Hubert Aiwanger zu Besuch in Immenstadt

Besserer Empfang im Funkloch - Bau eines Mobilfunkmasts in Knottenried kann starten

Knottenried Vodafone

Bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Vodafone-Vorstandsvorsitzender Hannes Ametsreiter halten die Baugenehmigung in den Händen.

Bild: Ralf Lienert

Bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Vodafone-Vorstandsvorsitzender Hannes Ametsreiter halten die Baugenehmigung in den Händen.

Bild: Ralf Lienert

Immenstadt hat noch immer Gebiete ohne Zugang zu einem Mobilfunknetz. Ein neuer Mobilfunkmast soll das ändern. Minister Aiwanger liefert dafür das nötige Geld.
25.06.2021 | Stand: 19:13 Uhr

Der Weiler Knottenried bei Immenstadt soll bis 2022 kein „weißer Fleck“ mehr sein. Dafür soll ein Mobilfunkmast sorgen, der bei der Verbindungsstraße zwischen Knottenried und Diepolz für einen guten Handyempfang sorgen wird. Für den Knottenrieder Grundstückseigentümer ist der Standort nach eigenen Angaben die bessere Wahl zwischen Pest und Cholera – für den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ein Ort mit einer sehr „idyllischen Lage“.

Bei der Übergabe der offiziellen Baugenehmigung waren neben Aiwanger auch der Vodafone-Vorstandsvorsitzende Hannes Ametsreiter, Landrätin Indra Baier-Müller und der Immenstädter Bürgermeister Nico Sentner anwesend.

Immenstadt: Funkmast in Rekordzeit

In Rekordzeit sei die Genehmigung für den Bau vom Landratsamt erteilt worden. Ab Oktober sollen die Bauarbeiten des Funkmasts beginnen, erklärte Sentner. Jetzt sollen zunächst die Ausschreibungen für das Projekt starten. Aiwanger fasste es so zusammen: „Wir brauchen nur noch Beton und Antenne, dann können wir auf Sendung gehen.“

Der Standort in Knottenried ist der Erste, der aus dem Topf des Mobilfunk-Förderprogramms des Bayerischen Wirtschaftsministeriums Zuschüsse erhält. Laut Aiwanger sei er damit auf etwa 1000 Metern auch der südlichste und höchste in Bayern. Bis zu 500.000 Euro fließen für den Bau nach Immenstadt. Hintergrund des Förderprogramms sind die noch etwa 900 „weißen Flecken“, also Orte mit keiner Netzversorgung. Für Mobilfunkanbieter sind diese Gebiete meist nicht wirtschaftlich. Das Wirtschaftsministerium unterstützt deshalb Kommunen beim Bau. 5G solle neben besserem Handyempfang auch die Digitalisierung in ländlichen Regionen vereinfachen. Um Versorgungslücken zu schließen, sei die Arbeit der Kommunen enorm wichtig, sagte Aiwanger. Vor allem bei der Standortfrage.

Kontroverse Diskussion über Standort

Doch genau die hat der Stadt und den Bürgern große Sorgen bereitet. Vorab musste viel diskutiert werden. Der Stadtrat hatte zunächst einen anderen Ort für den Mast vorgeschlagen. In der Bevölkerung fand dieser allerdings keinen Zuspruch. Eine Umfrage der Anwohner ergab eine Alternative – an dieser wird jetzt gebaut. Mit 140 Metern Abstand zum nächsten Bauernhof und 410 Metern zum Ortsschild Knottenried. Gut versteckt neben einem Waldstück.

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Gegner eines 5G-Ausbaus habe es zu Beginn der Debatte viele gegeben, sagte Sentner. Doch zumindest die Skeptiker aus dem Dorf seien mit Gesprächen und Infoveranstaltungen überzeugt worden. „Hardliner kann man aber wohl nie umstimmen“, sagte der Rathauschef.

Aiwanger erklärte, er habe insgesamt sogar das Gefühl, dass die Gegner von 5G-Netzen weniger geworden sind. Beim Ortstermin zückten viele Anwesende ihr Handy, kontrollierten den Empfang. Nicht alle klagten über fehlendes Netz. Landrätin Baier-Müller allerdings schon. Vier Versuche habe es gebraucht, um auf der Anfahrt ihren Mitarbeiter zu erreichen.