Nordische Ski-WM

Ärger bei Umbau des Langlaufstadions in Oberstdorf: Der Wall muss weg

Der Erdwall am Langlaufzentrum im Ried muss beseitigt werden, das hat der Oberstdorfer Gemeinderat beschlossen. Umgesetzt wird das Vorhaben aber wohl erst nach der Nordischen Ski-WM.

Der Erdwall am Langlaufzentrum im Ried muss beseitigt werden, das hat der Oberstdorfer Gemeinderat beschlossen. Umgesetzt wird das Vorhaben aber wohl erst nach der Nordischen Ski-WM.

Bild: Benjamin Liss

Der Erdwall am Langlaufzentrum im Ried muss beseitigt werden, das hat der Oberstdorfer Gemeinderat beschlossen. Umgesetzt wird das Vorhaben aber wohl erst nach der Nordischen Ski-WM.

Bild: Benjamin Liss

Gemeinderat votiert dafür, das Material am Langlaufzentrum Ried zu beseitigen, das im Zuge der Bauarbeiten für die Nordische Ski-WM liegen geblieben war.
21.11.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Das Votum fiel deutlich aus. Einstimmig beschloss der Oberstdorfer Gemeinderat, dass der Erdwall am Langlaufzentrum im Ried beseitigt werden muss. Das Material war dort wie berichtet nach dem Abschluss des Umbaus der Sportanlage vor der Nordischen Ski-WM abgelagert worden. Das missfiel vielen Oberstdorfern – jetzt muss der Wall beseitigt worden. Auf Kritik stießen die hohen Kosten von 95000 Euro, die für Abtransport und Entsorgung der 3000 Kubikmeter Aushubmaterials anfallen.

Kritik im Gemeinderat: "Die Erde ist nicht vom Himmel gefallen"

„Der Wall muss weg“, brachte Vize-Bürgermeister Fritz Sehrwind (CSU) auf den Punkt, was auch seine Gemeinderatskollegen forderten. „Es war nie geplant, einen Wall an der Stelle aufzurichten“. Auch Michael Finger (Grüne/ÖDP) zeigte wenig Verständnis: „Die Erde ist nicht vom Himmel gefallen.“

„Wir haben gutes Material von Schanze und Schneiteich aufbereitet und wieder eingebaut“, erklärte Florian Speigl, Projektleiter des WM-Bauprogramms. „Aber es ist mehr übrig geblieben als erwartet.“ Um keine Mehrkosten zu verursachen, habe man das Material vor Ort abgelagert.

Jetzt werden die zusätzlichen Kosten doch noch fällig: Abfuhr und Entsorgung der 3000 Kubikmeter Material kosten rund 95 000 Euro, erklärte Speigl. Diese Summe stieß im Rat auf Kritik. „Wenn es kein belastetes Material ist, muss es mit 50000 Euro erledigt sein“, sagte Bernhard Müller (CSU), der kritisierte, dass man keine andere Lösung gefunden hatte: „3000 Kubikmeter muss man auf einer Fläche in dieser Größe doch irgendwo unterbringen.“ Man habe verschiedene Varianten geprüft, erklärte Speigl. Der Landkreis habe einen Teil des Materials für die Arbeiten am Riedbergpass übernommen, aber ein Rest sei dennoch übrig geblieben.

Material wird erst nach der Ski-WM abtransportiert

Beseitigt wird die Erdmauer wohl erst nach der Sport-Großveranstaltung. „Die Planer haben uns empfohlen, den Wall erst nach der WM abzutragen“, sagte Speigl. Sonst würden die bereits fertiggestellten Flächen beschädigt. Das bestätigte auch Fidel Joas (FW). „Auch wenn es aus sich der WM wünschenswert wäre, wenn der Wall weg wäre.“

Durch die Kosten für die Beseitigung des Materials steigen die Kosten für das WM-Bauprogramm, die kurz vor Abschluss ohnehin rund 200 000 Euro über dem Projektbudget von 42 Millionen Euro liegen. Das kritisierte Peter Titzler (FW): „Auf der Zielstrecke sind die Kosten doch noch aus dem Ruder gelaufen.“

Was zahlt die Ausfallversicherung

Auf Wunsch des Gemeinderats nahm WM-Geschäftsführer Moritz Beckers-Schwarz in der Sitzung noch einmal Stellung zu der Ausfallversicherung, die dann zahlt, wenn die Sport-Großveranstaltung ohne Eigenverschulden der Organisation abgesagt oder verschoben werden muss. „Wir sind abgesichert und auch weggefallende Einnahmen aus Ticketverkauf und Vermarktung werden ausgeglichen“, erklärte Beckers-Schwarz. Noch nicht gedeckt seien die Mehrkosten für das Corona-Hygienekonzept für die Sport-Großveranstaltung im Frühjahr. „Aber wir sind gerade dabei diese Lücke zu schließen.“