Projekt

78 Tonnen Stahl sind in Immenstadt angekommen

Über Nacht angeliefert und dann am gleichen Tag noch auf den Unterbau gehoben: Ein Bauteil mit einem Gewicht von 78 Tonnen und einer Länge von 26 Metern wurde für die Unterzollbrücke in Immenstadt bis aus Zwickau angefahren.

Über Nacht angeliefert und dann am gleichen Tag noch auf den Unterbau gehoben: Ein Bauteil mit einem Gewicht von 78 Tonnen und einer Länge von 26 Metern wurde für die Unterzollbrücke in Immenstadt bis aus Zwickau angefahren.

Bild: Benjamin Liss

Über Nacht angeliefert und dann am gleichen Tag noch auf den Unterbau gehoben: Ein Bauteil mit einem Gewicht von 78 Tonnen und einer Länge von 26 Metern wurde für die Unterzollbrücke in Immenstadt bis aus Zwickau angefahren.

Bild: Benjamin Liss

Das erste Bauteil für die Untere Zollbrücke in Immenstadt ist angeliefert und liegt bereits auf dem Unterbau. Heute Nacht kommen die beiden anderen.
27.04.2022 | Stand: 19:23 Uhr

Die ersten Brückenteile sind angekommen: 78 Tonnen schwer und knapp 26 Meter lang war der sogenannte Stahlschuss, der in der Nacht auf Mittwoch in Immenstadt für die Untere Zollbrücke angeliefert wurde - als eines von insgesamt sechs Teilen. Heute Nacht kommen dann zwei weitere davon an. Das erste Brückenteil wurde gleich auf den Unterbau der Brücke gehoben. Zusammen mit den anderen zwei entsteht so etwa die Hälfte des Überbaus der Unterzollbrücke. Verantwortlich für das Projekt ist der Landkreis Oberallgäu.

Insgesamt hatte das Schwerlast-Gespann ein Gewicht von 108 Tonnen und war 35 Meter lang. Darauf lag der 26 Meter lange und 6,50 Meter breite Koloss aus Stahl mit einem Gewicht von 78 Tonnen. Begleitet von der Polizei und Fahrzeugen des Straßenbauamts ging es von München aus über die A96 auf die B12 in Richtung Kempten. Von dort aus, fuhr das Gespann samt der Begleitfahrzeuge auf die A7 und die A980 und dann weiter auf der B19 Richtung Süden.

Dort war dann das Können des jungen Fahrers gefragt. In Sonthofen fuhr der Schwerlasttransport von der B19 ab und über den Kreisverkehr wieder zurück auf die B19 in Richtung Immenstadt. Schließlich musste das Teil auf die Iller-Ostseite gelangen. Im Kreisverkehr bei Rieden manövrierte der Fahrer die Räder des Anhängers an der hinteren Achse per Fernbedienung in die richtige Bahn. Dafür mussten an dem Kreisel mehrere Schilder umgelegt werden. Außerdem galt es, kurz vor dem Ziel Absperrungen und Warnbaken von der Straße zu räumen.

Ohne Verzögerung in Immenstadt angekommen

An der Anschlussstelle Stein fuhr das 108 Tonnen schwere Gespann dann durch eine Behelfsausfahrt von der B19 ab und in Richtung Baustelle. Dabei musste der Stahlschuss unter einer B19-Brücke hindurch, die gerade breit genug dafür war. Der verantwortliche Bauleiter der Firma Hebel, Martin Ohmscheiper zeigte sich vor Ort erleichtert, „dass der Transport so reibungslos verlaufen ist“. Noch in der Nacht wurde das Stahl-Element mithilfe von hydraulischen Zylindern angehoben und vom Anhänger herab auf ein Gefährt gelegt, das es hinab zur Iller fuhr. Weil es zu keinen zeitlichen Verzögerungen gekommen sei, wurde der Stahlschuss dann noch am gleichen Tag mit dem Autokran auf den Brückenunterbau gehoben.

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Schwertransporter

In der Nacht auf Donnerstag kamen die anderen beiden Stahlschüsse in Immenstadt an. Sie sind jeweils 14 Meter lang. Trotzdem wiegt einer davon 78 Tonnen, genauso viel wie das 26-Meter-Bauteil. Darin befindet sich laut Ohmscheiper viel mehr Stahl: „Das wird dann über den Pfeiler montiert.“ Das dritte Element hat 44 Tonnen. Alle drei Stahlschüsse werden dann in der nächsten Woche zusammengeschweißt. Dafür werde laut Landratsamt unter Volldruck im Schichtbetrieb von 6 bis 22 Uhr gearbeitet. Das könne bei den Anwohnern für eine Lärmbelastung sorgen.

Im Sommer werden noch drei Stahlschüsse geliefert

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Neubau

Unterzollbrücke: Das letzte Stahlstück ist eingesetzt

Anfang Juni und Mitte Juli sollen per Schwerlasttransport die restlichen drei Bauteile kommen. Die sechs Stahlschüsse überspannen am Ende auf einer Länge von 107 Metern die Iller und die Bahnlinie. Bislang liegt der Neubau laut der Kreisbehörde voll im Zeitplan. Vergangenen Herbst hatte das Projekt mit dem Abriss der alten Brücke begonnen. Bis Februar 2023 sollen die Arbeiten an der neuen Unterzollbrücke abgeschlossen sein. Allerdings könne es wegen der „enormen Preisentwicklungen und Lieferengpässe bei den Baumaterialien zu einer Verzögerung im Bauablauf kommen“, heißt es in einer Mitteilung. Nach dem Brückenneubau soll auch wieder die Verbindung zum Illerdamm und dem beliebten Geh- und Radweg über eine eigene Fußgängerbrücke hergestellt werden. Diese soll bis spätestens Mitte nächsten Jahres fertig sein. Die Kosten für Abriss und Neubau der Brücke wurden auf 11,5 Millionen Euro veranschlagt.