Pandemie

Corona-Flächentest im Kleinwalsertal: „Ich habe mir mehr erwartet“

Je zwei positive Proben gab es im Kleinwalsertal, in Tannheim und in Jungholz (Foto) bei den Flächentests. Die Betroffenen werden nochmals mit einem anderen Verfahren getestet. Ist das auch positiv, müssen sie in Quarantäne.

Je zwei positive Proben gab es im Kleinwalsertal, in Tannheim und in Jungholz (Foto) bei den Flächentests. Die Betroffenen werden nochmals mit einem anderen Verfahren getestet. Ist das auch positiv, müssen sie in Quarantäne.

Bild: Benjamin Liss

Je zwei positive Proben gab es im Kleinwalsertal, in Tannheim und in Jungholz (Foto) bei den Flächentests. Die Betroffenen werden nochmals mit einem anderen Verfahren getestet. Ist das auch positiv, müssen sie in Quarantäne.

Bild: Benjamin Liss

Bürgermeister Andi Haid sagt, dass sich ein Viertel der Walser kostenlos testen ließ. In Jungholz und im Tannheimer Tal sind es über 40 Prozent. Hier wie dort gibt es positive Ergebnisse
08.12.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Mit gut 25 Prozent war die Beteiligung am kostenlosen Corona-Flächentest im Kleinwalsertal (Bundesland Vorarlberg) bescheiden. „Ich habe mir mehr erwartet“, sagte am Montag Bürgermeister Andi Haid. Zwei der 1282 Walser (von gut 5000 Einwohnern) hatten ein positives Ergebnis. Wenn bei ihnen noch ein zweiter Test auf das Virus anschlägt, müssen sie zwei Wochen in Quarantäne. Zwei positive Ergebnisse gab es auch im Tiroler Jungholz und im Tannheimer Tal.

Insgesamt haben bei den freiwilligen Tests laut Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner 105 100 Personen (älter als sechs Jahre) einen Rachenabstrich bekommen, gut 31 Prozent der Bevölkerung. 32 Prozent (220 700) waren es laut eines ORF-Berichts in Tirol. In der kleinen Exklave Jungholz (gut 386 Erst- und Zweitwohnsitze) kamen 147 Personen ins Gemeindehaus. „Mein Ziel waren 50 Prozent“, sagt dazu Bürgermeisterin Karina Konrad. Weil die vom Bund bereitgestellte Software für den PC nicht funktionierte, haben Konrad und ihre Amtsleiterin Petra Mehringer noch am Sonntag alle Einwohner persönlich angerufen und über das Ergebnis informiert. Konrad sagt: „Es war Sinn und Zweck der Sache, diejenigen herauszufinden, die keine Symptome zeigen und dennoch das Virus in sich haben – und so andere anstecken könnten.“ Das sei gelungen. In Tannheim (1300 Erst- und Zweitwohnsitze) waren 430 Personen gekommen, sagt Bürgermeister Markus Eberle. Ebenfalls „zwei Proben waren positiv auf das Virus“. Auch Eberle ist ein wenig enttäuscht vom mageren Zuspruch: „Ich hätte mir mehr erhofft“. Das Tannheimer Tal (Bezirk Reutte) sei – wie Jungholz auch – wenig getroffen von der Pandemie. Auch für ihn als Bürgermeister, der viel Kontakt zu verschiedenen Personengruppen habe, sei es beruhigend zu wissen, dass der Antigentest negativ war. Am Montag durften nun nach einem strengen Lockdown alle Geschäfte und Schulen in Österreich wieder öffnen.

Allerdings gelten in Bayern ab Mittwoch, 9. Dezember, voraussichtlich bis 5. Januar neue, strengere Quarantäneregeln. Eine Spazierfahrt ins Tannheimer Tal oder nach Reutte ist dann ausgeschlossen. Bislang ist es machbar, bis zu 24 Stunden test- und quarantänefrei nach Österreich zu reisen. Ausnahmen gelten offenbar weiterhin fürs Kleinwalsertal und für Jungholz, die nur von Deutschland aus erreichbar sind. „Mir liegt aber noch nichts schriftlich vor“, sagt die Jungholzer Bürgermeisterin.

Skifahren für Einheimische?

Allerdings stehen hier wie dort die Seilbahnen und Skilifte still. Und das wird bis Weihnachten und auch darüber hinaus in Jungholz gelten. „Wir passen uns den Allgäuer Kollegen an“, sagt Konrad. Das bedeutet, bis 5. Januar stehen in Jungholz die Lifte still. Im Kleinwalsertal überlegen sich die Verantwortlichen, ob sie für Einheimische den Eisplatz und ab Weihnachten einen Skilift öffnen könnten. Auch im Tannheimer Tal gibt es solche Ideen bestätigt Markus Eberle. Die Bürger des Tals sollen in den Weihnachtsferien Skifahren können. Restaurants und Hütten bleiben aber sicher zu.