Einbußen durch Corona

150.000 Euro weniger pro Monat in Oberstaufen, weil der Kurbeitrag ausfällt

Bäumenheim

Der Finanzplan der Gemeinde Oberstaufen schließt bis 2026 mit einem Finanzierungsdefizit von rund 10,5 Millionen Euro.

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Der Finanzplan der Gemeinde Oberstaufen schließt bis 2026 mit einem Finanzierungsdefizit von rund 10,5 Millionen Euro.

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Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie belasten die Finanzen von Oberstaufen. Investitionen im Haushalt sind auf das Nötige begrenzt.
03.05.2021 | Stand: 14:37 Uhr

Ohne Neuverschuldung kommt die Marktgemeinde Oberstaufen heuer nicht über die Runden. Hauptamtsleiter Christian Schiebel, der diesmal als Interimskämmerer fungierte, mahnte deshalb in der jüngsten Gemeinderatssitzung an, mit spitzem Stift zu rechnen. Größte Einnahmen: Zuführung vom Verwaltungshauhalt 1,3 Millionen Euro, Entnahme aus Rücklagen 1 Million, Darlehen neu 2,49 Millionen, Kreditaufnahme aus vergangenem Jahr 3,21 Millionen, Verkauf von Grundstücksflächen knapp 1 Million Euro. Größte Ausgaben: Grunderwerb 2,4 Millionen Euro, Straßenbau 1,025 Millionen, Abwasserkanalnetz 1,6 Millionen, Breitbandausbau 1,1 Millionen, Wasserversorgung 2 Millionen, Grundstückserwerb 2,4 Millionen.

Der Verwaltungshaushalt beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf 21,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben auf knapp 12 Millionen Euro. Vorgesehen ist eine Kreditaufnahme für Investitionen im Vermögenshaushalt der Gemeinde in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro sowie rund 2,3 Millionen Euro für den „Tourismus Eigenbetrieb Oberstaufen“ (TEO). Der voraussichtliche Anstieg der Kosten für den Markt Oberstaufen und den Tourismus Eigenbetrieb TEO beläuft sich bis Jahresende auf 15 Millionen Euro. Daraus resultiert eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2000 Euro.

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Bezüglich der Steuereinnahmen habe man im vergangenen Jahr noch zufrieden sein können. Gleichwohl stünde 2022 ein hartes Jahr bevor, und die Tilgungen würden die Finanzen belasten. Zudem drohe künftig ein Anstieg der Kreisumlage bei gleichzeitiger Reduzierung der Schlüsselzuweisungen. Deshalb forderte Schiebel das Gremium auf, baldmöglichst Prioritäten bei künftigen Investitionen zu setzen.

„Wir können mit bestem Wissen und Gewissen hinter dem Zahlenwerk stehen“, merkte Bürgermeister Martin Beckel zur Haushaltssatzung an, die das Gremium einstimmig genehmigte. Die Investitionen seien ohnehin auf das Notwendigste begrenzt

Keine Urlauber, keine Gäste: Pandemiebedingt müssen die gemeindlichen Gesellschaften, Tourismus Eigenbetrieb Oberstaufen und Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH (OTM) gravierende Einnahmeausfälle verkraften. In der derzeitigen Lage ohne Gäste seien allein bei den Kurbeiträgen Einbußen von 150 000 Euro pro Monat zu verzeichnen.

Oberstaufen investiert in Aquaria und Kurpark

Dennoch dürfe man sich gerade jetzt bezüglich des Ausbaus der touristischen Infrastruktur nicht totsparen. Einstimmig votierte das Gremium für die vorgestellten Finanzierungspläne. So stehen laut Christian Schiebel beim TEO heuer Baumaßnahmen (unter anderem im Aquaria und im Kurpark) in Höhe von 5,5 Millionen Euro an. Der Fehlbetrag im Erfolgsplan 2021 schließt mit 2,4 Millionen Euro, der Vermögensplan beziffert die Einnahmen und Ausgaben auf sechs Millionen Euro.

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Um die Investitionen zu decken, ist folgende Finanzierung geplant: Darlehensaufnahme in Höhe von 5,7 Euro (davon rund 2,3 Millionen Euro neues Darlehen und 3,4 Millionen Euro bereits im vergangenen Jahr genehmigte Darlehensaufnahme). Zudem kommt der Markt Oberstaufen mit 540 000 Euro für die Verlustübernahme auf und gibt einen Investitionszuschuss in Höhe von 460 000 Euro.

Wie Schiebel erklärte, schließt der Finanzplan bis 2026 mit einem Finanzierungsdefizit von rund 10,5 Millionen Euro.TEO liegen bei 2,7 Millionen Euro.