Folgen für Wetter in der Region

Himmel sieht diesig aus: Rauch von US-Waldbränden zieht über Deutschland

Der Hopfensee leuchtet im Sonnenaufgang vor dem Panorama der Alpen. Die US-Waldbrände lassen den Sonnenauf- und -untergang derzeit teilweise anders aussehen.

Der Hopfensee leuchtet im Sonnenaufgang vor dem Panorama der Alpen. Die US-Waldbrände lassen den Sonnenauf- und -untergang derzeit teilweise anders aussehen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Der Hopfensee leuchtet im Sonnenaufgang vor dem Panorama der Alpen. Die US-Waldbrände lassen den Sonnenauf- und -untergang derzeit teilweise anders aussehen.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Die Waldbrände an der Westküste der USA haben auch Auswirkungen auf Deutschland. Was das für das Wetter im Allgäu bedeutet.

16.09.2020 | Stand: 11:22 Uhr

Derzeit toben die schlimmsten Waldbrände an der Westküste der USA seit Aufzeichnungen um 1930: Mehr als 30.000 Feuerwehrleute und Helfer sind im Einsatz, um der Flammen in zehn Bundesstaaten Herr zu werden. Schon jetzt sind laut Behörden rund 19.000 Quadratkilometer Land verkohlt, was etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz entspricht. Mehr als 34 Personen sind bereits gestorben, dutzende gelten als vermisst, tausende sind auf der Flucht

Der Rauch der Brände ist in große Höhen aufgestiegen und wird vom Wind über den Atlantik Richtung Europa getragen. "Wir haben auf der Nordhalbkugel in unseren Breiten westliche Winde in der Höhe, durch diese Winde wird der Rauch zu uns transportiert", erklärt Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor.de auf Anfrage unserer Redaktion.

Staubschicht über Deutschland

Wie das Leibniz-Instituts für Troposphärenmessung (Tropos) in Leipzig berichtet, schwebt seit Freitag eine Staubschicht über Deutschland. Die Schicht ist von anfangs 10 bis 12 übers Wochenende auf 5 bis 10 Kilometern Höhe gesunken. Auch zu Wochenbeginn hielt die Rauchschicht noch an und ist inzwischen auf rund vier Kilometer Höhe gefallen. „Auch am Montag ist immer noch beeindruckend viel Rauch in der Atmosphäre“, berichtet Holger Baars vom Tropos.

Er erklärt: Ruß- und Aschepartikel bilden über den Brandherden in den USA Feuerwolken. Durch die Hitze können die Gewitterwolken in große Höhen aufsteigen. Diese hoch reichende Gewitterwolken, so genannte Pyrocumulonimbus-Wolken, bilden sich jedoch nur bei sehr großen Waldbränden mit sehr hohen Temperaturen, und wirken dann aber wie ein Fahrstuhl: "Wenn die Rauchpartikel die Troposphäre überwunden haben, befinden sie sich oberhalb der Regenwolken und werden durch Regen nicht wieder aus der Atmosphäre ausgewaschen." Bedeutet: Diese Partikel können dann ähnlich der Asche von Vulkanausbrüchen lange unterwegs sein und mit den Höhenwinden große Entfernungen über die Kontinente hinweg überwinden.

Deshalb sieht unser Himmel anders aus

Die Folgen der Brände und der Staubschicht für das Wetter in der Region: Die Staubschicht schwächt das Sonnenlicht ab, der Himmel sieht phasenweise diesig oder milchig aus. Laut Messungen haben die Rauchschichten einen stärkeren Einfluss als sonst. 

Eine weitere Folge: Sonnenauf- und -untergang sehen derzeit farbenprächtiger aus. Dies ist typisch für Staub am Himmel, egal welcher Quelle, erklärt ein Wetterexperte. Der Staub filtere alle anderen Farben so stark heraus, dass nur noch die rötlichen Farbtöne übrigbleiben. 

Bilderstrecke

USA: Verheerende Waldbrände an der Westküste