Strahlenkeulen

5G-Ausbau im Oberallgäu: Jetzt gibt es Widerstand

Der 5G-Ausbau stößt bei Mobilfunk-Kritikern auf Widerstand. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Der 5G-Ausbau stößt bei Mobilfunk-Kritikern auf Widerstand. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Bild: Ulrich Weigel

Der 5G-Ausbau stößt bei Mobilfunk-Kritikern auf Widerstand. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet.

Bild: Ulrich Weigel

Der 5G-Ausbau im Allgäu läuft. Ist Widerstand zwecklos? In Immenstadt fragt eine neu gegründete Initiative: Wer will im Beam von bis zu 64 Strahlenkeulen stehen?

03.08.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Der Ausbau des Mobilfunk-Netzes mit dem 5G-Standard hat längst begonnen. In Sonthofen und Immenstadt hat die Telekom bereits erste Sendeanlagen mit der neuen Technik ausgerüstet. Zugleich wächst nun der Widerstand: Jetzt hat sich in Immenstadt eine „Mobilfunk-Bürgerinitiative für das Oberallgäu“ gegründet. Ziel der Oberallgäuer Initiative sei es, über die Risiken von moderner Mobilfunktechnik, insbesondere des neuen Mobilfunkstandards 5G, aufzuklären und gangbare Alternativen aufzuzeigen, teilt Elke Schneider mit.

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 Die Inititative  will nicht gegen die Digitalisierung an sich sein. Man setze sich aber mit dem Thema Mobilfunk kritisch auseinander und plädiere dafür, dass Funktechnologien nach dem ALARA-Prinzip (so gering wie technisch möglich) strahlungsminimiert eingesetzt werden. Überall dort, wo es Sinn macht,  sollten kabelgebundene Lösungen vorgezogen werden. Schneider: „Wir  sehen die dringende Notwendigkeit, uns für Minimierungskonzepte einzusetzen und aufzuklären, welche Risiken Funkstrahlung für die Gesundheit und die Natur hat. Fortschritt und Digitalisierung kann man auch so gestalten, dass die Risiken für alle möglichst klein gehalten werden.“

Wer will im Beam von bis zu 64 Strahlenkeulen stehen?

Auf der Internetseite der Bürgerinitiative heißt es: "Die neuen 5G-Sender werden mit einer neuen Antennentechnik zielgerichtete, stark gebündelte Funkverbindungen aufbauen, die dem Nutzer direkt nachgeführt werden. Dazu senden bis zu 64 Antennen gleichzeitig in Richtung des Empfängers. Möchten Sie in einem Beam (Strahlenbündel) von bis zu 64 Strahlenkeulen stehen?"

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 Die Bürgerinitiative weißt auch auf mögliche Urschen hin bei Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Herzbeschwerden ohne erkennbare organische Ursache, Ohrgeräusche, Erschöpfung und Brennen auf der Haut. Dann nämlich könnten Funkstrahlen vielleicht ein (Mit)Verursacher der Symptome sein. Der Anteil an Elektrosensitiven, die  mehr oder weniger stark unter elektromagnetischer Strahlung leiden, wachse. Einige stark Betroffene seien sogar arbeitsunfähig und lebten am Existenzminimum. Andere ziehen um.

Das nächste Treffen der neuen Initiative, die sich über Mitstreiter freut, soll es im September geben.  Hier geht's zur Homepage der Bürgerinitiative (www.mobilfunk-initiative-oberallgaeu.de).