Jubiläum am Pass im Oberallgäu

Ohne Autos, aber mit Oldtimer-Traktoren: So wurde das Jubiläum "60 Jahre Riedbergpass" gefeiert

Riedbergpass

Eine Oldtimer-Traktorparade „schnaufte“ den Riedbergpass hinauf beim Jubiläum zum 60-jährigen Bestehen. Die Straße war vier Stunden für den normalen Verkehr gesperrt. Radfahrer und manche Wanderer nutzten die Gelegenheit, auf der Straße zu laufen und manches Foto in Ruhe zu schießen.

Bild: Günter Jansen

Eine Oldtimer-Traktorparade „schnaufte“ den Riedbergpass hinauf beim Jubiläum zum 60-jährigen Bestehen. Die Straße war vier Stunden für den normalen Verkehr gesperrt. Radfahrer und manche Wanderer nutzten die Gelegenheit, auf der Straße zu laufen und manches Foto in Ruhe zu schießen.

Bild: Günter Jansen

Am Wochenende wurde das Jubiläum "60 Jahre Riedbergpass" gefeiert. Dazu blieb der Pass einige Stunden autofrei - sehr zur Freude von Radlern und Wanderern.
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Von Günter Jansen
04.10.2021 | Stand: 06:06 Uhr

Eigentlich wollte ein älteres Ehepaar aus Oberstdorf nur bis Obermaiselstein mit dem Rad fahren und dann wieder umdrehen. Weil aber der Riedbergpass am Samstag von 10 bis 14 Uhr autofrei war, sagten sie: „Heute radeln wir hoch.“ Das taten ihnen viele gleich. Auch Wanderer nutzten die Situation, um auf der Straße zu laufen – aber auch historische Zweiräder und Traktor-Oldies tuckerten im Konvoi Richtung Balderschwang: Anlass der Feier, die im Haus des Gastes in Obermaiselstein eröffnet wurde, war das Jubiläum „60 Jahre Riedbergpass“.

Unterhaltsame Ansprachen hielten die drei beteiligten Bürgermeister Frank Fischer (Obermaiselstein), Konrad Kienle (Balderschwang) und Rolf Walter (Bolsterlang) und auch Ethelbert Babl, Leiter des „Alpinium“, bisher bekannt unter dem Namen ZNAlp (Zentrum Naturerlebnis Alpin). Kienle zollte den damals Verantwortlichen Respekt: „Wenn ich vier oder fünf Mann zusammenbekommen muss, um ein Projekt umzusetzen, dann ist das manchmal schon ein Drama. Und die haben damals 104 Grundstücksbesitzer zusammen gebracht.“

Riedbergpass: Mautpflichtig bis 1971

Zunächst war der Pass mautpflichtig, seit 1971 ist die Verbindung eine Kreisstraße. Eine Ausstellung im Haus des Gastes erinnerte an die Anfänge. Sehenswert war auch die Präsentation am Kreisbauhof Obermaiselstein mit Winterdienst-Fahrzeugen von einst und heute sowie Film- und Fotodokumenten dazu. Schließlich öffnete noch ein privates Oldtimer-Museum an diesem einen Tag seine Pforten: in der Tenne der Pension Forelle in Obermaiselstein, geführt von den Familien Nelitz und Hafner.

Zwischen 10 und 14 Uhr für den Verkehr gesperrt

Natürlich wollten Gäste und Besucher nicht nur um Tal verweilen, sondern bei dem prachtvollen Herbstwetter auch hinauf zum Riedbergpass. Zwischen 10 und 14 Uhr wurde die Straße für den Verkehr gesperrt, um Radlern und Fußgängern Gelegenheit zu geben, den Pass ohne normalen Autoverkehr genussvoll zu erkunden. So ganz gelang das allerdings nicht, denn hin und wieder schlüpfte ein Fahrzeug durch die Sperrung drunten im Ort.

Als Shuttle-Bus für die Besucher wurde ein gut erhaltener Reisebus aus dem Jahr 1963 eingesetzt. Mit seinen 192 PS hatte er auch bei nicht ganz voller Besetzung hörbar Mühe, die Steigungen zu erklimmen – aber Fahrer Otto Reinsch hatte sein Gefährt voll im Griff. War es zunächst noch etwas einsam oben auf der Passhöhe, kamen mit fortschreitender Uhrzeit doch immer mehr „Riedbergpass-Interessierte“ auf 1409 Metern (Pass-)Höhe an.

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