Wandern im Allgäu im Herbst

Auf die richtige Ausrüstung und eine gute Planung kommt es an

An schattigen Stellen kann es schon mal kalt und rutschig werden, gerade im Herbst. Wie hier in der Starzlachklamm.

An schattigen Stellen kann es schon mal kalt und rutschig werden, gerade im Herbst. Wie hier in der Starzlachklamm.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

An schattigen Stellen kann es schon mal kalt und rutschig werden, gerade im Herbst. Wie hier in der Starzlachklamm.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Sonnige Tage im Oktober locken viele nochmal in die Natur, bevor der Winter beginnt. In den Bergen sollte man dabei auf Manches achten.
14.10.2021 | Stand: 14:17 Uhr

Egal ob Sommer, Herbst oder Winter - zum Wandern in den Bergen braucht man immer passende Kleidung. Festes Schuhwerk, Wanderstöcke und ein Erste-Hilfe-Kit sollten zur Standardausrüstung gehören. Im Sommer ist es etwas einfacher zu entscheiden, was man mitnimmt. Wenn es im Tal warm ist, ist das in der Regel auch auf dem Berg der Fall, wobei man auch hier schnelle Wetterumschwünge und eventuelle Gewitter nicht unterschätzen darf.

Vom Tal aus ist nicht unbedingt erkennbar, wie es oben aussieht

Im Herbst kommen ein paar Schwierigkeiten hinzu. "Man muss zuerst mal bedenken, dass die Tage kürzer werden und die Lage oben erstens eine andere sein kann als im Tal und zweitens sehr stark wechseln kann", sagt Matthias Hill vom Deutschen Alpenverein (DAV) in Immenstadt. Als Beispiel nennt er eine Tour über die Nagelfluhkette vom Steineberg zum Stuiben. "Der Weg wechselt hier von der Süd- auf die Nordseite. Zuerst kann es wohlig warm sein und dann plötzlich erreicht man Schnee und es geht ein kalter Wind. Das erwartet man nicht, wenn man zum Beispiel von Gunzesried aus startet, das ist von da nicht einsehbar." (Lesen Sie auch: Essen, Trinken, Wandern: 15 Allgäuer Berghütten für jeden Geschmack)

Feste Schuhe, mit denen man nicht umknicken kann, sind das Mindeste für eine gute Bergtour.
Feste Schuhe, mit denen man nicht umknicken kann, sind das Mindeste für eine gute Bergtour.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Matthias Hill: "Mütze, Handschuhe und eine warme Hose gehören immer dazu"

Hier rät der ausgebildete Tourenleiter ausreichend Kleidung mitzunehmen, damit man nicht plötzlich frieren muss. "Mütze, Handschuhe, eine warme Hose gehören immer dazu." Er empfiehlt auch sogenannte Snowlines. Das ist eine leichte Form von Steigeisen, die man um jeden Bergschuh schnallen kann. Gerade Stellen, an denen wenig Schnee liegt, können gefährlich sein und so gut überwunden werden. "Wenig Schnee ist viel schwieriger als eine Stelle, die dick mit Schnee bedeckt ist. Auf einer dicken Schneeschicht kann man gut Halt finden", sagt der Experte. "Aber wenn es nur eine dünne Schicht ist, die dann auch noch tagsüber kurz antaut und Nachts wieder gefriert, hat man mit Eis glasierte Stellen, die sehr rutschig sind", fügt er hinzu.

Gerade dünne Schneeschichten haben es in sich. Hier empfehlen sich "Snowlines".
Gerade dünne Schneeschichten haben es in sich. Hier empfehlen sich "Snowlines".
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Kurze Touren im Allgäu sind die Wahl im Herbst

Außerdem rät er für herbstliche Touren eine Stirnlampe mitzunehmen. "Die ist nicht schwer und im Falle des Falles sehr hilfreich."

Das A und O sei aber eine gute Planung, rät der Experte. Die könne man sich sehr gut mit Webcams erleichtern. "Hier sehe ich sofort, ob ein Weg noch begehbar ist und wo überall Schnee liegt, bzw. ob es überhaupt keine Sicht gibt." Webcams im gesamten Alpenraum können unter foto-webcam.eu abgerufen werden. Ein interessantes Detail ist, dass die Seite sogar eine Archivfunktion hat und man das aktuelle Bild mit Aufnahmen aus der Vergangenheit vergleichen kann.

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Insgesamt ist der Herbst aber die Zeit für kurze Touren: Wer hoch hinaus will kommt zwangsläufig in den Schnee und viele Hütten sind bereits geschlossen.

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