Wintersport

Bergwacht warnt Rodler vor eisigen und steilen Wegen

Skihelm und -brille, feste Schuhe mit griffiger Sohle und ein stabiler Schlitten sorgen für mehr Sicherheit beim Rodeln.

Skihelm und -brille, feste Schuhe mit griffiger Sohle und ein stabiler Schlitten sorgen für mehr Sicherheit beim Rodeln.

Bild: Sibylle Mettler

Skihelm und -brille, feste Schuhe mit griffiger Sohle und ein stabiler Schlitten sorgen für mehr Sicherheit beim Rodeln.

Bild: Sibylle Mettler

Notaufnahmen in Immenstadt und Kempten berichten von mehr Rodelunfällen. Allgäuer Bergwacht mahnt zur Vorsicht. Wie man Füße und Kopf besser schützt
15.01.2021 | Stand: 17:51 Uhr

Ein Auffahrunfall mit Folgen: Mit einer schweren Rückenverletzung ist eine 45-Jährige an Silvester in eine Klinik gebracht worden. Ein hinter ihr rodelndes Paar war der Frau mit dem Schlitten aufgefahren. Die Allgäuer Bergwacht hat in den vergangenen Jahren beobachtet, dass er immer mehr Rodelunfälle gibt. Regional-Geschäftsführer Peter Haberstock warnt vor zu steilen und vereisten Wegen. Sie seien Hauptursache für viele Unfälle. „Wenn ich nicht mehr lenken und bremsen kann, sollte ich nicht mehr rodeln“, betont er. Wer das beherzige, vermeide viele Karambolagen.

Nur wenige Outdoor-Aktivitäten derzeit möglich

Rodeln ist eine der wenigen Outdoor-Aktivitäten, die derzeit möglich sind. Wie viele Unfälle dabei passieren, darüber hat Haberstock im Moment noch keine Zahlen vorliegen.

Fest steht aber, dass die Rodelunfall-Einsätze der Bergwacht im Allgäu vor einigen Jahren um mehr als ein Drittel angestiegen sind. Das liege an der Anzahl der Rodler und den Schneeverhältnissen. Wenn die Wege bis ins Tal, wie derzeit, eine gute Schneedecke haben, seien auch mehr Menschen unterwegs. Dann passierten natürlich auch mehr Unfälle.

Mehr Rodler in der Notaufnahme

Das spüren auch die Kliniken in Kempten und dem Oberallgäu. „In beiden Notaufnahmen in Kempten und Immenstadt haben wir im Vergleich zu den Vorjahren eine auffallende und deutliche Zunahme an Rodelunfällen“, sagt Dr. Dagmar Strauß, Chefärztin der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahmen an den Kliniken.

Betroffen seien sowohl Kinder als auch Erwachsene. Typischerweise verletzt seien die Extremitäten. Teilweise sei aber auch der Kopf betroffen, schildert Strauß.

Füße und Unterschenkel würden am häufigsten verletzt, sagt auch Bergwachtler Haberstock. Es komme aber auch immer wieder zu Schäden an der Wirbelsäule. Am meisten passiere, wenn der Untergrund eisig, steil oder steinig sei, stellt Haberstock fest. Da solle man unbedingt die Finger vom Rodel lassen.

Der Bergwachtler rät außerdem:

  • Helm: „Ein Skihelm schützt vor Kopfverletzungen.“ Das gelte für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen.
  • Brille: Zum Helm gehört für ihn auch eine Skibrille. Denn hochspritzender Schnee sei nicht nur unangenehm. Er behindere auch die Sicht.
  • Bergschuhe: Weil man mit den Füßen lenkt und bremst, sollten diese in Bergschuhen oder anderen festen Stiefeln mit Profilsohle stecken.
  • Schlitten: Zum Rodelgefährt selbst vermag Haberstock keine Empfehlung abgeben – außer, dass es stabil sein sollte, damit es bei Bodenwellen nicht bricht.

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