Vier Wochen nach der Premiere

Blaichacherin über Corona-Impfung: „Ich fühle mich pudelwohl“

Corona-Impfung

Theresia Karl aus Blaichach war die Erste aus dem südlichen Oberallgäu, die am 26. Dezember gegen das Corona-Virus geimpft wurde. Rechts Dr. Andreas Baumgarten, ärztlicher Leiter des Impfzentrums in Immenstadt.

Bild: Werner Kempf

Theresia Karl aus Blaichach war die Erste aus dem südlichen Oberallgäu, die am 26. Dezember gegen das Corona-Virus geimpft wurde. Rechts Dr. Andreas Baumgarten, ärztlicher Leiter des Impfzentrums in Immenstadt.

Bild: Werner Kempf

Theresia Karl war die Erste aus dem südlichen Oberallgäu, die gegen das Corona-Virus geimpft wurde. Wieso Pflegekräfte zögern, sich immunisieren zu lassen.
27.01.2021 | Stand: 12:34 Uhr

Vier Wochen danach fühlt sich Theresia Karl „pudelwohl“. Die 58-jährige Pflegekraft, die im „Haus der Senioren“ in Oberstdorf arbeitet, war die Erste aus dem südlichen Oberallgäu, die sich am 26. Dezember gegen das Corona-Virus im Impfzentrum Immenstadt immunisieren ließ. „Ich hatte nach der ersten und auch nach der zweiten Impfung überhaupt keine Probleme “, sagt die Blaichacherin.

Vor dem Verabreichen des Impfstoffs machte sie sich Sorgen darüber, ob das Vakzin der Firma Biontech/Pfizer Nebenwirkungen verursachen könnte. „Ich war überrascht, dass überhaupt keine Symptome aufgetreten sind“, berichtet die Oberallgäuerin. Am Arbeitsplatz im Oberstdorfer Pflegeheim trägt sie allerdings weiterhin eine FFP-2-Maske, „da noch keiner weiß, ob ich die Bewohner anstecken kann“. (Lesen Sie auch: Warum Bayern langsamer gegen Corona impft als geplant)

Viele ihrer Mitarbeiter würden sich erkundigen, wie es ihr geht. Denn viele aus ihrem beruflichen Umfeld hätten sich noch nicht entschieden, sich ebenfalls impfen zu lassen. „Ein großer Teil ist unsicher, hat Angst vor Komplikationen und wartet erst einmal ab“, sagt Karl. „Ich hoffe, dass ich andere motiviere, sich auch immunisieren zu lassen. Ich würde jedem dazu raten“.

Corona-Impfung und die Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität

Die Blaichacherin bleibt aber weiter vorsichtig und trägt auch auf der Straße einen Mund-Nasen-Schutz. „Aber mit dem Schutz des Vakzins fühle ich mich einfach sicherer und hoffe auf eine baldige Rückkehr zu einem normalen Leben im Sommer.“

Von Karls 75 Kollegen sind erst wenige geimpft, berichtet Heimleiterin Melanie Engel. Bisher möchten sich weniger als die Hälfte immunisieren lassen, „weil sie noch Zweifel haben, ob und welche Nebenwirkungen auftreten“. Auch unter den Bewohnern des Altenheims seien nicht alle von der Verträglichkeit des Impfstoffs überzeugt. 80 von 105 haben sich immunisieren lassen. Engel setzt auf die Initiativen des Bayerischen Roten Kreuzes, den Träger des Hauses in Oberstdorf. Mit einer Impfkampagne und Infoabenden sollen die Mitarbeiter von den Vorteilen einer Impfung überzeugt werden. (Lesen Sie auch: Warum sich viele Allgäuer Pflegekräfte - noch - nicht gegen Corona impfen lassen)

Pflegekräfte und Corona-Impfung: Kein kategorisches "Nein"

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Groß ist die Bereitschaft unter den Pflegekräften in den Häusern der Allgäu-Pflege in Sonthofen, Immenstadt, Blaichach und Altusried, sich gegen das Corona-Virus immunisieren zu lassen. Über zwei Drittel der Mitarbeiter würden sich sofort das Vakzin spritzen lassen, berichtet Pressesprecherin Verena Fedtke. „Sie sitzen auf heißen Kohlen und warten auf den Impfstoff.“ Und es gebe auch noch welche, die noch zurückhaltend und abwartend seien, „aber kategorisch Nein gesagt hat noch keiner“. Auch deshalb nicht, weil viele Angestellte in Gesprächen mit bereits Geimpften erfahren hätten, dass die Nebenwirkungen gering seien.

Die Bereitschaft für den Piks nehme unter den Pflegekräften immer mehr zu, hat Florian Adolf festgestellt. Er ist Leiter des Spitals in Immenstadt. Von den 74 Bewohnern hätten sich zwar erst 53 impfen lassen. „Aber wir akzeptieren deren persönliche Entscheidung“. Doch Adolf geht davon aus, dass sich die Impfquote deutlich erhöht, „wenn für unsere Senioren die Möglichkeit besteht, sich zu einem späteren Zeitpunkt von ihrem Hausarzt impfen zu lassen“. (Lesen Sie auch: Allgäuer Ärzte beantworten Fragen rund um die Corona-Impfung)

Skepsis herrscht bei den Pflegekräften des Caritas-Seniorenwohnheims in Sonthofen. Bis Anfang des Monats wollten sich dort nur rund 50 Prozent immunisieren lassen, berichtet Geschäftsführer Christoph Nunner. Viele seien noch verunsichert. Zum Beispiel darüber, ob der Wirkstoff auch bei Mutationen des Virus wirke und wie lange der Schutz anhalte.