Sonthofen/Burgberg

4500 Menschen an der Ostrach besser vor Hochwasser geschützt

Hochwasserschutz

25 Millionen Euro kostete der Hochwasserschutz an der Ostrach im Raum Sonthofen-Burgberg. Jetzt ist der Ausbau bis auf Restarbeiten fertig.

Bild: Walter Bachmann

25 Millionen Euro kostete der Hochwasserschutz an der Ostrach im Raum Sonthofen-Burgberg. Jetzt ist der Ausbau bis auf Restarbeiten fertig.

Bild: Walter Bachmann

Der 25 Millionen Euro teure Ausbau im Bereich Sonthofen-Burgberg ist fast fertig. Der größte Wildbach im Allgäu hatte seine Gewalt 1999 und 2005 gezeigt. Damals gab es erhebliche Schäden.
05.05.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Nach über acht Jahren Bauzeit ist der Hochwasserschutz an der Ostrach von der Mündung in die Iller bis einschließlich dem Sonthofer Stadtteil Binswangen gewährleistet. Das ist eine rund 4,3 Kilometer lange Strecke. Der damals geschätzte Kostenrahmen von rund 25 Millionen Euro wurde laut Mitteilung des Wasserwirtschaftsamtes Kempten (WWA) eingehalten. Nach den letzten Arbeiten am Schwarzensteinwehr ist der Hochwasserschutz demnach jetzt voll funktionsfähig. Kleinere Restarbeiten und die Räumung der Baustelle werden voraussichtlich bis Juli abgeschlossen.

Mit dem Lückenschluss seien nun etwa 4500 Bewohner von Sonthofen und Burgberg wesentlich besser vor einem „100-jährlichen Hochwasser“ der Ostrach geschützt, heißt es. Die offizielle Einweihungsfeier soll zu gegebener Zeit nachgeholt werden.

Starkregen und Überflutungen in den Jahren 1999 und 2005 hatten die Hochwassergefahr an der Ostrach, dem größten Wildbach im Allgäu, deutlich aufgezeigt. Gerade im Bereich unmittelbar entlang der besiedelten Flächen von Sonthofen und Burgberg kam es damals zu erheblichen Schäden. Der Schutzstandard, insbesondere der Flussdeiche, hatte nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen. Das Wasserwirtschaftsamt begann 2005 mit der Planung der Ostrach-Ausbaus. 2010 wurde der wasserrechtliche Planfeststellungsbeschluss erteilt.

Das Mammutprojekt startete im Jahr 2011 und wurde laut Mitteilung ohne größere Verzögerungen in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Ziel war es, einen einheitlichen Hochwasserschutz „nach Stand der Technik“ an allen Deichabschnitten und Kreuzungsbauwerken herzustellen. Daneben wurde die Ostrach auf der gesamten Baustrecke ökologisch durchgängig ausgebaut und aufgewertet. Das WWA dankt den Anwohnern, die für den Ausbau notwendige Grundstücke zur Verfügung gestellt haben.

Das 25-Millionen-Euro-Projekt finanzieren der Freistaat und die Kommunen gemeinsam. Das Wasserwirtschaftsamt trägt den Löwenanteil. Sonthofen und Burgberg schultern gemeinsam etwa 30 Prozent. Für Sonthofen fiel demnach bislang ein Beteiligtenbeitrag von rund 5,7 Millionen an, für Burgberg waren es 910 000 Euro. Den beiden Kommunen greift wiederum der Landkreis Oberallgäu unter die Arme und übernimmt ein Drittel ihres Anteils.