Fußball in der Corona-Krise

Alle oder keiner: Die Inzidenz-Regel stellt Allgäuer Ligen vor große Probleme

Wenn in der Kreisliga Süd der FC Oberstdorf (in grau) auf den TSV Kottern II trifft, müssten künftig zwei Inzidenzwerte verglichen werden.

Wenn in der Kreisliga Süd der FC Oberstdorf (in grau) auf den TSV Kottern II trifft, müssten künftig zwei Inzidenzwerte verglichen werden.

Bild: Ralf Lienert

Wenn in der Kreisliga Süd der FC Oberstdorf (in grau) auf den TSV Kottern II trifft, müssten künftig zwei Inzidenzwerte verglichen werden.

Bild: Ralf Lienert

Unterschiedliche Inzidenzwerte in mehreren Landkreisen könnten die Kreisliga Süd vor Probleme stellen. Der Kreisspielleiter hat dafür nun eine Regel.
Wenn in der Kreisliga Süd der FC Oberstdorf (in grau) auf den TSV Kottern II trifft, müssten künftig zwei Inzidenzwerte verglichen werden.
Von Axel Schmidt
27.03.2021 | Stand: 19:41 Uhr

Je höher die Ligen, desto größer der Einzugsbereich der Teams – im Fußball und in allen anderen Mannschaftssportarten. Steigt man auf, werden die Wege weiter und führen über Landkreisgrenzen hinweg. Das ist in der Pandemie ein Problem. Während sich der Profifußball dank teuren Hygienekonzepts in seiner eigenen Blase befindet und sich nicht darum scheren muss, ob der Inzidenzwert in Leipzig höher ist als in München, werden die Teams in der Kreisliga Süd sehr genau darauf schauen müssen, wie sich das Infektionsgeschehen vor der Haustür entwickelt.

Allgäuer Ligen: Drei bis vier unterschiedliche Regionen

Sollte irgendwann wieder der Ball rollen, tritt ein Problem auf: Jeder Landkreis, jede kreisfreie Stadt hat eigenen Zahlen. In der Kreisliga Süd – selbst in der A-Klasse 6 – tummeln sich drei unterschiedliche Inzidenz-Regionen: das Oberallgäu, das Ostallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kempten. Manch ein Trainer nennt das Stufenmodell in Bezug auf den Fußball „realitätsfremd“. Vor jedem Spieltag müsste man drei Werte (in der Kreisliga Mitte sogar vier) miteinander vergleichen und entscheiden, welche Mannschaften aus welchem Gebiet spielen dürfen – oder eben nicht.

Was also tun, wenn die Werte über der Grenze liegen? Eine klare Antwort gibt Elmar Rimmel. Der Spielleiter des Fußballkreises Allgäu sagt: „Im Kreisspielausschuss haben wir beschlossen, dass im Allgäu erst gespielt werden darf, wenn in allen Kreisen oder Städten die Werte so sind, dass Spiele stattfinden dürfen.“ Selbst wenn in der Kreisliga Mitte alle vier Inzidenzwerte einen Spieltag zulassen würden, gleichzeitig aber in Kempten der Wert zu hoch ist, wird auf keinem Allgäuer Platz gespielt. So soll so eine mögliche Wettbewerbsverzerrung verhindert werden.

Elmar Rimmel sieht Probleme beim Terminkalender

Ein anderes Problem sieht Rimmel beim Terminkalender. Aufgrund der Abhängigkeit von den höheren Ligen im Bezirk kann die Saison nicht ohne Weiteres verlängert werden. Während die Mannschaften in der Kreisliga Süd nur noch zwischen sechs und vier Spielen absolvieren müssen, stehen in der „Mitte“ bis zu neun Spieltage an. Je länger der Lockdown im Amateurfußball anhält, umso enger wird das Zeitfenster, um die immer noch unterbrochene Saison 2019/21 zu Ende spielen zu können. Zumal auch der Ligapokal ansteht. „Stand jetzt gehe ich davon aus, dass der Ligapokal im Allgäu gecancelt wird“, sagt Rimmel. „Denn der Ligapokal würde bedeuten, dass die Teams regelmäßig unter der Woche spielen müssten. Wir können nicht ein halbes Jahr nichts machen und dann die Mannschaften in die Vollen schicken“, sagt Rimmel.

Die laufende Saison will der BFV allemal zu Ende spielen. Doch auch hier gibt es irgendwann den Moment, an dem der Verband entscheiden muss, ob die Saison noch zu retten ist. Dafür hat der BFV eigens den „Paragrafen 93“ in die Spielordnung aufgenommen – der regelt einen notwendigen Saison-Abbruch, etwa wegen staatlicher kommunaler Verfügungslage oder höherer Gewalt. Je nachdem, wie weit die Saison fortgeschritten ist, wird sie annulliert oder eine Tabelle anhand einer Quotientenregel erstellt. Damit die greift, müssen von mindestens 75 Prozent der Mannschaften der jeweiligen Liga mindestens 50 Prozent der Spiele gewertet worden sein.

Lesen Sie auch
Landkreis Unterallgäu gegen Landkreis Ostallgäu: TSV Mindelheim (gelb-schwarze Trikots) gegen den FSV Lamerdingen.
Fußball in der Region

Unterschiedliche Inzidenzwerte in den Fußball-Ligen

Elmar Rimmel jedenfalls wagt keine Prognose, wann es wieder losgehen kann, sagt aber: „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Saison zu Ende spielen können.“