Die ersten vier Minuten entscheiden

Erste Hilfe bei Herzstillstand: Das muss man beachten

In Erste-Hilfe-Kursen wird den Teilnehmern anhand einer Reanimationspuppe gezeigt, wie die Wiederbelebung mit Hilfe eines Defibrillators abläuft.

In Erste-Hilfe-Kursen wird den Teilnehmern anhand einer Reanimationspuppe gezeigt, wie die Wiederbelebung mit Hilfe eines Defibrillators abläuft.

Bild: Jens Kalaene, dpa

In Erste-Hilfe-Kursen wird den Teilnehmern anhand einer Reanimationspuppe gezeigt, wie die Wiederbelebung mit Hilfe eines Defibrillators abläuft.

Bild: Jens Kalaene, dpa

Erste Hilfe rettet täglich Leben. Doch viele wissen nicht, was im Ernstfall zu tun ist. Ein Allgäuer Experte vom Roten Kreuz klärt auf, worauf zu achten ist.
14.06.2021 | Stand: 17:31 Uhr

Bei einem medizinischen Notfall ist einen schnelle, gezielte Hilfe enorm wichtig. Das zeigte zuletzt der Fall des dänischen Fußball-Stars Christian Eriksen: Der 29-Jährige war während des EM-Spiels Dänemark-Finnland auf dem Platz zusammengebrochen. Rettungskräfte mussten den Mittelfeldspieler nach einem Herzstillstand reanimieren. Mittlerweile befindet sich Eriksen in einem stabilen Zustand.

Meistens sind aber keine Notärzte oder Rettungskräfte in unmittelbarer Nähe, wenn eine Person das Bewusstsein verliert. Was muss man also als Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung beachten? Frank Schönmetzler vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) beantwortet die wichtigsten Fragen.

Erste Hilfe: Wie verhalte ich mich, wenn eine Person einen Herzstillstand erleidet?

Eine Person bricht zusammen. Woran erkennt man, ob sie einen Herzstillstand erlitten hat?

Frank Schönmetzler: Dabei geht man nach einem Schema vor. Zuerst wird überprüft, ob die Person ansprechbar ist. Ist das nicht der Fall, kontrolliert man die Atmung. Atmet die Person nicht, kontaktiert man umgehend den Notruf mittels der Nummer 112 und beginnt mit der Herzdruckmassage.

Worauf muss man als Laie achten, bis der Rettungsdienst vor Ort ist?

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Schönmetzler: Man muss sehr schnell handeln und rasch mit der Reanimation beginnen. Falls es mehrere Helfer gibt, sollte man die Aufgaben aufteilen. Eine Person übernimmt die Wiederbelebung, eine andere kann einen Defibrillator holen. Die gibt es an vielen öffentlichen Orten, wie Feuerwehren und Schulen. Außerdem kann man beim Notruf erfragen, wo der nächste Defibrillator zu finden ist. (Lesen Sie auch: Corona reißt Lücke in Erste-Hilfe-Ausbildung)

Wie lange hat man Zeit, um in so einer Situation lebensrettende Maßnahmen einzuleiten?

Schönmetzler: In den ersten vier Minuten sollte bereits gehandelt werden. Das Hauptproblem ist, dass das Blut im Körper steht und das Gehirn somit nicht mit dem nötigen Sauerstoff versorgt wird. Danach kommt es in der Regel schon zu ersten Schäden am Gehirn.

In Kempten braucht die Rettung durchschnittlich weniger als zehn Minuten

Wie lange dauert es durchschnittlich bis der Rettungswagen oder Notarzt da ist?

Schönmetzler: Es gibt eine statistische Auswertung für das Stadtgebiet Kempten. Demnach braucht die Rettung hier im Schnitt 9,6 Minuten. Im ländlichen Umland dauert es teilweise deutlich länger. Außerdem haben wir zu wenig Fahrzeuge. Besonders an schönen und heißen Tagen ist der Rettungsdienst stark ausgelastet und wir haben lediglich zwei Rettungswagen.

Viele Bürgerinnen und Bürger absolvieren einen Erste Hilfe-Kurs im Zuge der Führerscheinausbildung. Man sollte sein Wissen aber auch danach in gewissen Abständen auffrischen, oder?

Schönmetzler: Generell gibt es da keine Regelung für Privatpersonen, aber es empfiehlt sich, alle zwei Jahre an einem Kurs teilzunehmen. Viele Betriebe bieten das sogar ihren Arbeitnehmern an. (Lesen Sie auch: Wie Helfer trainieren, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt)

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