Bilanz für 2021

Bergwacht Immenstadt: Wie ein tödlicher Absturz die Retter beschäftigte

Der Einsatz am Steineberg war einer von 66 für die Immenstädter Bergwacht im vergangenen Jahr.

Der Einsatz am Steineberg war einer von 66 für die Immenstädter Bergwacht im vergangenen Jahr.

Bild: Simon Gillich

Der Einsatz am Steineberg war einer von 66 für die Immenstädter Bergwacht im vergangenen Jahr.

Bild: Simon Gillich

Die Zahl der Einsätze der Bergwacht Immenstadt 2021 ging zwar zurück. Es gab aber auch einen tödlichen Unfall am Steineberg.
30.05.2022 | Stand: 17:12 Uhr

Auf herausfordernde Einsätze und steigende Mitgliederzahlen blickte Peter Ellmann, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Immenstadt, bei der Jahresversammlung zurück. Zwar gingen die Einsatzzahlen 2021 laut einer Pressemitteilung zurück, dennoch mussten die Immenstädter Bergwachtler ihr Können bei anspruchsvollen Einsätzen zeigen. Im Gedächtnis bleibt den Bergrettern vor allem ein tödlicher Absturz am Steineberg.

Am Ostersonntag vergangenes Jahr war es beim Abstieg vom Steineberg, unterhalb der Leiter, zu einem fatalen Sturz gekommen. Weil dort noch harter Schnee auf dem Weg lag, rutschte eine 53-jährige Wanderin aus und stürzte danach mehrere Hundert Meter den Berg hinab. Wegen der Verletzungsschwere und der Dringlichkeit des Transports entschieden sich die Bergwacht und das Team von Christoph 17 für eine sogenannte „Crash-Rettung“. Dennoch kam für die Frau jede Hilfe zu spät.

Einen 70-jährigen Oberallgäuer konnte die Bergwacht Immenstadt retten

Geborgen werden konnte dagegen ein 70-jähriger Oberallgäuer, der im Juli ebenfalls im Bereich Steineberg und Stuiben abgestürzt war. Nach dem als vermisst gemeldeten Mann hatten zuvor mehrere Suchmannschaften, die Rettungshundestaffel, das Technikteam Allgäu mit einer Drohne sowie ein Polizei- und der Rettungshubschrauber Christoph 17 geforscht. Obwohl der Wanderer 60 Meter tief gefallen und sich dabei verletzt hatte, wurde er lebend gerettet.

2021 wurde eine neue Bereitschaftsleitung der Immenstädter Bergwacht gewählt. Stellvertretender Bereitschaftsleiter Klaus Gert stand nicht mehr zur Verfügung. Online wurden Elmar Baumann und Philipp Menzenbach als Stellvertreter gewählt. Peter Ellmann bleibt weiterhin als Bereitschaftsleiter im Amt.

Seilbahnevakuierungen wurden an der Mittagbahn und Alpseebergwelt geübt

Ausbildungsleiterin Franziska Widenmayer freute sich über die rege Teilnahme an den Ausbildungen unter Corona-Bedingungen in Kleingruppen und unter entsprechenden Hygienemaßnahmen. Neben medizinischen Einsatzbeispielen wurden die jährlichen Seilbahnevakuierungen an der Mittagbahn und Alpseebergwelt durchgeführt.

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Elmar Baumann ehrte auch zwei langjährige Mitglieder: Für 70 Jahre engagierte Mitgliedschaft wurde Michl Baumgärtner ausgezeichnet. Er war Ausbilder in der Bereitschaft Immenstadt und überzeugte in der Region durch sein Fachwissen und bergsteigerisches Können. Außerdem war er Hüttenwart am Bergwachtstützpunkt Seifenmoos sowie Gerätewart des Regionaldepots. Er ist mittlerweile verstorben.

Winne Schmidt wird für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt

Winne Schmidt wurde für seine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Neben der Tätigkeit als Luftretter war Schmidt Leiter des Kriseninterventionsdiensts Berg. Beide Kameraden hatten bereits die Leistungsauszeichnung der Bergwacht Bayern in Silber erhalten.

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