Deutscher Alpenverein

Bad Hindelang: Jugendbildungsstätte stellt auf vegetarisches Essen um

Sie stehen zum Beschluss, in der Jugendbildungsstätte (Jubi) des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Bad Hindelang nur noch vegetarisches Essen zu bieten (von links): Martin Herz (Hausleiter), Helga Kolodziejczyk (Hauswirtschaftsleiterin) und Lena Behrendes (Bildungsreferentin).

Sie stehen zum Beschluss, in der Jugendbildungsstätte (Jubi) des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Bad Hindelang nur noch vegetarisches Essen zu bieten (von links): Martin Herz (Hausleiter), Helga Kolodziejczyk (Hauswirtschaftsleiterin) und Lena Behrendes (Bildungsreferentin).

Bild: Cassandra Kemmer

Sie stehen zum Beschluss, in der Jugendbildungsstätte (Jubi) des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Bad Hindelang nur noch vegetarisches Essen zu bieten (von links): Martin Herz (Hausleiter), Helga Kolodziejczyk (Hauswirtschaftsleiterin) und Lena Behrendes (Bildungsreferentin).

Bild: Cassandra Kemmer

In der Jugendbildungsstätte Bad Hindelang ist der Fokus auf regional, saisonal und bio. Die verarbeiteten Produkte sollen zudem aus fairem Handel kommen.
08.01.2022 | Stand: 17:00 Uhr

Die Jugendbildungsstätte (Jubi) der Jugend des Deutschen Alpenvereins in Bad Hindelang wurde erneut als klimaneutral zertifiziert – und ist jetzt auch Vorreiter in Sachen klimaschonendes Essen. Zusammen mit der Jubi Babenhausen stellte sie zum neuen Jahr als erste Jugendbildungsstätte in Bayern auf eine rein vegetarische Verpflegung um, steht in einer Mitteilung der Jubi.

Bereits 2020 wurde die Hindelanger Bildungsstätte durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) als klimaneutral zertifiziert. Dies bedeute allerdings nicht, dass tatsächlich kein CO2 mehr ausgestoßen wird. In den Bereichen, in denen dies nicht verhindert werden kann, werden Kompensationen gezahlt. „Wir wollen uns aber nicht darauf ausruhen, Kompensationen zu zahlen, sondern unseren CO2-Ausstoß wirklich verringern“, beschreibt Martin Herz, Leiter der Jugendbildungsstätte.

DAV-Jubi in Bad Hindelang: Hälfte der Emissionen wegen Verpflegung

Die CO2-Bilanzierung mache deutlich, dass „etwa die Hälfte der Emissionen auf die Verpflegung zurückzuführen ist“. Und von den einzelnen Lebensmitteln machten die Emissionen, die von tierischen Produkten stammen, gut 60 Prozent aus, erklärt Lena Behrendes, die als Bildungsreferentin für Nachhaltigkeit und Klimaschutz das Thema in der Jubi begleitet. „Wir haben die unterschiedlichen Stellschrauben im Bereich der Verpflegung beleuchtet und intern diskutiert“, sagt Lena Behrendes. „Für uns ist es wichtig, dass die Ernährung so nachhaltig wie möglich ist.“ Gleichzeitig müssten aber auch die Kosten im Blick bleiben. „Schließlich sind wir keine kommerzielle Gastronomie, sondern eine Jugendbildungsstätte, deren Angebote sich überwiegend an wenig zahlungskräftige Gäste richten.“ (Lesen Sie auch: Ökotest testet Müsli: Zehn Frucht-Müslis erhalten die Note "ungenügend")

Auf dieser Grundlage kamen die Verantwortlichen der Jubi Hindelang letztlich zu dem Ergebnis, dass die Lebensmittel vegetarisch und möglichst regional, saisonal und bio sein sollen. Produkte von weit her sollen möglichst vermieden werden und ansonsten aus fairem Handel stammen.

Vegetarische Kost in der Jubi: Verzicht auf Fleisch um CO2 zu sparen

Die Entscheidung für eine rein vegetarische Kost sei ein Prozess gewesen. Behrendes: „Aus Klimaschutzgründen macht es eindeutig Sinn, auf Fleisch zu verzichten. Eine rein pflanzliche Ernährung wäre von der CO2-Bilanz her sogar noch besser. Uns ist es aber auch wichtig, dass unsere Speisen einen regionalen Bezug behalten und hier spielt die kleinbäuerliche Milch- und Käseproduktion einfach eine wichtige Rolle.“ Es sei auch über den Ersatz des konventionellen Fleisches durch regionales Biofleisch nachgedacht worden, ergänzt Hausleiter Herz. „Da aber Biofleisch zu Recht teuer ist, müssten wir hier unsere Preise erhöhen, was für unsere sozial schwächeren Zielgruppen schmerzhaft wäre.“

Zum Nachdenken anregen

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Behrendes: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehören zu unseren wichtigsten Bildungsthemen und bei der Verpflegung kann man diese sehr unmittelbar und praxisnah aufgreifen.“ Dem Jubi-Team gehe es nicht darum, „eine dogmatische Haltung zu vermitteln, sondern zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen, was bei uns auf dem Teller landet und was alles damit zusammenhängt“.

Für die Umstellung auf eine möglichst regionale, saisonale Biokost gibt sich die Jubi bis Ende 2022 Zeit. Bis dahin sollen Rezepte optimiert, neue Lieferanten getestet und Preiskalkulationen erstellt werden. „So eine Umstellung geht nicht von heute auf morgen“, stellt Helga Kolodziejczyk, Hauswirtschaftsleiterin der Jubi Hindelang, fest.

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