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Hochland in Heimenkirch verkauft mehr Käse als je zuvor

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Das Stammwerk von Hochland befindet sich im Westallgäuer Heimenkirch. Der Käsehersteller wird den Standort in den nächsten Jahren ausbauen.

Bild: Hochland

Das Stammwerk von Hochland befindet sich im Westallgäuer Heimenkirch. Der Käsehersteller wird den Standort in den nächsten Jahren ausbauen.

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Das Unternehmen trotzt der Corona-Pandemie und plant Investitionen in Rekordhöhe. Vor zwölf Monaten war der Vorstand noch skeptisch.
28.04.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Menschen essen immer – auch in der Pandemie. Das macht sich bei Hochland bemerkbar. Der Käsehersteller mit Sitz in Heimenkirch (Westallgäu) hat im vergangenen Jahr fast 400 .000 Tonnen Käse verkauft – so viel wie nie zuvor. Und auch der Ausblick ist positiv. „Ich kann mir vorstellen, dass wir das Jahr 2020 beim Absatz, Umsatz und Ergebnis leicht übertreffen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Stahl bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag.

Vor zwölf Monaten war der Vorstand von Hochland angesichts Corona noch skeptisch. „Es ist Gott sei Dank anders gekommen“, sagte Stahl. In der Pandemie haben die Menschen mehr zu Hause gegessen und entsprechend eingekauft. Profitiert haben die bekannten Marken des Käseherstellers, allen voran Patros, Gervais und Hochland. Sie sind teils deutlich zweistellig gewachsen.

Hochland in Heimenkirch verkauft mehr Käse als je zuvor

Allerdings sind nicht alle Segmente unbeschadet durch die Pandemie gekommen. Bedingt durch den Lockdown brach der Absatz an die Gastronomie teilweise fast vollständig weg. Der Bereich Food Service, unter den beispielsweise der Verkauf an Restaurant-Ketten fällt, ging um zwölf Prozent zurück. Besonders gelitten habe das Geschäft in den USA und in Spanien.

Für die Zukunft sieht sich Hochland gut gerüstet und investiert eine Rekordsumme in seine Standorte. Der Vorstand hat dafür im vergangenen Jahr 140 Millionen Euro freigegeben. Das Geld fließt auch in die Region. Das Werk in Heimenkirch wird Hochland in zwei Schritten bis 2030 erheblich ausbauen. Geplant sind unter anderem ein Hochregallager und ein Parkhaus. 50 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Investieren wird Europas größter privater Käsehersteller auch in Schongau. Dort ist ein Hochregallager geplant. Zudem will Hochland im Sommer mit der Produktion von Hüttenkäse beginnen. Aktuell wird sie von Danone in Rosenheim nach Schongau verlagert. (Lesen Sie auch: Hochland in Heimenkirch will wachsen - ein weiterer Schritt ist getan)

Die vegane Hochland-Tochter Simply V. wächst

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Hochland ist allerdings längst nicht mehr nur Käse. Mit der Eva GmbH produziert eine Tochter in zwei Werken im Westallgäu unter der Marke Simply V. vegane Alternativen, die wie Käse genutzt werden können. Das Unternehmen wachse „deutlich überproportional“, sagte Vorstand Hubert Staub. Die Produkte „treffen den Zeitgeist“.

Mit Beet Gold ist zudem ein weiteres Start-Up des Käseherstellers dabei, sich am Markt zu etablieren. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen produziert pflanzliche Produkte – die ersten sind Gemüse-Tortillas, die aus Trester hergestellt werden.

Zahlen aus der Hochland-Bilanz

  • Absatz: 394 000 Tonnen Käse, ein Plus von 4,3 Prozent.
  • Umsatz: 1,6 Milliarden Euro, ein Plus von 2,2 Prozent. Das im Vergleich zum Absatz niedrigere Wachstum liegt am Wechselkurs Rubel zu Euro. Die russische Währung hat 2020 stark abgewertet. In Russland ist Hochland Marktführer.
  • Ertrag: 77,6 Millionen Euro vor Steuern (minus vier Millionen Euro). Grund des Rückganges: Hochland hat 14,9 Millionen Euro auf den Wert der US-Tochter abgeschrieben.
  • Regionen: 37 Prozent des Umsatzes stammen aus Deutschland. 31,2 Prozent aus anderen EU-Ländern; 31,8 Prozent aus dem Rest der Welt.
  • Beschäftigte: 5518, davon 2096 in Deutschland.
  • Werbeaufwendungen: 35,6 Millionen Euro.
  • Standorte: 20 in Europa, Amerika und Australien.