Musik im Fernsehen

allgäu.tv zeichnet Konzert "Lobe den Herrn" in Immenstadt auf

Hoffnungsvolle Melodien zum Osterfest: Gertrud Hiemer-Haslach bei der Aufzeichnung des Programms "Lobe den Herrn"  in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus.

Hoffnungsvolle Melodien zum Osterfest: Gertrud Hiemer-Haslach bei der Aufzeichnung des Programms "Lobe den Herrn" in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus.

Bild: Günter Jansen

Hoffnungsvolle Melodien zum Osterfest: Gertrud Hiemer-Haslach bei der Aufzeichnung des Programms "Lobe den Herrn" in der Immenstädter Pfarrkirche St. Nikolaus.

Bild: Günter Jansen

Allgäuer Musiker und Sänger wollen mit Euregio-Benfizkonzert ein Hoffnungszeichen in der Krise setzen. Das Programm soll zu Ostern auf allgäu.tv zu sehen sein.
26.03.2021 | Stand: 17:19 Uhr

„Was sagt ihr?“, fragt Michael Hanel. Matthias Haslach streckt den Daumen nach oben. Alles passt. Der Trompeter hat das „Panis angelicus“, das „Engelsbrot“, ein anspruchsvolles, aber gleichwohl sehr eingängiges Gesangssolo des Barockmeisters Marc-Antoine Charpentier verfolgt, das Bariton Michael Hanel vorgetragen hat.

Matthias Haslach sitzt in einer Bank der katholischen Kirche St. Nikolaus in Immenstadt. Dort wird gerade ein Konzert aufgezeichnet, dessen Programm seine Frau, die Mezzosopranistin Gertrud Hiemer-Haslach, für die Euregio Via salina zugunsten des Allgäuer Hilfsfonds zusammengestellt hat. Es soll von Karsamstag bis Ostermontag vom Fernsehsender „allgäu.tv“ ausgestrahlt werden. Und es will vor allem eines: Freude bereiten.

„Momentan sehnen wir uns alle nach etwas Positivem“, sagt die Altusriederin. Deshalb hat Gertrud Hiemer-Haslach auch die ursprüngliche Idee, die an sie herangetragen wurde, ein Passionskonzert zu gestalten, umgewandelt. Sie suchte für das Programm „Lobe den Herrn“ Ohrwürmer heraus, hoffnungsvolle, optimistische, fröhliche Melodien, die leicht ins Ohr gehen und Optimismus verbreiten: Hoffnung in der Zeit der Pandemie, die vor allem für viele Musikerkollegen verheerende Folgen hat. Seit fast fünf Monaten sind die Konzertsäle, Theater und Kleinkunstbühnen geschlossen. Engagements und Einnahmen fehlen.

Da freut sich Gertrud Hiemer-Haslach als Lehrerin für Deutsch und Musik an einer Realschule in Leutkirch einen „krisenfesten Job“ zu haben. Ebenfalls als Lehrer arbeiten auch Harfenistin Catharina Stehle-Natterer aus Obermaiselstein und der Bariton Michael Hanel aus Immenstadt. Selbst Matthias Haslach, stellvertretender Solotrompeter der Stuttgarter Philharmoniker, unterrichtet – und zwar an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach.

Gertrud Hiemer-Haslach hat für das Konzert Musiker um sich versammelt, mit denen sie schon vorher zusammengearbeitet hat, darunter den Organisten Franz Günther aus Leutkirch. So herrscht bei der Aufnahme eine freundschaftliche und scheinbar lockere Atmosphäre. Am Ende verrät Gertrud Hiemer-Haslach jedoch: „Ich war sehr aufgeregt.“ Es sei ihr erster Einsatz seit Längerem gewesen. Die knapp bemessene Aufzeichnungszeit von drei Stunden für ein etwa einstündiges Programm habe gleichsam für eine Live-Atmosphäre für die Musiker gesorgt. Denn viel Zeit für Korrekturen oder Schnitte besteht nicht.

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Es gibt nur hin und wieder bei einigen Stücken eine kurze Anspielprobe. Zu Beginn der Aufzeichnung muss auch zunächst die geeignete Position des Mikrofons gefunden werden, um den Klang von der Empore richtig einzufangen. Doch dann läuft alles fast wie bei einem Konzert ab. Nur zu Beginn jedes Stückes muss einer der Musiker in die Hände klatschen. Das ist das Signal für die Aufnahme, damit alle Kameras synchron laufen, erklärt Thomas Kehrer. Er leitet die Aufnahme, für die drei Kameras verwendet werden. Eine bedient er selbst.

Sie steht im Mittelgang der Kirche und zeichnet zunächst das Geschehen auf der Empore auf. Gertrud Hiemer-Haslach lässt mit ihrer warmen Stimme das „Laudate Dominum“ erblühen, den melodischen Höhepunkt aus Wolfgang Amadé Mozarts „Vesperae solennes de confessore“ (Vesper zum Festtag eines heiligen Bekenners), KV 339. Später wird die Mezzosopranistin dort oben auch noch das einschmeichelnde „Panis angelicus“ von César Franck singen, von Franz Günther einfühlsam an der Orgel begleitet.

Der Organist und der Trompeter sorgen für weitere glanzvolle Beiträge – etwa mit einer Orgelimprovisation von Franz Günther oder einem Ausschnitt aus einer Suite von Georg Friedrich Händel. Aber auch ganz innige Töne sind in dieser Besetzung von oben – von der Empore – zu hören – etwa bei einem Psalm von Oskar Lindberg.

Inzwischen ist die Harfe, die das „Laudate Dominum“ begleitete, in den Altarraum transportiert worden. Dort wird sie von Catharina Stehle-Natterer für den zweiten Teil der Aufzeichnung eingestimmt, in dem das Instrument teilweise solistisch brillieren darf, teilweise als Begleitung die Akzente setzt. Dieser Teil weitet noch einmal das musikalische Spektrum, etwa mit der mitreißenden Weise „Ich will dir meine Loblieder singen“ des zeitgenössischen schwedischen Komponisten Christer Hultgren.

Es führt aber auch weit zurück in die Musikgeschichte zu Marc-Antoine Charpentier, der ein hinreißendes „Panis angelicus“ komponierte. Dessen Schönheit bringt Bariton Michael Hanel, der Kirchenmusiker von St. Nikolaus, wunderbar zum Klingen – einfühlsam begleitet von Catharina Stehle-Natterer an der Harfe. Am Ende strahlen die Musiker. Nur für Thomas Kehrer ist nach dem Dreh die Arbeit nicht vorbei. Er muss das gefilmte Material zusammenschneiden. „Zwei bis drei Tage werde ich damit schon beschäftigt sein“, sagt er.

Sendetermine und Spendemöglichkeit

Der Fernsehsender allgäu.tv strahlt das Benefizkonzert der Euregio via salina am Samstag, 3. April, um 21 Uhr, am Ostersonntag, 4. April, um 12 Uhr und am Ostermontag, 5. April, um 12 Uhr aus.

Spenden sind erbeten für den Allgäuer Hilfsfonds.

„Möglich ist dieses Konzert durch die ehrenamtliche Arbeit der Euregio Via salina sowie durch die Unterstützung zahlreicher Euregio-Förderer“, erklärt Euregio-Projektleiter Simon Gehring. Unterstützt wird das Projekt durch das Sozial-Wirtschaftswerk Oberallgäu (SWW).

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Konzertaufzeichnung "Lobe den Herrn" in Immenstadt