Bürgerversammlung

Bürgermeisterin zieht Bilanz: So geht es in Missen-Wilhams weiter

Beim neu geplanten Dorfsaal in Missen-Wilhams drängt die Zeit. Der bislang genutzte Schäffler-Saal steht ab 2022 nicht mehr zur Verfügung.

Beim neu geplanten Dorfsaal in Missen-Wilhams drängt die Zeit. Der bislang genutzte Schäffler-Saal steht ab 2022 nicht mehr zur Verfügung.

Bild: Archivbild: Architekturbüro Metzler

Beim neu geplanten Dorfsaal in Missen-Wilhams drängt die Zeit. Der bislang genutzte Schäffler-Saal steht ab 2022 nicht mehr zur Verfügung.

Bild: Archivbild: Architekturbüro Metzler

Erstmals zieht die Rathauschefin Martina Wilhelm eine Bilanz ihrer Arbeit in Missen-Wilhams. Bei manchem Thema muss sie die Bürger jedoch vertrösten.
30.09.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Seit Mai 2020 ist Martina Wilhelm Bürgermeisterin in Missen-Wilhams – jetzt ließ die Corona-Situation erstmals eine Bürgerversammlung zu. 80 Teilnehmer kamen in die Sporthalle. Und sie brachten vor allem Fragen rund um den Straßenverkehr und den geplanten Dorfsaal-Bau mit.

Corona hat die bisherige Amtszeit von Martina Wilhelm geprägt. Kaum offizielle Anlässe gab es im Jahr 2020. Und auch auf den Tourismus hat sich die Pandemie ausgewirkt. Die Übernachtungszahlen gingen auf knapp 98.300 zurück. Aus Sicht der Bürgermeisterin war das ein Minus von „nur fünf Prozent“. Denn durch die Lockdown-Monate entfielen über 23.000 Übernachtungen. Doch in den verbleibenden Monaten war Missen-Wilhams als Urlaubsziel gefragter denn je. Allein im September 2020 gab es ein Übernachtungs-Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Neue Schulleiterin in Missen

Positiv aus Sicht von Wilhelm: Seit August gibt es mit Andrea Bölle wieder eine Schulleiterin in Missen. Aktuell besuchen 68 Mädchen und Buben die Schule. 31 von ihnen nutzen die Mittagsbetreuung, die seit September 2020 in der Schule selbst stattfindet. Aus allen Nähten platzt die Kindertagesstätte St. Martin. Alle 62 Plätze sind belegt.

Ob hier Handlungsbedarf besteht und die Gemeinde eine Erweiterung plant, ließ die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Hans Dreyer offen. Zunächst soll eine Bedarfsermittlung stattfinden. Dreyer hofft, dass es im konkreten Fall eines sechsjährigen Migrantenkindes eine Lösung gibt, damit dieses nicht ohne Kindergarten-Erfahrung eingeschult wird. „Da sind wir dran“, sagte Wilhelm.

Beim Neubau des Dorfsaals drängt die Zeit

Mit Verzögerung gestartet ist die Dorferneuerung. Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft ist gewählt. Eine Informationsveranstaltung zu privaten Maßnahmen ist für den 3. November angesetzt. Das größte Projekt der Dorferneuerung aber ist der Neubau eines Dorfsaals. Hier drängt die Zeit, denn der bislang genutzte Schäffler-Saal steht ab 2022 nicht mehr zur Verfügung, da dort Hotelzimmer entstehen. Derzeit erfolgt die Aktualisierung der Baukostenschätzung. Danach soll der Gemeinderat über den Zeitplan entscheiden. Aus den Besucherreihen hatte Luise Jahn nachgefragt, „wann da was ins Laufen kommt“.

Konzept: Parken soll nicht mehr kostenfrei sein

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Stefan Dressel wollte wissen, warum das Parken in der Gemeinde kostenlos sei. Schließlich könne die Kommune hier Geld einnehmen. „Auf diese Idee sind wir auch schon gekommen“, antwortete ihm Wilhelm. Aus ihrer Sicht „positiv, dass das auch aus der Bürgerschaft kommt“. Es müsse aber ein Gesamtkonzept geben, um das Parken nicht in kostenfreie Bereiche zu verlagern.

Davor fürchtet sich Isidor Dreyer. Er wollte auch wissen, wann die seit Jahren geplante Erneuerung der Straßen in Missen-Berg erfolgt. Hier fehle noch der konkrete Plan, erwiderte ihm die Bürgermeisterin. Liegt er vor und ist klar, welche Zuschüsse fließen könnten, soll es eine Ortsteilversammlung geben. Im Januar 2022 beginnen soll der weitere Breitband-Ausbau. Entgegen einem ersten Anschreiben koste der Anschluss die Haushalte nichts, versicherte Wilhelm.

Brückensanierung in Wiederhofen im Gespräch

Herbert Huber erkundigte sich nach einer Brückensanierung in Richtung Wiederhofen. „Das haben wir auf dem Schirm“, antwortete ihm die Bürgermeisterin. An das Anliegen junger Bürger, im Außenbereich bauen zu dürfen, erinnerte Stefan Dressel. Hier habe sie mit dem Landratsamt gesprochen, berichtete Wilhelm. Dieses habe Einzelfallentscheidungen angekündigt.

Gertrud Schwarz und Josef Ostermann schließlich störten sich an Wohnmobilen und Lkw, die im Bereich der neuen Bäckerei für Enge sorgen. Grundsätzlich sei das Parken an der Straße möglich, „wir sind es in Missen bislang nur nicht gewöhnt“, sagte Wilhelm.

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