Neubau

Abriss der Unteren Zollbrücke in Immenstadt hat begonnen

Sperrung Zollbrücke

Begonnen haben die Arbeiten an der Unteren Zollbrücke in Immenstadt. Dort laufen die Vorbereitungen für den Abriss des 50 Jahre alten Illerübergangs.

Bild: Benjamin Liss

Begonnen haben die Arbeiten an der Unteren Zollbrücke in Immenstadt. Dort laufen die Vorbereitungen für den Abriss des 50 Jahre alten Illerübergangs.

Bild: Benjamin Liss

Der Illerüberweg an der "Unteren Zollbrücke" in Immenstadt bleibt bis 2023 gesperrt. Jetzt wird gebaut. Die neue Verbindung zum Illerradweg gefällt nicht jedem.
23.09.2021 | Stand: 07:42 Uhr

Seit dieser Woche ist die Untere Zollbrücke am nördlichen Stadteingang von Immenstadt gesperrt. Die Vorarbeiten für den Abbruch der Brücke haben begonnen. Nächstes Jahr soll sie wieder neu aufgerichtet werden. Bauherr ist der Landkreis Oberallgäu. Im Bauausschuss der Stadt war der Illerübergang Thema. Dabei ging es vor allem um die Verbindung zum Illerradweg, der unter der Brücke zwischen Bahngleis und Iller verläuft.

Bisher gibt es dort einen Treppenturm direkt an der Brücke, über den Fußgänger und Radler nach oben oder unten gelangen können. Allerdings war es für Radfahrer kein Leichtes ihr Gefährt rauf- oder runterzutragen. Vor allem wenn es sich um ein schweres E-Bike handelte.

Ursprünglich war die Verbindung in den Neubauplänen des Landratsamts nicht mehr vorgesehen. Doch durch den Protest von Anliegern und dem Drängen von Bürgermeister Nico Sentner änderte die Kreisbehörde ihre Meinung. Jetzt wird wieder eine Verbindung von oben nach unten geschaffen. Sie soll laut Sentner 430.000 Euro kosten, woran sich die Stadt mit 80.000 Euro beteiligt.

Dabei handelt es sich erneut um einen Turm, der aber frei steht und zu dessen Spitze eine weniger steile Treppenanlage führt. Dadurch soll der Aufgang leichter zugänglich werden. Vom Turm führt eine Fußgängerbrücke über das Bahngleis zur Straße „Unterzollbrücke“, die in die Kemptener Straße mündet. Auf den Turm soll zudem eine Aussichtsplattform mit Sicht auf die Burgruine Laubenbergerstein kommen. Laut Landratsamt gebe es dazu aber erst eine grobe Planung.

Stadtrat in Immenstadt pocht auf Barrierefreiheit an der "Unteren Zollbrücke"

Für Eberhard Fetzer (CSU) reicht das alles nicht. Der Beauftragte des Immenstädter Stadtrats für Barrierefreiheit, sieht bei dem Kompromiss keine Chance für Rollstuhlfahrer, dort aus eigener Kraft hochzukommen. „Dass die Gesellschaft nicht bereit ist, für Menschen mit einer Behinderung einen barrierefreien Zugang zu schaffen, damit kann ich mich nicht abfinden“, schimpfte Fetzer.

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„Wir können froh sein, dass wir diesen Kompromiss gefunden haben, nachdem der Aufgang erst völlig gestrichen war“, versuchte der Bürgermeister zu beschwichtigen. Um es einem Rollstuhlfahrer zu ermöglichen, den Höhenunterschied allein zu bewältigen, „wäre eine ewig lange Rampe notwendig geworden“, sagte Sentner. Berechnungen hätten Kosten von weit über einer Million Euro ergeben. Künftig könne ein Kinderwagen hochgeschoben werden und ein Rollstuhlfahrer mithilfe weiterer Personen.

Problem Bahnlinie

Wie die Kreisbehörde mitteilt, werde der Abriss der über 50 Jahre alten Zollbrücke voraussichtlich Ende Oktober starten und sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Denn im Bereich der Bahnlinie müsse auf einem Hilfsgerüst gearbeitet und zudem mindestens ein Drittel der Iller stets freigehalten werden. Die Kosten für Abriss und Neubau der Brücke werden auf 11,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Februar 2023 vorgesehen.

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