Burgberg

Böllerschützen zum 150-Jährigen

Schießsport Die SG Burgberg feiert großes Jubiläum. Der Vorsitzende Ludwig Wegscheider erinnert an die schwierigen Anfänge, an den ersten deutschen Meister und an die Premiere der eigenen Schießstätte
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Von lug
01.12.2019 | Stand: 18:24 Uhr

Es begann mit 20 Gründungsmitgliedern im „Löwen“. Im Burgberger Gasthof versammelten sich 1869 die ersten Sportschützen, um die Schützengesellschaft Burgberg ins Leben zu rufen. Heute, 150 Jahre später, wirken die Rahmenbedingungen dieser Gründung wie wertvolle, historische Überlieferungen: Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Anton Haug war einst erster „Schützenkommisär“, Xaver Pabst war der erste Schützenmeister. Die erste Schießstätte war an der Burgruine Heimenhofen, geschossen wurde mit Feuer- und Zimmerstutzen.

Um diese Gründung zu würdigen, veranstaltete die Schützengesellschaft zum 150-Jährigen ein großes Fest in der Grüntenhalle. Befreundete Schützenvereine aus der Umgebung waren ebenso geladen, wie die örtlichen Vereine. Traditionell eröffneten die Böllerschützen aus eigenen- und aus befreundeten Reihen das Fest, ehe es mit einem Festzug mit der Musikkapelle Burgberg in die Kirche ging. Hier begleiteten die „Fiehrôbed Johlar“ den Gottesdienst von Pfarrer Florian Rapp. In der Grüntenhalle freute sich Schützenmeister Ludwig Wegscheider über den Besuch von Landrat Anton Klotz, von Bürgermeister Dieter Fischer, Gauschützenmeister Manfred Schneider und dem Ehrenschützenmeister Adolf Köberle.

Dabei erinnerte Wegscheider vor allem an die politischen Strömungen zur Gründungszeit, wenige Jahre nach der deutschen Revolution. Nach den schwierigen Anfängen sei das Schützenwesen heute „deutlich anders ausgerichtet“, ausschließlich sportlich orientiert. Mit Ludwig Lehrer hatte die SG Burgberg auch einen deutschen Meister in ihren Reihen. Und Lehrer war es auch, der in den 50er Jahren die Weiterführung des Schützenvereins nach dem Zweiten Weltkrieg aufleben ließ – immerhin hatten die Vereine alle Waffen abgeben müssen.

Ein großes Schützenfest 1969 anlässlich des 100-jährigen Bestehens und die daraus resultierenden Gewinne, waren auch der Zündfunke für die Erbauung eines eigenen Schützenhauses. Diese Schießstätte wurde 1970 eröffnet und sukzessive erweitert und verbessert.

Heute werden in Burgberg nur Luftdruckwaffen (Luftgewehr- und Pistole) und Zimmerstutzen geschossen – auf den neuen elektronischen Ständen mit Lasergewehren, eine Bereicherung für die Ausbildung der Jugend. Landrat Klotz lobte die Förderung der Jugend und dankte für das Engagement über die Jahre. Bürgermeister Fischer dankte für die Einsatzbereitschaft vor allem bei den Festen in der Gemeinde.

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Gauschützenmeister Manfred Schneider geißelte in seiner Rede die „Deppen“ der Nation, die „unser Zusammenleben in der Gemeinschaft immer wieder torpedieren und unseren schönen Schützensport kaputtmachen“. Doch er überbrachte auch Glückwünsche an die Burgberger, eine Schützenscheibe sowie Ehrenmedaillen vom BSSB und DSSB – und Schneider animierte den Landrat dazu, nach seinem Amtsende ihm zu folgen und für ihn als Gauschützenmeister anzutreten. Von Herbert Köberle und dem Trachtenverein Burgberg gab es ebenso Geschenke, wie von den Vereinen aus Hindelang, Oberstdorf, Unterjoch, aus Schöllang, Langenwang und dem Stillachtal.

Die Ehrungen des Abends übernahmen Manfred Schneider und Rita Schad vom Gauverband Oberallgäu. Die Verdienstnadel in Gold des Bayerischen Schützenbundes erhielten Waltraud Kneppler, Beate Müller, Monika Wölfle, Hans Kneppler, Horst Sattler und Luggi Müller. Des Weiteren wurden mit Waltraud Kneppler, Hans Kneppler und Horst Sattler drei Schützen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zu guter Letzt gab es für Schützenmeister Ludwig Wegscheider noch eine Überraschung: Er wurde mit dem Protektor-Abzeichen des Schützenbundes ausgezeichnet – für seine über 25-jährige Tätigkeit als Vorstand und Schützenmeister.

Zum Höhepunkt des Jubiläumsfestes ließ Luggi Müller mit Bildern hinterlegt die Geschichte des Vereins Revue passieren. Erinnerungen für die Burgberger Schützen, die ihre Anfänge alle an einem Abend 1869 im „Löwen“ haben.