schwaben, der Kreis Unterallgäu und der Heimatdienst Illertal angehören, sieht die Schuld am Schaden bei einem Architekturbüro und hatte wegen der Probleme Klage eingereicht. Deren Ausgang ist noch unklar, da das Verfahren nach Angaben des Bezirks noch läuft – es stehe der Fertigstellung des Hauses jedoch nicht im Weg. „Ich rechne fest damit, dass das Haus 2023 eröffnet wird“, sagt die Vorsitzende des Heimatdienstes Illertal, Simone Zehnpfennig. Es sei in mehrfacher Hinsicht für die Region von Bedeutung. „Wir haben unheimlich viele aktive Schützenvereine, es wird trainiert und mit den Vereinen ist viel Geselligkeit verbunden.“ In den Tourismusorten dürften außerdem auch die Urlauber den Sport beim Gästeschießen ausprobieren.

Die Eröffnung ist jetzt für die erste Jahreshälfte 2023 geplant.
Die Eröffnung ist jetzt für die erste Jahreshälfte 2023 geplant.
Bild: Ralf Lienert

Zehnpfennig hebt jedoch vor allem den Wert der Schützenkultur als Teil des immateriellen Kulturerbes hervor. Dadurch, dass in dem modernen Bau nicht nur eine Sammlung gezeigt, sondern die Geschichte der Schützenkultur erzählt werde, „ist er für alle gesellschaftlichen Gruppen relevant“. Die Ausstellung zeige außerdem auch Aspekte wie die Emanzipation im Schießen. „Das ist tiefgehende Kulturgeschichte“, sagt Simone Zehnpfennig.

„Wer geht in den Schützenverein, wenn man dort nicht schießen kann?“

Bei den Schützen sorgten die Verzögerungen für Frust. „Die Vereine warten ungeduldig, dass was passiert“, sagt der Präsident des Bezirks Schwaben im Bayerischen Sportschützenbund, Karl Schnell. Er sei immer wieder angesprochen worden, wann es endlich weitergehe. „Jedes Mal zu sagen, dass man nichts weiß, ist nicht ideal.“ Jetzt, sagt Schnell, „geht endlich was“. Zahlreiche Vereine hätten Exponate im Haus, die sie ihren Mitgliedern zeigen wollen, mehrere Gaue hätten bereits angekündigt, dass sie mit Reisebussen extra ins Illerbeurer Museum fahren wollen, sobald das Haus eröffnet werde. Die Schützen versprechen sich vom Bau auch einen Schub für ihren Sport. „Bei der Jugend gab es durch die Pandemie einen totalen Stillstand“, klagt Schnell und fügt an: „Wer geht in den Schützenverein, wenn man dort nicht schießen kann?“

Er hofft auf Mitgliederzuwächse, wenn es wieder richtig losgeht und 2023 das Museum hinzukommt. So ganz traut Schnell der um sieben Jahre verspäteten Eröffnung aber offenbar noch nicht. Zwar glaube er, dass man die Einweihung 2023 schaffen werde. „Aber durch Corona kann ja immer noch alles passieren“, fügt er an.

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