Oberallgäu/Kempten

Alte „Seelentröster“ wieder entdeckt

Wiederentdeckt hat Traudl Roßmann die Schallplatte. Jetzt hört sie die Lieder von früher und verbindet damit schöne Erinnerungen.

Wiederentdeckt hat Traudl Roßmann die Schallplatte. Jetzt hört sie die Lieder von früher und verbindet damit schöne Erinnerungen.

Bild: Foto: Claudia Benz

Wiederentdeckt hat Traudl Roßmann die Schallplatte. Jetzt hört sie die Lieder von früher und verbindet damit schöne Erinnerungen.

Bild: Foto: Claudia Benz

Musik hören – das machen derzeit zuhause viele. Doch meist kommen die musikalischen Töne aus dem CD-Player, dem Tablet oder Smartphone. Nicht so bei Traudl Roßmann. Die 73-Jährige ist zwar audiotechnisch gut ausgerüstet, doch sie hat etwas anderes wieder aktiviert: ihren Plattenspieler in der Ecke. Denn Traudl Roßmann ist in ihrem Musikschrank fündig geworden – und hat längst abgelegte Raritäten aufgetan: Schallplatten aus früheren Jahren, die bei der Kemptenerin Erinnerungen wachrufen und die sie jetzt wieder anhört.

Wiederentdeckt hat Traudl Roßmann die Schallplatte. Jetzt hört sie die Lieder von früher und verbindet damit schöne Erinnerungen.
Von be
05.04.2020 | Stand: 16:32 Uhr

„Weine nicht kleine Eva“. Selbst Roßmann muss lachen, wenn sie an diese Schnulze der „Flippers“ zurückdenkt. Doch diese Scheibe ist nicht die einzige mit „Schmusesongs“, die sie entdeckt hat. Andy Borg beispielsweise kommt zum Vorschein. Frank Duval wird wiederbelebt und die amerikanische Sängerin Barbara Streisand mit „A man I loved“.

Seit 20 Jahren lagern die Platten im Musikschrank, wanderten von Umzug zu Umzug mit und wurden jetzt, bei der Suche nach einer Bedienungsanleitung, aus der Ecke geholt. Über 20 Langspielplatten und viele Singles hat die 73-Jährige aufgereiht. Und nicht nur das. Die schwarzen Scheiben drehen sich wieder auf dem Plattenspieler. „Da werden Erinnerungen wach, schöne Erinnerungen“, lacht die Kemptenerin. „Partyzeiten“ spulen sich im Kopf ab, und manches Lied war auch ein „Seelentröster“, erzählt die Mutter einer Tochter und Oma zweier Enkelkinder.

Countrysänger Johnny Cash gehört zwar nicht unbedingt zu den tröstenden Sängern. Doch sein Song „Man in Black“, der ihm genau diesen Beinamen verschaffte, wird jetzt ebenfalls gern angehört. Raritäten nennt Roßmann ihre Platten und hat nie daran gedacht, sie zu entsorgen.

Wer würde auch Carlos Santanas „Samba Pa Ti“ nicht gern mal wieder wie früher vom Plattenspieler hören? Oder bei „Black Magic Woman und „Oye Coma Va“ in eine Zeit zurückdenken, in der die Schallplatte so manche Party zum Kochen brachte?

Klaus Kiechle kann das nachvollziehen. Der passionierte Jazzkenner und langjährige Mitorganisator des Jazzfrühlings blickt auf eine andere Zahl von Schallplatten: auf 600. Natürlich findet sich darin schwerpunktmäßig Jazz und Blues. Denn nicht jedes Stück, das Seltenheitswert besitzt, gibt es auf CD.

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Schallplatten tauschen oder verkaufen würden jedoch weder Kiechle noch Roßmann. Das könne man auf Flohmärkten, im Internet oder bei örtlichen gewerblichen Anbietern. In diesen Zeiten der Ausgangsbeschränkungen bekommen jedoch auch alte Platten einen ganz neuen Reiz.