Corona

Am Sonntag soll das Impfen im Oberallgäu beginnen

Das Impfzentrum für den südlichen Landkreis Oberallgäu im Hofgarten in Immenstadt ist fertig eingerichtet. 15 Impfkabinen stehen in der Stadthalle bereit.

Das Impfzentrum für den südlichen Landkreis Oberallgäu im Hofgarten in Immenstadt ist fertig eingerichtet. 15 Impfkabinen stehen in der Stadthalle bereit.

Bild: Martina Diemand

Das Impfzentrum für den südlichen Landkreis Oberallgäu im Hofgarten in Immenstadt ist fertig eingerichtet. 15 Impfkabinen stehen in der Stadthalle bereit.

Bild: Martina Diemand

Das Impfzentrum im Immenstädter Hofgarten ist fertig. Zunächst stehen Menschen über 80 Jahre und Pflegepersonal auf der Prioritätenliste.
22.12.2020 | Stand: 19:57 Uhr

Der Impfstoff ist am Montag zugelassen worden, im Moment wird er ausgeliefert und am Sonntag soll es dann losgehen – das freiwillige Impfen gegen Corona. Auch im Oberallgäu. Rechtzeitig wurde jetzt das Impfzentrum im Immenstädter Hofgarten fertig. Allerdings wird die Stadthalle nur vorübergehend als Standort genutzt. Wie Landrätin Indra Baier-Müller am Dienstag erklärte, soll das Impfzentrum voraussichtlich ab Februar in die Grünten-Kaserne nach Sonthofen verlegt werden.

Das Einrichten und der Betrieb des Impfzentrums haben laut der Landrätin „den Zusammenhalt hier im Oberallgäu bewiesen, und der hat hervorragend funktioniert“. Geleitet wird das Zentrum von der Katastrophenschutzbehörde des Landratsamts. Eingerichtet wurde es vom Technischen Hilfswerk Sonthofen und betreut wird es von den regionalen Johannitern. Die technische Ausstattung kommt von Bosch. Dankbar und stolz könne man zudem sein, dass sich 120 Ärzte bereit erklärt haben, das Impfen im Oberallgäu und in Kempten zu begleiten.

Diese Anzahl scheint auch nötig zu sein – angesichts der Mammutaufgabe, die sich die Impfteams gestellt haben. Wie Karolin Kappeler vom Katastrophenschutz des Landratsamts erläuterte, soll das Impfzentrum im Hofgarten sieben Tage in der Woche betrieben werden. Zunächst werden drei mobile Impfteams die Pflegeheime und Kliniken aufsuchen und dort Risikogruppen impfen. Zeitgleich wird ein weiteres Impfteam im Hofgarten stationär die Präparate gegen das Corona-Virus verabreichen. „Immer vorausgesetzt wir erhalten genug Impfstoff“, schränkte Kappeler ein.

15 Zeltkabinen in der Stadthalle

Wie das Impfen im Hofgarten abläuft, erläuterte Robert Gast, Johanniter-Dienststellenleiter Kempten-Oberallgäu. Ein Impfteam bestehe aus einem Arzt, einer medizinischen Fachangestellten und einer Verwaltungskraft. Die Personalien der Menschen, die sich impfen lassen wollen, werden am Empfangsschalter im Foyer des Hofgartens geprüft. Danach gehen die Personen in eine der 15 Zeltkabinen, die in der Stadthalle aufgebaut sind. Dort überprüfen die Johanniter ihre Vitalwerte, klären die Ärzte über das Impfen auf und schließlich wird den Bürgern das Präparat gespritzt. Anhand von roten und grünen Karten über dem Kabinen-Eingang wird von außen signalisiert, wie das Zelt belegt ist. Am Ende gehen die Geimpften in einen Warteraum, wo ihr Zustand zwischen 5 und 30 Minuten überprüft wird. Schließlich könnte nach einer Impfung Schwindel oder Unwohlsein auftreten.

Wer sich impfen lassen will, muss sich zunächst angemeldet haben – entweder online im Internet oder per Telefon über eine Hotline. Die werde die Kreisbehörde laut Abteilungsleiter Ralph Eichbauer ab Januar einrichten. Denn auch erst ab Januar/Februar werde das Impfzentrum öffentlich zugänglich sein. Zunächst sollen laut der Prioritätenliste der bundesdeutschen Impfkommission besondere Risikogruppen Vorrang haben. Das sind vor allem Menschen über 80 Jahre.

Von ihnen gibt es rund 10 000 im ganzen Oberallgäu. Um diese zu erreichen, gibt es ein weiteres Team, das sich in der Königsegg-Grundschule Immenstadt eingenistet hat. Die Mitarbeiter dort kontaktieren derzeit Pflegeeinrichtungen und Personen mit der höchsten Priorität und erfragen deren Bereitschaft sich testen zu lassen.

70 Prozent für Herdenimmunität

„Wir brauchen mindestens 70 Prozent der Bevölkerung, die sich impfen lassen, für eine Herdenimmunität“, sagt Dr. Andreas Baumgarten, einer der ärztlichen Leiter des Zentrums. Diese Zahl werde bis nächsten Herbst nur erreicht, wenn auch Hausärzte impfen können – also Impfstoffe auf dem Markt sind, die nicht auf minus 80 Grad gekühlt werden müssen.

Nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung werden pro Impfzentrum maximal 975 Impfdosen je vier Tage ausgeteilt. Daraus ergeben sich bis zu 300 Impfungen am Tag. Der beschränkte Impfstoff macht eine Prioritätenliste notwendig. Laut Gesundheitsministerium sollen die freiwillige Impfung zunächst Menschen hohen Alters oder mit chronischen Erkrankungen erhalten. Zudem gehören Bewohner von Pflegeheimen sowie Risikogruppen in Kliniken dazu. Sie werden von den mobilen Teams aufgesucht. Auch Pflege- und Medizinpersonal, das einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt ist, soll zu Beginn geimpft werden. Danach dürfen sich alle Menschen im Alter von über 80 Jahren impfen lassen.