Wintersport

Auf der Streif im Garten: Wie der Skiclub Rettenberg seinen Nachwuchs fithält

Ob im Dreierpack im Wohnzimmer oder vor dem Tablet im Garten: Die Kids des Skiclubs Rettenberg haben den Ritt von Andreas Sander auf der „Streif“ simuliert – und die Sprungtechnik von Johannes Rydzek imitiert.

Ob im Dreierpack im Wohnzimmer oder vor dem Tablet im Garten: Die Kids des Skiclubs Rettenberg haben den Ritt von Andreas Sander auf der „Streif“ simuliert – und die Sprungtechnik von Johannes Rydzek imitiert.

Bild: Ronald Maior

Ob im Dreierpack im Wohnzimmer oder vor dem Tablet im Garten: Die Kids des Skiclubs Rettenberg haben den Ritt von Andreas Sander auf der „Streif“ simuliert – und die Sprungtechnik von Johannes Rydzek imitiert.

Bild: Ronald Maior

Der Skiclub Rettenberg findet im Lockdown kreative Lösungen für die Jugend. Zwei Wintersport-Stars aus der Region fungieren dabei als Paten.
19.03.2021 | Stand: 21:59 Uhr

Die Skilifte haben geschlossen, Langlauftraining in großen Gruppen ist verboten und an Wettkämpfe ist nicht zu denken. Nahezu die komplette Saison fiel für die Skiclubs aus der Region flach. Der SC Rettenberg hat einen Weg gefunden, um seinen Nachwuchs in dieser Zeit trotzdem herauszufordern. Drei Challenges über den ganzen Winter verteilt hielten 70 Mädchen und Jungs auf Trab.

„Wir haben lange überlegt, wie wir das brachliegende Vereinsleben vorantreiben können“, sagt der stellvertretende SCR-Vorsitzende Fabian Häusler. „So entstand im Januar die Idee, das Profi-Abfahrtsrennen in Kitzbühel mit einer Challenge für den Nachwuchs zu verbinden.“ Unter dem Motto „Fahr mit Andi Sander auf der Streif“ konnten die Teilnehmer Videos einreichen, wie sie gleichzeitig mit dem Burgberger Ski-Star in die Hocke gehen und seine Bewegungen vor dem Fernseher nachahmen.

Andreas Sander verlost Starnummer aus Kitzbühel

Motiviert wurden die Kids von Sander selbst, der sich mit einer Videobotschaft an sie wandte und verschiedene Preise, wie seine Kitzbühel Startnummer von 2020, zur Verfügung stellte. Im Nachgang wurden die Gewinne unter verlost. „Die Idee kam bei Kindern, Eltern und allen Beteiligten im Verein richtig gut an und hat für eine super Stimmung in unserem Skiclub gesorgt“, sagt Häusler. Deshalb stand Mitte Februar Teil zwei auf dem Programm. Passend zum Fasching war ein Foto oder Video mit Verkleidung gefordert: im eigenen Garten auf Ski, auf der Loipe oder am nächsten Hügel in Aktion – ein Kostüm und der Spaß an der Sache waren wichtig. „Wir wollten erreichen, dass die Kinder und Jugendlichen raus gehen und sich bewegen. Das hat ausgezeichnet geklappt“, sagt Häusler.

Auch bei der abschließenden Sprint-Challenge wurden zahlreiche Videos eingereicht. Als Vorbild und Pate fungierte diesmal der Oberstdorfer Johannes Rydzek. Der sechsfache Weltmeister der Nordischen Kombination forderte den Rettenberger Nachwuchs auf, „in die WM zu sprinten“. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die Jungen und Mädchen liefen auf Ski, mit Inline-Skates, sowie zu Fuß um die Wette. Und Rydzek sponserte die Belohnungen.

Fabian Häusler: 64 von 70 Kindern waren dabei

Insgesamt waren die drei Aktionen eine gelungene Alternative in einer ungewöhnlichen Winter-Saison und eine Bestätigung für gute Vorstandsarbeit: „In Summe haben 64 unserer knapp 70 Kinder teilgenommen. Außerdem ist in den letzten Monaten niemand aus unserem Skiclub ausgetreten“, sagt Häusler. „Das zeigt, wie groß die Motivation bei uns im Verein ist.“ Trotzdem hoffe er, dass „wir in der nächsten Saison keine Challenges brauchen, sondern wieder normales Langlauf- und Ski-Training für unsere Mitglieder anbieten können.“

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Aber auch in der Zwischenzeit will der SC Rettenberg Angebote für seine Junioren und Senioren schaffen, sagt Häusler: „Für die Erwachsenen planen wir eine zweitägige Rennrad-Alpenüberquerung an den Gardasee und ab April wollen wir ein wöchentliches Mountainbike-Training für die Kinder anbieten.“