Kulturveranstalter

Bühnenerlebnis mit Abstand

„Ich probier’s jetzt einfach“: Leiterin Monika Bestle öffnet wieder die Sonthofer Kultur-Werkstatt – trotz strenger Abstands- und Hygiene-Vorschriften wegen der Corona-Pandemie. Zum Auftakt gibt es drei Konzerte und eine Ausstellung. Das weitere Programm wird wöchentlich veröffentlicht.

„Ich probier’s jetzt einfach“: Leiterin Monika Bestle öffnet wieder die Sonthofer Kultur-Werkstatt – trotz strenger Abstands- und Hygiene-Vorschriften wegen der Corona-Pandemie. Zum Auftakt gibt es drei Konzerte und eine Ausstellung. Das weitere Programm wird wöchentlich veröffentlicht.

Bild: Günter Jansen

„Ich probier’s jetzt einfach“: Leiterin Monika Bestle öffnet wieder die Sonthofer Kultur-Werkstatt – trotz strenger Abstands- und Hygiene-Vorschriften wegen der Corona-Pandemie. Zum Auftakt gibt es drei Konzerte und eine Ausstellung. Das weitere Programm wird wöchentlich veröffentlicht.

Bild: Günter Jansen

Die Sonthofer Kultur-Werkstatt bietet nach langer Pause ab Donnerstag wieder Konzerte und eine Ausstellung an. Leiterin Monika Bestle erklärt, was alles zu beachten ist, damit der Neustart nach der Schließung gelingt
01.07.2020 | Stand: 12:00 Uhr

„Wir sind wieder da“, lautet die frohe Botschaft aus der Sonthofer Kultur-Werkstatt. Und gleich der nächste Satz in der Mail von Leiterin Monika Bestle bringt die Einschränkung: „Wir versuchen es.“ Denn in diesen Zeiten, in denen das Corona-Virus und der Schutz davor das Leben beherrschen, ist eines klar: Dass fast nichts mehr planbar ist.

Allen Unwägbarkeiten zum Trotz soll am Donnerstag wieder das Veranstaltungsprogramm in der Kultur-Werkstatt beginnen: Drei Konzerte sind zunächst geplant an drei aufeinanderfolgenden Abenden. Außerdem öffnet eine Ausstellung wieder.

50 Besucher dürfe sie ins Haus lassen, sagt Monika Bestle. Bis zu zehn Personen können dabei jeweils immer an zwei Tischen zusammensitzen. Dann müsse ein Abstand zur nächsten Gruppe eingehalten werden. Doch die Leiterin rechnet zu Beginn nicht mit einem Ansturm, so dass die Besucher möglichst weit auseinandergesetzt werden können.

Die Besucher müssen beim Betreten des Hauses einen Mund- und Nasenschutz tragen und sich in eine Liste eintragen, erklärt Monika Bestle. Am Platz dürfen die Besucher ihre Masken ablegen, müssen sie aber wieder anlegen, wenn sie etwa auf die Toilette gehen oder sich an der Theke eine Erfrischung holen wollen. Eine Pause während der Vorstellung gebe es nicht, eine Bewirtung an den Tischen gebe es nicht, sagt die Werkstatt-Chefin. Vor Beginn der Vorstellung können aber Getränke an der Theke erworben werden. Allerdings sei beim Anstehen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Auf der Bühne dürfen maximal vier Menschen auftreten. Sie sollen einen Abstand von zwei Metern zum Publikum einhalten, sagt Monika Bestle. Zusätzlich habe sie Luftreiniger angeschafft, die Kleinstpartikel aus der Luft im Saal filtern sollen. So hofft Monika Bestle, alle Auflagen zu erfüllen.

Sie spürt eine große Verunsicherung bei den Menschen. „Die einen machen, was sie wollen“, sagt die Werkstatt-Chefin, andere, die versuchen, vorsichtig zu sein, werden zum Teil „im Regen stehen gelassen“. Sie beneide die Politiker und Behördenmitarbeiter nicht, sagt Monika Bestle, die nach dem richtigen Weg suchen. Dennoch hat sie das Gefühl: „In der Kulturszene lässt man die Leute total hängen.“

Dabei brauchen die Menschen gerade in diesen schweren Zeiten der Krise etwas für ihre Seele, ist Monika Bestle überzeugt. Und das könne die Kultur bieten. Deshalb öffnet die Werkstatt-Chefin ihr Haus – „aus Leidenschaft“, wie sie sagt. Denn verdient sei unter diesen Vorgaben nichts. Und sie öffne das Haus den Künstlern zuliebe – um ihnen Auftrittsmöglichkeiten zu bieten. Im Moment setzt sie dabei auf Künstler aus der Region, die keine große Anfahrt, aber eine Fangemeinde haben. Ihr Programm veröffentliche sie wochenweise, sagt Monika Bestle. Von den Besuchern erbittet sie eine Reservierung vorab und eine besonnene Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Sie ist voll Zuversicht, dass alles klappt. „Ich probier’s jetzt einfach.“