Finanzierung

Allgäu GmbH will über Förderungen einen Arbeitsplatz sichern

Hochschule DAV

Allgäu-GmbH-Geschäftsführer Bernhard Joachim: „Das Geld liegt nun einmal da, und wenn wir es nicht abholen, tun es andere.“

Bild: Ralf Lienert

Allgäu-GmbH-Geschäftsführer Bernhard Joachim: „Das Geld liegt nun einmal da, und wenn wir es nicht abholen, tun es andere.“

Bild: Ralf Lienert

Gesellschaft plant ein Projekt zur "Nachhaltigkeit", um eine Postenstelle zu erhalten. Kreisrätin Knoll: Ist das die richtige Finanzierung der Allgäu GmbH?
26.11.2021 | Stand: 05:00 Uhr

„Nachhaltigkeit im Lebensraum Allgäu erleben“, heißt das Projekt, für das die Allgäu GmbH bei der EU-Leader-Förderung und den Allgäuer Landkreisen und kreisfreien Städten um Zuschüsse wirbt. Wie sich jetzt im Wirtschaftsausschuss des Kreistags herausstellte, geht es vor allem auch darum, bei der Allgäu GmbH für die nächsten zweieinhalb Jahre eine bestehende Arbeitsstelle zu sichern. Die Kreisräte sprachen sich mehrheitlich mit neun zu drei Stimmen für die Beteiligung des Landkreises Oberallgäu mit 34.250 Euro aus. Kempten soll 7000 Euro beisteuern.

Insgesamt ist das Projekt auf 261.000 Euro für zweieinhalb Jahre veranschlagt. Knapp die Hälfte entfällt auf die Arbeitstelle in der Allgäu GmbH. Ansonsten geht es um Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen, die durchgeführt werden sollen. Der größte Teil des Geldes mit 146.000 Euro soll von der Europäischen Union über die Leader-Förderung kommen. Der Rest verteilt sich auf die Landkreise, Städte und die Allgäu GmbH selbst.

Vorgestellt wurde das Projekt vom Geschäftsführer der Allgäu GmbH, Bernhard Joachim, und der vorgesehenen Projektleiterin Laura Schmidt. Es gehe darum, ein Netzwerk zu knüpfen, das Gastgeber, Gäste und die Natur verbinde. Am Ende soll ein nachhaltiger, naturnaher Tourismus herauskommen. Die Fäden sollen bei der Allgäu GmbH zusammenlaufen. Unter der Überschrift Nachhaltigkeit sollen zum Beispiel Umweltbildung, eine Allgäu Tour, ein Allgäuer „Clean-Up-Day“ oder Kriterien für nachhaltige Gastgeber angeboten werden.KL

Kreisräte: Thema "eher schwammig"

Doch einige Kreisräte runzelten die Stirn: Sie fanden das Thema „eher schwammig“ und fragten nach konkreten Inhalten. „Ich muss schmunzeln, wenn ich das höre“, sagte Marlene Hierl (CSU) aus Burgberg und kritisierte die enormen Kosten. Vera Huschka (SPD) aus Immenstadt fand, dass schon andere Organisationen an dem Thema dran seien: „Man muss das Rad doch nicht wieder neu erfinden.“

Auf den Punkt brachte es schließlich Wertachs Bürgermeisterin Gertrud Knoll (CSU): „Die Frage ist, ob es die Allgäu GmbH nötig hat, ein Projekt nach dem anderen an Land zu ziehen, um sich zu finanzieren?“ Sollte die GmbH „zu wenig Geld haben, müssen wir grundsätzlich über ihre Finanzierung reden“.

Geschäftsführer Joachim stimmt zu

Lesen Sie auch
##alternative##
"Bergaufland Ostallgäu"

"Aktuell brennende Themen": Diese drei Projekte sollen im Ostallgäu gefördert werden

„Dem stimme ich zu“, sagte Joachim. Auch er habe zu Beginn seiner Tätigkeit nicht von Projektförderung abhängig sein wollen. „Aber das Geld liegt nun einmal da, und wenn wir es nicht abholen, tun es andere.“ Der Zeitvertrag von Laura Schmid, die momentan noch das Projekt „Umweltbildung und naturnaher Tourismus im Allgäu“ betreut, laufe bald aus. Und das Thema „Nachhaltigkeit“ würde als Vertiefung hervorragend anschließend. Das sah auch die Mehrheit des Ausschusses so und stimmte der Beteiligung des Landkreises zu.

Lesen Sie dazu auch:

Zehn Jahre Allgäu GmbH: Vertreter politischer und wirtschaftlicher Interessen