Curling

Hoffnungsschimmer für deutsche Curler - Sieg gegen Tabellenführer Norwegen

Überraschten bei der WM in Kanada mit einem Sieg gegen Spitzenreiter Norwegen. Die deutschen Curler (von links) Dominik Greindl, Joshua Sutor, Sixten Totzek, Marc Muskatewitz und Klaudius Harsch.

Überraschten bei der WM in Kanada mit einem Sieg gegen Spitzenreiter Norwegen. Die deutschen Curler (von links) Dominik Greindl, Joshua Sutor, Sixten Totzek, Marc Muskatewitz und Klaudius Harsch.

Bild: Agentur Cubed

Überraschten bei der WM in Kanada mit einem Sieg gegen Spitzenreiter Norwegen. Die deutschen Curler (von links) Dominik Greindl, Joshua Sutor, Sixten Totzek, Marc Muskatewitz und Klaudius Harsch.

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Nach fünf Niederlagen zum WM-Start schöpfen das deutsche Curling-Team und Bundestrainer Uli Kapp aus Füssen wieder Hoffnung.
06.04.2021 | Stand: 16:50 Uhr

Uli Kapp nimmt bei dieser Sprachnachricht an die Heimatzeitung kein Blatt vor den Mund. Er sei – wie seine Jungs – nach einem langen und intensiven Ostermontag jetzt einfach nur kaputt. „Wir gehen jetzt alle mal schlafen. Schöne Grüße aus Calgary ins Allgäu“, sagt der 49-jährige Curling-Bundestrainer aus Füssen. Acht Stunden Zeitunterschied zwischen der Heimat und der kanadischen Olympiastadt sorgen dafür, dass die Fans in Deutschland die WM entweder schlaftrunken auf dem Youtube-Kanal verfolgen oder sich frühmorgens mit den nackten Ergebnissen begnügen müssen.

Junge deutsche Truppe muss fünf Niederlagen in Serie einstecken

Und die ersten Resultate der deutschen Curling-Männer, die dem CC Füssen und den Baden Hills angehören, waren aus der Kategorie „Abhaken“. Gegen Japan (5:8), die Schweiz (5:8), USA (5:7), Italien (3:9) und Russland (4:6) setzte es fünf Niederlagen in Serie. Und obwohl Kapp und seine mit drei Junioren sehr jung besetzte Truppe mit nicht allzu hohen Erwartungen nach Kanada gereist war, tendierte die Grundstimmung nach dem Auftakt gegen frostig.

Überraschungssieg gegen Tabellenführer Norwegen

Doch Kapp relativiert die Pleitenserie: „Wir waren nicht so viel schlechter als unsere Gegner. Und wenn wir ausgebuffter sind, gehen wir gegen die USA als Sieger vom Eis.“ Da kam die Partie gegen den Tabellenführer Norwegen, der seine fünf Auftaktbegegnungen allesamt gewonnen hatte, gerade recht. „Die Jungs haben die absolute richtige Reaktion gezeigt“, lobt Kapp. Der 8:6-Überraschungssieg wurde auch international hoch gelobt und nicht als Zufallsprodukt abgetan. „Das zeigt nur, wie eng das Leistungsniveau hier beieinanderliegt“, ist Kapp überzeugt.

Muskatewitz muss wegen starker Schmerzen aufhören

Auch gegen Schottland sah die deutsche Auswahl wie der sichere Sieger aus, führte 5:1 und 6:2. Der Ausfall von Marc Muskatewitz, den wegen eines Weisheitszahnes arge Schmerzen plagten, brachte aber die Wende. „Die Schotten haben uns dann mit Weltklasse-Curling an die Wand gespielt und 9:8 gewonnen“, berichtet Kapp – ohne zerknirscht zu sein. „Wenn wir auf diesem Niveau weiterspielen, sind wir auch gegen die restlichen Vorrundengegner nicht chancenlos.“

Dänemark, Korea, China und die Niederlande seien zu knacken, bei Schweden und Kanada müsse dann schon ein kleines Wunder helfen. Platz sechs oder sieben und damit das Olympiaticket für Peking 2022 scheinen plötzlich nicht mehr ganz außer Reichweite.

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