Corona-Hotline

Oberallgäuer ruft für seine betagte Mutter 38 Mal an: „Keine Chance auf einen Impftermin“

Im Oberallgäu und in Kempten ist die Impf-Hotline (0831)20697171 ständig belegt, klagen diejenigen, die einen Impftermin ausmachen wollen. Die Hotline ist Montag bis sonntag von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.

Im Oberallgäu und in Kempten ist die Impf-Hotline (0831)20697171 ständig belegt, klagen diejenigen, die einen Impftermin ausmachen wollen. Die Hotline ist Montag bis sonntag von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.

Bild: Peter Fastl (Symbolfoto)

Im Oberallgäu und in Kempten ist die Impf-Hotline (0831)20697171 ständig belegt, klagen diejenigen, die einen Impftermin ausmachen wollen. Die Hotline ist Montag bis sonntag von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.

Bild: Peter Fastl (Symbolfoto)

Ein Oberallgäuer will für seine Mutter einen Corona-Impftermin ausmachen - doch das ist nicht so einfach. So reagiert das Rote Kreuz auf die Vorwürfe.
02.02.2021 | Stand: 11:24 Uhr

So dürfte es derzeit vielen im Oberallgäu ergehen: Sie rufen die Hotline an, um einen Impftermin auszumachen – und hören das Besetztzeichen. 38-mal an drei Tagen war das bei Klaus Huber so, der für seine betagte Mutter zum Telefonhörer griff. Dann änderte der Oberallgäuer seine Strategie und schrieb eine E-Mail an die Hotline der Impfzentren Oberallgäu/Kempten mit der Bitte um Eingangsbestätigung. Aber auch da – keine Antwort. Hubers Fazit: „Das läuft unprofessionell. Alleine hätte meine Mutter keine Chance, einen Impftermin auszumachen.“

Rückblick: Mitte Januar schickte das Landratsamt Briefe (unterzeichnet von Indra Baier-Müller) mit der Einladung, sich impfen zu lassen an alle Über-80-Jährigen im Landkreis. Viele wollen einen Termin ausmachen, sind aber nicht in der Lage dazu: Über die Adresse www.impfzentren.bayern muss man sich registrieren samt Passwort. Wer das Telefon wählt, hört ständig das Besetztzeichen. „Warum kommt denn da keine Ansage, die darauf hinweist, dass die Nummer richtig ist, aber die Leitungen belegt sind oder eine Aufforderung, die Nummer zu hinterlassen, damit die Mitarbeiter zurückrufen können“, sagt Klaus Huber und kann nur den Kopf schütteln.

Probleme mit dem Telefon

Telefon: Das Rote Kreuz Oberallgäu ist für die Impf-Hotline in der Region zuständig. Geschäftsführer Alexander Schwägerl verweist auf die „neue Struktur der Telefonanlage“ und gewisse „Ansagelizenzen“ wie beispielsweise „Sie befinden sich in der Warteschleife, bitte haben Sie noch Geduld“. Diese Lizenzen seien seit Tagen beantragt, aber noch nicht vergeben, könnten also nicht genutzt werden. In Kürze soll es so weit sein mit automatischen Antworten. Im Januar seien pro Tag bis zu 18 000 Anrufe eingegangen. Das sei nicht zu stemmen für die bis zu zehn Mitarbeiter.

E-Mail: Und warum gibt es keine Rückantwort wie „Danke, Ihre E-Mail ist angekommen“? Da stockt Alexander Schwägerl kurz, sagt: „Das könnte man machen“, weist aber gleich auf ein allgemeines Problem hin. Seit 11. Januar erst gibt es die bayerische Online-Terminvergabe der Impfzentren unter der Adresse www.impfzentren.bayern. An die regionale Adresse des Roten Kreuzes aber kommen immer noch pro Tag um die 150 Anfragen nach Impf-Terminen per E-Mail. Diese Adresse ist schließlich auch in den ungefähr 11.000 Briefen an die über 80-Jährigen im Oberallgäu vermerkt, hat aber eigentlich ausgedient. Das Rote Kreuz vor Ort will den Leuten natürlich dennoch helfen und die Anfragen per E-Mail in die bayernweite Software eingeben, weiß aber nicht, ob es darf. „Wir warten auf eine Antwort des Ministeriums“, sagt Schwägerl. Dann sollen auch alle, die eine Impfanfrage per E-Mail beim Roten Kreuz vor Ort gestellt haben, eine Antwort bekommen. Diese Antwort könnte aber lauten: „Bitte registrieren Sie sich unter www.impfzentren.bayern“, befürchtet Schwägerl.

Viel zu kompliziert

Ausblick: Klaus Huber stellt das alles nicht zufrieden, das sei viel zu kompliziert. Aber vielleicht wird es ja einfacher mit dem rollenden Impfzentrum, das Gemeinden im Oberallgäu ansteuern soll. Dafür soll es demnächst Extra-Registrierungen geben.

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