Jahresrückblick

Die Bergwacht Bad Hindelang musste 2020 auch Tote bergen

Die Bad Hindelanger Bergwacht musste im vergangenen Jahr auch Tote bergen.

Die Bad Hindelanger Bergwacht musste im vergangenen Jahr auch Tote bergen.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Die Bad Hindelanger Bergwacht musste im vergangenen Jahr auch Tote bergen.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Die Bad Hindelanger Bergretter rückten im vergangenen Jahr insgesamt 337 Mal aus. Sie blicken zurück auf zwei besondere Einsätze am Ornach und am Entschenkopf.
30.04.2021 | Stand: 15:23 Uhr

Von einem Bergwachtjahr „in einem nicht normalen Jahr“ 2020 berichtete Bereitschaftsleiter Urban Blanz bei der Jahresversammlung der Bergwacht Hindelang. Als Beispiel nannte er in seiner Jahresbilanz den November: In dem Monat finden ansonsten kaum Einsätze statt. Doch in 2020 wurden die Hindelanger Retter ständig gerufen, um Hilfe zu leisten. In der Online-Versammlung lobte Blanz die Einsatzkräfte für „die gewohnte Disziplin, das vorbildliche Verhalten und die professionelle Abwicklung der Einsätze auch unter schwierigsten Bedingungen“.

2020 bewältigte die Bergwacht Hindelang 337 Einsätze und Hilfeleistungen, 45 weniger als 2019. Der Rückgang sei auf den ersten Lockdown infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen: Die Bergbahnen liefen im Winter nur bis 15. März und somit vier Wochen kürzer als üblich.

Die Einsätze der Bergwacht Bad Hindelang in den Skigebieten

Im Skigebiet Oberjoch mussten in der verkürzten Wintersaison 260 verletzte Ski- und Snowboardfahrer geborgen werden. Die Zusammenarbeit mit den Bergwachten Immenstadt und Hinterstein am Wochenende und an den Feiertagen laufe hervorragend. Auch die Skiwacht unterstütze unter der Woche beim Vorsorgedienst im Skigebiet. Außerhalb des Skigebiets gab es laut Blanz im Winter weitere 20 Hilfeleistungen. In der Sommersaison (ab 21. Mai) rückten die Bergretter zu 51 Einsätzen aus.

„Es war, was die Einsatzzahlen betrifft, ein ganz normaler Sommer in einem nicht normalen Jahr“, sagte Bereitschaftsleiter Blanz. Im November allerdings, in dem normalerweise fast keine Einsätze stattfinden, seien es diesmal bis zu sechs Hilfeleistungen pro Woche gewesen.

Bergwacht Bad Hindelang erinnert sich an Lawineneinsatz am Ornach und Absturz am Entschenkopf

Ihre gute Ausbildung konnten die Retter gleich zu Beginn des Jahres bei einem nächtlichen Lawineneinsatz am Ornach unter Beweis stellen, erinnerte Blanz. Dort suchten insgesamt 90 Einsatzkräfte einen verschütteten Menschen. Später stellte sich heraus, dass sich die vermeintlich verunglückte Person selbst aus den Lawinenmassen hatte befreien können.

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Einen weiteren Großeinsatz gab es im August. Ein vermisster Bergsteiger wurde viele Stunden im Bereich des Entschenkopfs gesucht. Mit Unterstützung der alpinen Einsatzgruppe wurde er gefunden, „allerdings kam für ihn leider jede Hilfe zu spät“, sagte Blanz. Eine weitere Totenbergung gab es oberhalb der Hirschalpe in Bereich der sogenannten Steinpässe „aufgrund eines Herz-Kreislaufstillstands“. Ein Mann wurde im Ortsgebiet von Bad Hindelang zudem reanimiert, sagte Blanz. Später sei er jedoch in der Klinik gestorben.

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Neues aus der Bereitschaftsleitung der Bad Hindelanger Bergwacht:

  • Bei den Neuwahlen der Bergwacht Hindelang wurden Urban Blanz als Bereitschaftsleiter und Flori Beutel als erster Stellvertreter wiedergewählt. Neu ist als zweiter Stellvertreter Thomas Kuisle.
  • Anna Scholl übergab die Verantwortung für das Ressort Notfallmedizin an Raffael Heim.
  • Martin Keck war die letzten 15 Jahre mit Robert Schmid als Ausbildungsleiter tätig. Er beendete seine erfolgreiche Tätigkeit.
  • Als Revisoren wurden Anton Fügenschuh und Andreas Kuisle in ihren Ämtern bestätigt.
  • Hajo Kuisle, zuletzt in der Lawinenhundestaffel tätig, und Sebastian Kuisle beendeten nach 49 und 42 Jahren ihren aktiven Dienst.
  • Ehrenbereitschaftsleiter Toni Holzheu übergab die Leitung des Ressorts Einsatz an den Bereitschaftsleiter Urban Blanz.

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