Streit um Anbindeställe

Massiver Druck auf Bauern - nun unterstützen auch Oberallgäuer Kreisräte einen Brandbrief

Die Hälfte der Bauern im Oberallgäu halten ihr Vieh im Anbindestall. Nun übt der Handel massiven Druck auf Molkereien aus, um Landwirte mit Anbindestall nicht mehr als Milchlieferanten zu akzeptieren.

Die Hälfte der Bauern im Oberallgäu halten ihr Vieh im Anbindestall. Nun übt der Handel massiven Druck auf Molkereien aus, um Landwirte mit Anbindestall nicht mehr als Milchlieferanten zu akzeptieren.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Die Hälfte der Bauern im Oberallgäu halten ihr Vieh im Anbindestall. Nun übt der Handel massiven Druck auf Molkereien aus, um Landwirte mit Anbindestall nicht mehr als Milchlieferanten zu akzeptieren.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Landwirte klagen über massiven Druck vom Handel, um Bauern mit Anbindestall nicht mehr als Milchlieferanten zu akzeptieren. Ein Höfesterben wird befürchtet.
26.11.2021 | Stand: 11:47 Uhr

Einen Brandbrief der Oberallgäuer Bauern an das Bayerische Landwirtschaftsministerium und Umweltministerium unterstützt Landrätin Indra Baier-Müller. So stimmten die Kreisräte im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Umwelt einhellig einem überfraktionellen Antrag zu, der für diese Unterstützung warb. In dem Brandbrief geht es um den Erhalt der Kombinationshaltung von Milchkühen.

Hälfte der Oberallgäuer Bauern hält Milchvieh in Anbindeställen

Wie berichtet, klagen die Allgäuer Bauern darüber, dass der Handel massiven Druck auf Molkereien ausübe, um Landwirte mit Anbindestall nicht mehr als Milchlieferanten zu akzeptieren. „Dabei“, erklärte die Oberallgäuer BBV-Kreisbäuerin und Kreisrätin Monika Mayer (Freie Wähler) im Ausschuss, „halten die Hälfte unserer Bäuerinnen und Bauern ihr Milchvieh in Anbindeställen“. In aller Regel sei damit verbunden, dass die Tiere während der Vegetationszeit auf hofeigene Viehweiden getrieben werden oder das Jungvieh den Sommer auf den Alpen verbringe.

Maximal 28 Prozent der Oberallgäuer Kühe leben in der Anbindehaltung. Mayer: „Studien beweisen, dass die Tiere genauso gesund sind wie im Laufstall und sogar länger leben.“ Deshalb tritt der Brandbrief für eine Kombinationshaltung ein: „Weidegang plus optimal viel Tierwohl in der Anbindung“.

Das Aus für Betriebe droht

Vor allem kleine Familienbetriebe hätten Ställe, in denen das Vieh auf einem festen Platz angebunden sei, sagte Mayer. Sie könnten sich keinen Laufstall leisten, der immens teuer ist und viel mehr Platz braucht. Sollten diese Landwirte keine Milch mehr liefern dürfen, wäre es das Aus für die Betriebe.

Massives Bauernsterben befürchtet

Die Folge wäre ein massives Bauernsterben und ein „noch nie dagewesener Strukturbruch“, erklärte die Kreisbäuerin. Damit würde sich „das Gesicht unseres Landkreises“ ändern. Denn die Oberallgäuer Landschaft sei wesentlich von Dauergrünland, also von Milchviehhaltung geprägt.

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