Führerschein im Oberallgäu

Fahrschulen dürfen wieder öffnen, doch die Schüler stauen sich

Axel Wagner gibt in der Fahrschule von Bressensdorf Online-Theorieunterricht. Aufgrund der Corona-Lockerungen dürfen die Schüler aber ab dem 22. Februar wieder vor Ort sein.

Axel Wagner gibt in der Fahrschule von Bressensdorf Online-Theorieunterricht. Aufgrund der Corona-Lockerungen dürfen die Schüler aber ab dem 22. Februar wieder vor Ort sein.

Bild: Benjamin Liss

Axel Wagner gibt in der Fahrschule von Bressensdorf Online-Theorieunterricht. Aufgrund der Corona-Lockerungen dürfen die Schüler aber ab dem 22. Februar wieder vor Ort sein.

Bild: Benjamin Liss

Die Fahrlehrer erwartet nach dem Lockdown eine Flut an Arbeit. Auch im Oberallgäu häufen sich die Anfragen. Doch das Problem der Fahrschulen sitzt tiefer.
13.02.2021 | Stand: 11:07 Uhr

Ab dem 22. Februar können die Fahrschulen in Bayern wieder loslegen. Eine Nachricht, auf die viele gespannt gewartet haben: Fahrlehrer gleichermaßen wie ihre Schüler. Doch mit der Lockerung tun sich für die Fahrschulen im Oberallgäu bereits neue Probleme auf. Denn in den Monaten des Stillstands haben sich die Kursanfragen angestaut, die jetzt wie eine Flut auf die Betroffenen zurollen.

Fahrlehrer-Mangel betrifft auch das Oberallgäu

Vorbereiten könne man sich darauf nur schwer, sagt Axel Wagner, Sonthofer Kreisvorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Fahrlehrer und Inhaber der Fahrschule von Bressensdorf, die in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf vertreten ist. „Wir freuen uns, dass wir wieder starten dürfen“, sagt Wagner, „aber es gibt da noch ein paar Probleme.“ Unklar ist, wie die Fahrschulen die vielen Anfragen bewältigen sollen. „Die Fahrlehrer waren bislang auch schon ausgelastet“, sagt Wagner. Deutschlandweit gebe es einen Mangel an Fahrlehrern, daher könne man das Personal auch nicht einfach aufstocken.

Er beschäftige 13 Fahrausbilder. Wer in einen Fahrkurs einsteigen will, habe momentan bereits eine Wartezeit von einem Monat. Vor Kurzem hat Wagner mit dem Online-Theorieunterricht begonnen. Hierfür musste er beim Landratsamt eine Genehmigung einholen, die aber mit den Lockerungen ihre Gültigkeit verliert. Ab dem 22. Februar gibt es wieder Präsenzunterricht in den bayerischen Fahrschulen. „Wir sind froh, die Leute dann wieder direkt vor Ort zu haben“, sagt Wagner.

Fahrlehrer können im Auto keine Überstunden machen

Auch der Kemptener Kreisvorsitzende, Wolfgang Hammes, sieht die Lage kritisch. Er ist Inhaber von Wolfis Fahrschule in Betzigau. „Wir werden die Stunden nicht nacharbeiten und das Geld nicht reinholen können“, sagt er. Laut Gesetz darf ein Fahrlehrer am Tag maximal 495 Minuten Unterricht geben. Das entspricht elf Fahrstunden von je 45 Minuten. Einfach mehr zu arbeiten und Überstunden im Auto zu machen, ist gesetzeswidrig. „Teilweise können wir aber erst mittags anfangen“, sagt Hammes. Vormittags hätten viele Fahrschüler keine Zeit.

FFP2-Maskenpflicht im Auto während der Fahrstunden

Doch der Andrang ist groß. Seitdem klar ist, wann es wieder losgeht, laufen die Telefone heiß. Laut Hammes gibt es einige Fahrschulen, die bereits im November einen Aufnahmestopp verhängt haben. Jetzt soll es der Reihe nach gehen. „Diejenigen, die schon lange warten, sind als Erste dran“, sagt Hammes. Neben dem Schülerstau kommen weitere Erschwernisse durch die Corona-Auflagen hinzu, wie zum Beispiel das Tragen der FFP2-Maske im Auto. Noch ist nicht bekannt, wie lange die getragen werden darf und wann eine Pause gemacht werden muss. Auch das wird die Planung der Fahrstunden beeinflussen.

Etwas entspannter blickt Norbert Pfattischer auf die Entwicklungen. Er ist Inhaber der Fahrschule Weinfurter in Blaichach. Neben ihm arbeitet dort aushilfsmäßig nur noch ein weiterer Fahrlehrer. „Bei uns läuft das ganz geschmeidig“, sagt Pfattischer über die Organisation der nächsten Wochen. „Ich kenne jeden Fahrschüler und weiß, bei wem die Zeit drängt und bei wem nicht“, erzählt der 44-Jährige.

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„Wunderbar“, so kommentiert er die Lockerungen. Gleichzeitig weist er jedoch darauf hin, dass immer noch die Gefahr bestünde, sich anzustecken. Daher werde er sehr vorsichtig sein. Wie viele andere Fahrschulen auch, war Pfattischer mit dem Lockdown in eine schwierige finanzielle Lage gerutscht. Derzeit lebe er von seinen Rücklagen. Die große Unsicherheit der vergangenen Wochen hat ihn sehr beschäftigt. Er hatte schon überlegt, sich nach einem Nebenjob umzusehen. Dazu wird es jetzt wohl nicht kommen.

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