Verkehr

Ärger wegen belegter Behindertenparkplätze in Immenstadt

Weil Parkplätze für Menschen mit Behinderungen entweder besetzt oder blockiert sind, gibt es immer wieder Ärger.

Weil Parkplätze für Menschen mit Behinderungen entweder besetzt oder blockiert sind, gibt es immer wieder Ärger.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Weil Parkplätze für Menschen mit Behinderungen entweder besetzt oder blockiert sind, gibt es immer wieder Ärger.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Ein Schwerbehinderter kritisiert die Blockade von Stellplätzen an einem Markt in Immenstadt. Unternehmen Feneberg verweist auf Übergangslösung.
25.05.2021 | Stand: 17:15 Uhr

Henning Kahle ist ganz schlecht zu Fuß. Deshalb ist der Immenstädter mit Schwerbehinderten-Ausweis bei Einkäufen auf die Parkplätze angewiesen, die vor den Märkten für Menschen mit Behinderungen eingerichtet wurden. Seit Jahren ärgert ihn schon, dass er im Frühjahr die als Behindertenparkplätze ausgewiesenen Flächen vor der Feneberg-Filiale in Immenstadt, Kemptener Straße, nicht nutzen kann. Dort werden im Frühjahr die beiden Behindertenparkplätze wochenlang mit Pflanzen-Angeboten blockiert. Sonst sei dafür kein anderer Platz vorhanden, heißt es von Feneberg. Als Ausgleich habe die Filiale gleich daneben einen anderen Parkplatz für Menschen mit Behinderungen ausgezeichnet.

Tatsächlich haben Menschen mit einer Schwerbehinderung auf Parkplätzen vor Lebensmittel- oder Supermärkten einen Anspruch auf Behindertenstellplätze. Das regelt die Bayerische Garagen- und Stellplatzverordnung. Wie das Landratsamt Oberallgäu mitteilt, „muss bei Verkaufsstätten in der Regel ein Prozent der notwendigen Stellplätze, mindestens jedoch ein Stellplatz barrierefrei gestaltet sein“. Barrierefreie Stellplätze sollten in der Nähe von Eingängen liegen, um den Nutzern lange Wege zu ersparen. Außerdem sollten sie so breit sein, dass Fahrer- und Beifahrertür ganz geöffnet werden können.

Kahle versteht nicht, „warum der Feneberg Behindertenparkplätze ausweist und sie dann selbst blockiert“. Könnten die Pflanzen nicht auch woanders untergebracht werden? Er sei zu 100 Prozent gehbehindert und auf einen Stellplatz nahe des Eingangs angewiesen. Und damit stehe er nicht allein. Auch andere Menschen mit Behinderungen, die dort einkaufen, hätten sich, so wie er, bei der Filialleitung beklagt. Aber ohne Erfolg.

Kein anderer Platz vorhanden

Wie die Pressestelle von Feneberg in Kempten mitteilt, müssten in der Haupt-Blumenzeit im Frühjahr die beiden Behindertenparkplätze neben dem Eingang für die Ausstellung der Pflanzen verwendet werden. „Sonst steht leider kein Platz dafür zur Verfügung.“ Damit die Kunden mit Behinderung auch in dieser Zeit parken könnten, „wird ein anderer Parkplatz als Behindertenparkplatz ausgewiesen“. Die Blumen-Zeit sei übernächste Woche beendet, „dann stehen die Behindertenparkplätze wieder regulär zur Verfügung“.

Der Ausweichplatz sei aber laut Kahle zu schmal. Parkt daneben ein Liefer-Lkw, könne er kaum aus dem Auto steigen.

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