Trotz Corona

1.350 Läufer aus 40 Nationen: So startet der Allgäu-Panorama-Marathon in Sonthofen

Laufen, Allgäu Panorama Marathon

Für die 14. Auflage des Allgäu-Panorama-Marathons in Sonthofen freut sich Organisator Axel Reusch über 1.350 Meldungen im Vorfeld.

Bild: Dominik Berchtold

Für die 14. Auflage des Allgäu-Panorama-Marathons in Sonthofen freut sich Organisator Axel Reusch über 1.350 Meldungen im Vorfeld.

Bild: Dominik Berchtold

Im 15. Jahr erlebt der Allgäu Panorama Marathon in Sonthofen einen Neuanfang. Die Organisatoren Axel Reusch und Christian Feger über den Kraftakt wegen Corona.
06.08.2021 | Stand: 22:57 Uhr

24 Monate hat Axel Reusch gehofft, gewartet, geplant, verschoben, wieder gehofft und geplant – und erneut verschoben. Nun darf er sie endlich wieder laufen lassen: Am kommenden Sonntag steigt der Allgäu-Panorama-Marathon in Sonthofen. Dabei ist der 15. Geburtstag des beliebtesten Marathons Bayerns ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlicher. Im 15. Jahr ist es – nach der Absage 2020 – „erst“ die 14. Auflage des Events in der Kreisstadt.

Dass sich Organisator Axel Reusch 48 Stunden vor dem Startschuss über die stattliche Meldezahl von über 1350 Sportlern aus 40 Nationen auf allen Strecken freuen darf, belegt, wie sehr die Läuferszene nach dem APM lechzt. „Wir alle sollten uns darüber freuen, was derzeit möglich ist, und nicht darüber jammern, welche Einschränkungen wir hinnehmen müssen“, sagt der 53-jährige Burgberger. „Es ist nicht der APM in Reinform der Vorjahre. Aber ich bin sicher, dass wir den Charakter so wahren, dass es für die Sportler ein außergewöhnlicher Tag wird.“

Allgäu Panorama Marathon 2021: Vier beliebte Strecken - vom "5K" bis zum Ultra

Das „Warm-Up“ für das Spektakel am Sonntag eröffnen bereits über 120 Läufer am Samstag, wenn es auf die Kurzstrecke beim „AOK 5-Kilometer-Lauf“ und beim Kids-Run geht. Sonntag wartet dann das berühmte Streckenquartett mit Start am Allgäu Outlet: Um 6 Uhr wagen sich 300 Läufer an die Königsdisziplin, den Ultra über 69 Kilometer und 3200 Höhenmeter. Um die Kontakte zwischen den Läufern möglichst gering zu halten, staffelt Reusch den Start in zwei Blocks (zweiter um 6.05 Uhr). Ab 7 Uhr und 7.05 Uhr geht das Feld zum dritten Mal auf den attraktiven Hörnerlauf (18 km/1111 hm), ehe ab 9 Uhr der knüppelharte Marathon (42,2 km/1550 hm) und ab 9.15 Uhr der Halbmarathon (21 km/190 hm) warten. Zieleinlauf – mit Ausnahme des Hörnerlaufs, der in Grasgehren endet – ist traditionell am Wonnemar in Sonthofen.

Bilderstrecke

Allgäu Panorama Marathon in Sonthofen

Allgäu-Panorama-Marathon: Die Kernelemente bleiben 2021

Und auch wenn die Kernelemente des APM, das Orga-Duo um Reusch und Christian Feger, die Athleten und die Strecken, geblieben sind: Beim Neubeginn wird doch vieles anders sein. Immerhin ist der Allgäu-Panorama-Marathon nicht nur allgäuweit sondern in ganz Bayern das erste Ausdauer-Event dieser Größenordnung 2021. „Es ist sehr wichtig, dass wir nicht davor zurückschrecken und uns nicht von den Einschränkungen einbremsen lassen“, sagt Feger. „Es ist vor allem eine Chance zu zeigen, dass wir das Event trotzdem stemmen können. Ich freue mich darüber, dass so viele Läufer es gut annehmen.“

Für Reusch sei die heiße Phase der Vorbereitung „durchaus nochmals zittrig gewesen, weil ich mir Gedanken machen musste, was passiert, wenn die Infektionszahlen in die Höhe schnellen“, sagt der Burgberger. Allem voran seien die Gespräche mit dem Gesundheitsamt konstruktiv verlaufen, lobt Reusch, der beim Sonthofer Citylauf im Juli schon den ersten Test in Sachen Hygienekonzept durchführen konnte.

Zielzone gesperrt – Handypflicht für die Läufer

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Für den APM mussten Reusch und Feger den Zielbereich für Passanten absperren und vor neugierigen Blicken abschirmen, damit sich keine Menschenansammlungen bilden. Auch die Athleten sollen sich vor dem Startschuss und nach dem Zieleinlauf nach Möglichkeit verteilen. Alle Teilnehmer müssen genesen, vollständig geimpft oder getestet sein. Maskenpflicht besteht in den genannten Zonen ebenso, wie auf den ersten 500 Metern, ehe die Sportler sich dieser in einer Abwurfzone entledigen. Zudem muss jeder Läufer sein Smartphone während des Rennens dabei, eingeschaltet und die offizielle Corona-Warn-App aktiviert haben.

Für die 14. Auflage des Allgäu-Panorama-Marathons in Sonthofen freut sich Organisator Axel Reusch über 1350 Meldungen im Vorfeld.
Für die 14. Auflage des Allgäu-Panorama-Marathons in Sonthofen freut sich Organisator Axel Reusch über 1350 Meldungen im Vorfeld.
Bild: Dominik Berchtold

„Ich spüre, dass die Läufer scharf auf das Rennen sind“, sagt Reusch. „Es gibt den ein oder anderen, der die Vorkehrungen nicht nachvollziehen kann, aber der Großteil ist happy.“ Und das belegt auch die stolze Zahl der Voranmeldungen – auch wenn bei den 1350 Zusagen nicht wenige nach der Absage vom Vorjahr „liegengeblieben“ sind. Demnach ist der Ultra-Marathon nach wie vor am gefragtesten, der reizvolle Hörnerlauf holt auf. „Da merkt man, dass viele diese Strecken ernstnehmen“, sagt Reusch.

Altmann, Miksch und Felch: die großen Favoriten des APM 2021

Und so zieren das Feld auch heuer die großen Namen der Szene. Allen voran hat sich für den APM 2021 eine wahre „Armada“ des heimischen Allgäu Outlet-Raceteams angekündigt – mit 21 Läufern starten allein die Sonthofer. Im engsten Kreis der Favoritinnen über die Königsdisziplin ist Alexandra Altmann. Die 40-Jährige aus Altmummen bei Blaichach gewann beim APM 2018 den Hörnerlauf, 2015 den Marathon und untermauerte Anfang Juli mit ihrem Sieg beim prestigeträchtigen Stubai-Ultra ihre beeindruckende Form. Bei den Männern liegt der Fokus neben dem Duracher Florian Felch auch heuer auf Thomas Miksch. Der Athlet vom TV Kempten hält alleine drei Altersklassenrekorde (M45, M50, M55) und wurde 2019 inmitten der „jungen Wilden“ starker Siebter.

Auf der Marathon-Distanz sind unter anderem Michael Kuisle vom Skiclub Sonthofen, Lauf-Ass Stefan Lang (Outlet Raceteam) und Urgestein Günther Scheef zu finden – dieser stand an allen 13 APMs an der Startlinie. Vorjahressieger Kai-Uwe Müller (Schwäbisch-Hall) versucht sich im Halbmarathon.

„Ich freue mich, dass wir eine angemessene Teilnehmerzahl haben, die für das Event Sinn macht und auch Spaß verspricht“, sagt Axel Reusch. Das sieht auch sein Mitstreiter Christian Feger so, der Reusch seit der ersten Stunde des Panorama-Marathons begleitet. In den zwei Wochen vor dem Start schlüpft der 53-Jährige unter den 300 Helfern in eine zentrale Rolle. Feger regelt logistische Bereiche, wie die Fahrzeugplanung, den Gepäcktransport oder – wie dieser Tage – eine Streckenumplanung am Altstädter Hof, wo die Regenfälle einen Weg jüngst unpassierbar gemacht haben. „Es wird sicher alles ein wenig anders. Auch die Atmosphäre im Ziel und am Start wird unter den aktuellen Bedingungen leiden“, sagt Feger. „Auf den ersten Blick, ja. Aber jeder einzelne Läufer erlebt doch sein Highlight, wenn er über die Ziellinie läuft. Das wird immer so bleiben.“