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Hilfe für alle, die auf Entzug sind

Fußball Die große Lücke fehlender Livespiele lässt sich mit einigen TV-Dokus stopfen: Drei Tipps der Redaktion
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Von fhu
23.03.2020 | Stand: 16:31 Uhr

Was tun in diesen Tagen, in denen sich das Leben vielerorts zwangsläufig in den eigenen vier Wänden abspielt? Kein Live-Fußball, nirgendwo im Fernsehen. Wiederholungen von irgendwelchen Zweitligaspielen aus dieser Saison taugen auf Dauer nicht wirklich als abendfüllendes Programm. Was bleibt dem Fußball-Fan auf kaltem Entzug? Die beiden Streaming-Anbieter Amazon Prime und Netflix haben einige Fußball-Dokumentationen im Angebot. Drei Tipps, um die Fußball-Zwangsferien zu überbrücken.

(Netflix): Diego Armando Maradona als Trainer eines mexikanischen Zweitligisten in Sinaloa? Einer Region, die vor allem für ihr Drogen-Kartell weltbekannt ist. Diego, der Heißmacher, der Motivator, der aus dem Zweitligakellerkind Dorados einen Aufstiegsanwärter formt. Diego ist bemitleidenswert, wenn er mit seinen arthritischen Knien kaum die Treppe im Stadion hinaufkommt. Dem einst größten Fußballer der Welt nahezukommen, das ist dramatisch, lustig und peinlich zugleich. „Ich frage mich, wie erfolgreich meine Karriere verlaufen wäre, wenn ich auf die Drogen verzichtet hätte“, sinniert Maradona in einer der sieben Folgen. Nicht minder spannend ist der Maradona-Film, der 2019 in den Kinos lief und nun bei Amazon Prime zu sehen ist.

(Netflix): Hier gibt es keine Titel und Triumphe zu bestaunen, sondern Tränen der Trauer. Eigentlich wollten die Macher der acht Episoden den AFC Sunderland nach dem Abstieg aus der Premier League bei seiner Rückkehr genau dorthin begleiten. Es wird allerdings das Protokoll des tiefen Falls in die Drittklassigkeit in der Saison 2017/18. Die Serie zeigt unter anderem Management-Fehler auf. Der AFC Sunderland kommt dabei wie der englische Bruder des 1. FC Kaiserslautern daher. Treue Fans, in einer rauen, nicht gerade von wirtschaftlichem Reichtum geprägten Umgebung. Trotzdem pilgern zu jedem Heimspiel 30 000 und mehr Fans. Die zweite Staffel startet am 1. April und handelt von der Saison 2018/19. Und so viel sei gesagt: Es wird nicht weniger dramatisch.

(Amazon Prime): Die Eröffnungssequenz setzt den Ton. Sie zeigt Star-Trainer Pep Guardiola bei der Halbzeitansprache während eines Champions-League-Spiels. Die acht Folgen offenbaren, wie pedantisch der ehemalige Bayern-Trainer arbeitet, akribisch auf jedes Detail achtet. So nahe hat noch kein internationaler Spitzenclub die Kameras an sich herankommen lassen. Der Blick hinter die Kulissen ist interessant, obwohl natürlich nicht wirklich alles zu sehen ist. Denn gerade Manchester City steht wegen seiner intransparenten Finanzstruktur und Verstößen gegen das Financial Fairplay vor dem Champions-League-Ausschluss. Der wahre City-Star ist zudem kein Weltklasse-Kicker, sondern Zeugwart Brandon Ashton. Eine ähnliche Serie gibt es über Borussia Dortmund.

In der ARD-Mediathek lässt sich kostenlos die halbstündige Dokumentation über Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin anschauen. Amazon widmet sich Traditionsverein Leeds United („Take us home“) und seinem charismatischen Trainer Marcelo Bielsa. Dort läuft auch der Film „Kroos“ über DFB-Star Toni Kroos.

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